Tag 36 – 38 Man trifft sich immer mindestens zwei Mal

In den nächsten Tagen gab es gleich zwei Mal ein Wiedersehen zu feiern, sowohl geplant als auch ungeplant. Es waren noch 3 Wochen bis wir Neuseeland verlassen würden, vorausgesetzt alles würde verlaufen wie wir es geplant hatten, vor allem was den Verkauf des Autos betraf. Das hieß unsere Zeit, um die Nordinsel zu erkunden war beschränkt, deshalb wollten wir schleunigst damit anfangen und mit der Fähre von Picton nach Wellington übersetzen. Wir erkundeten noch etwas die Gegend und Nelson bevor wir nach Picton weiterfuhren. In Nelson genehmigten wir uns noch ein wirklich exzellentes Mittagessen im Boat Shed Café. Hier wurde die Schlussszene von das Piano gedreht. Ich muss zugeben, dass ich den Film nicht gesehen habe, das Restaurant ist aber toll und das Essen war herausragend. Lieber Michael, Danke für den tollen Tipp, das hat sich gelohnt!

Tag 36 – Zufälliges Wiedersehen

In Picton haben wir uns wieder einen netten Campingplatz gesucht von dem aus wir früh morgens zur Fähre aufbrechen konnten. Als wir auf den Platz fuhren, war Frank darauf gefasst, dass Jessi wie immer einen Platz aussucht (@alle Männer: Macht niemals den Fehler selbständig den Platz beim Camping auszusuchen, dabei müssen sehr viele Parameter bedacht werden, welche das männliche Gehirn nicht in der Lage ist richtig zu verarbeiten, wie etwa die optimale Entfernung zur Toilette in Kombination mit Lautstärke, Lichteinfall und optimaler Untergrundbeschaffenheit), als diese fröhlich feixte: „…oder wir stellen uns einfach zu den Beiden da drüben, die kennen wir doch schon“. Tatsächlich hatte uns der Zufall zu zwei Bekannten ganz aus dem Süden geführt. Als wir in Riverton halt gemacht haben, hatten wir die beiden Weltreisenden, die normalerweise in Zürich leben getroffen und nun saßen sie wieder da, nachdem sie den ganzen Weg in die entgegengesetzte Richtung von uns hinter sich gebracht hatten. Wir hatten einen lustigen Abend bis uns die Sandflies in unsere Camper vertrieben und würden am nächsten Tag zusammen die Fähre nach Wellington nehmen. Doch bevor wir uns ins Auto verzogen hüpften wir noch auf dem riesigen Luftkissen rum das es auf dem Campinlplatz gab. So ein geiles Teil brauchen wir irgendwann im Garten

 

Tag 37 – Die Fähre nach „Hippster Town“

Dann war es soweit, wir würden die Südinsel verlassen und zurückkehren zur Nordinsel. So eine Fahrt mit einer Autofähre ist immer ein Erlebnis. Großes Schiff, viele Autos, beim Beladen muss alles richtig koordiniert werden, alles ist ausgemessen und folgt einem strengen Ablauf. Als wir endlich auf dem Schiff waren, genoßen wir die Aussicht auf dem Panorama Deck bei einem Drink und plauderten. Wir rätselten, ob wohl jeder der Autobesitzer seine Alarmanlage deaktiviert hatte, wie es die Transportbestimmungen vorsehen. In diese Verlegenheit konnten wir ja selber glücklicherweise nicht kommen. Kaum losgefahren bescherte uns ein weißer VW Touareg das erwartete Hupkonzert. Der Besitzer hatte offenbar die Bedienungsanleitung nicht sehr aufmerksam gelesen, denn auch beim zweiten Versuch, blinkte und hupte sein Auto fröhlich weiter nachdem es einige Minuten ruhe gegeben hatte. Mehr amüsiert als gestört beobachteten wir das Treiben und hatten einen tollen Cruise durch die Marlborough Sounds. In Wellington angekommen, trennten sich unsere Wege wieder. Wir machten uns auf in Richtung Innenstadt. Hochhäuser und Großstadtfeeling hatten wir tatsächlich vermisst und Frank musste unbedingt zum Friseur.

