Tag 58 – „Fiji Time“ im The Pearl Resort

Die Ankunft, das „Taxi“ und das Pearl Resort

BULA! (sprich: m’buh-laa) schallt es einem von überall entgegen, wenn man sich auf einer der Inseln befindet die zur Republik Fiji (oder in der deutschen Schreibweise: Fidschi) gehört. „Bula“ heißt wörtlich übersetzt „Leben“, Bedeutungen hat es aber, ich würde sagen, so viele wie man sich ausdenken kann. Man sagt es zur Begrüßung, zur Verabschiedung, zum Dank oder einfach, wenn man sich freut. Man kann es eigentlich immer dann benutzen, wenn man etwas positives zum Ausdruck bringen will. Vergleichbar mit dem hawaiianischen Alo’ha. Die ursprüngliche Bevölkerung hat die gleichen polynesischen Wurzeln, wie die Hawaiianer und die Maori in Neuseeland. Sie alle stammen aus dem mythischen Land Hawaiki, wie es die Maori nennen. Sie haben viele Gemeinsamkeiten, in ihrer Kultur, wie z.B. die antiken Schiffe zeigen oder die traditionellen Kleider, Kunst, Tanz und Rituale. Auf Fiji  sind sie ganz besonders stolz auf ihr Spanferkel, dass in einem Erdofen namens „Lovo“ zubereitet wird. Lovo wird in der Familie oder im Dorf zu Festtagen zubereitet und ist immer etwas besonderes. Auf Hawaii heißt das ganze „Luau“ und der Erdofen wird Imu genannt. Interessanterweise, sind sich viele Fijiianer dessen nicht wirklich bewusst und waren teilweise doch überrascht, dass soweit entfernt, ähnliche Traditionen gepflegt werden.

Unser Start ins Bula-Abenteuer, war, naja nennen wir es mal interessant. Naiv wie wir waren haben wir den günstigsten Flug genommen, der uns einigermaßen in die Nähe unserer Unterkunft bringen sollte. Also flogen wir von Auckland direkt in die Hauptstadt von Fiji auf Viti Levu, der größten Insel der Republik, Suva. Normalerweise fliegen Touristen nach Nadi (sprich: Nandi) dort befindet sich mit Port Denarau, das touristische Zentrum. Von dort aus fährt man mit Speedbooten zu den Inselresorts oder macht Tagesausflüge. Auf der kleinen Halbinsel sind mindestens drei Golfplätze und unzählige Luxushotels und Villen. Es ist vom restlichen Teil Viti Levus deutlich abgegrenzt, sodass man sogar wenn man mit dem Taxi dort hinfährt, an einem Sicherheitsposten mit Schlagbaum vorbei muss. Aber wie bereits erzählt haben wir den Flug in die Hauptstadt Suva genommen. Der Nausori Airport (SUV) war winzig und alt, das Gepäckband war ein Loch in der Wand und der Zollbeamte stand gleich neben dran. Der kleine Raum war mit dem Gepäck und den Reisenden aus unserem Flieger restlos überfüllt und die Einreise inklusive Gepäckkontrolle, damit keine Gefahren für das Ökosystem eingeschleppt werden, dauert seine Zeit. Keiner war in großer Eile, die meisten Leute gut gelaunt, das Personal etwas überfordert, der Zollbeamte tiefenentspannt – „Fiji-Time“.

Aus dem Flughafen draußen, hatte uns auch schon der erste Taxifahrer aufgespürt. War es überhaupt ein Taxifahrer? Jedenfalls, sah er kein Problem darin unser Gepäck inkl. Surfbrett ins Auto zu bekommen. Das Wifi am Airport funktionierte null