Wenn es einen Gradmesser für das „Hip“-sein einer Stadt gibt, ist das im Jahre 2017 garantiert die Dichte an Barbershops oder auch auf Deutsch, Herrenfriseure die sich auf Frisuren spezialisiert haben, für die es Pomade und Wachs benötigt und die einen Bart nicht komplett abnehmen sondern in der Lage sind diesen zu stutzen und zu stylen. In Wellington gibt es viele und ich meine sehr viele Barbershops.  Zu vergleichen in etwa mit der Anzahl an Starbucks Cafés in einer nordamerikanischen Großstadt vor etwa zehn Jahren. Wenn diese dann auch noch so ausgebucht sind, dass der Frisör dich fast auslacht, wenn du den Laden ohne Termin betrittst, weißt du, okay hier ist ein hohes Maß an Hipsterkultur vertreten. Und auch auf der Straße sieht man viele junge Leute die modisch gekleidet sind. Es gibt viele Studenten, die wie auch in anderen Städten das Gesicht der Stadt prägen. Wellington ist damit ein starker Kontrast  zu den ländlichen Gegenden der Südinsel, die wir die letzten Wochen bereist haben. Das kann man toll finden oder auch nicht, wir mochten es jedenfalls und hatten eine gute Zeit. Lunch hatten wir in einem viel besuchten Restaurant im Surf-Rescue Turm an Wellingtons Surfstrand und beim dritten Anlauf bekam Frank dann auch endlich die Haare geschnitten. Wir streunten noch ein bisschen durch die Straßen bevor wir uns einen schönen Campingplatz am Strand etwas nördlich suchten und waren abermals Zeuge eines wunderbaren neuseeländischen Sonnenuntergangs.

Tag 38 – Ein geplantes Wiedersehen – Party @ Big Fella’s

Wir fuhren nochmal nach Wellington, um uns dasTe Papa Tongarewa anzuschauen, das Nationalmuseum Neuseelands. Unter anderem gibt es hier den größten Riesenkalmar, der bisher untersucht wurde und sich in einer Ausstellung befindet. Mit einem Durchmesser von 27cm haben diese Tiere die wahrscheinlich größten Augen der Welt. Die Größe des Tintenfisches ist wirklich beeindruckend, dennoch kann mich ein in Formaldehyd eingelegtes hinter einer dicken Glasscheibe, in einen Tisch eingelassenes Präparat nicht wirklich mitreissen. Wer schon einmal einen kleinen Kalmar im Wasser gesehen hat, weiß wie elegant sich diese Tiere bewegen und wie schön sie aussehen. Sehr eindrucksvoll müssen diese Riesen sein, wenn sie in finsteren Tiefen in eiskaltem Wasser auf Beutefang gehen. Davon kann der farblose Koloss der hier begraben liegt leider nur wenig transportieren.

Es gibt im Museum noch einiges mehr zu entdecken. Eine Ausstellung zeigte beispielsweise die Verbundenheit der Maori zum Land und dessen Ressourcen und Natur, durch zahlreiche Artefakte und Geschichten. Aus allen vier Himmelsrichtungen war hier die Hälfte eines besonderen Steins ausgestellt, der die Region prägt, gemeinsam mit dessen Bedeutung und Erklärung über den Ort an dem sich die andere Hälfte befindet, jeweils im Norden, Osten, Süden und Westen. Anfassen und spüren erwünscht!

Am Abend stand ein echtes Highlight an, auf das wir uns schon lang freuten. Wir hatten eine Einladung von einem unserer Freunde aus Wanaka. Blair oder Big Fella, wie ihn seine Freunde alle nennen, hatte uns in sein Zuhause, etwa zwei Stunden nördlich von Wellington eingeladen. Fast direkt am Strand lebt er hier mit seiner Patchworkfamilie. Diese war als wir eingetroffen sind allerdings komplett ausgeflogen, sodass wir einen lustigen Abend zu dritt genießen konnten. Wir verstanden uns auf Anhieb wieder so brillant wie im Süden und lachten und tranken die ganze Nacht. Blair hatte lecker für uns gekocht  und genug Getränke eingekauft. Party geht eben auch zu Dritt und da wir auch nur ein paar Meter zum Strand hatten stand einem nächtlichen Sprung ins kühle Nass auch nichts im Wege. Wir hatten einen großartigen Abend und hoffen, dass wir uns für die Gastfreundschaft eines Tages revanchieren können. Die Daten für die Wiesn haben wir unserem Big Fella auf jeden Fall hinterlassen und einen Schlafplatz halten wir abrufbereit.

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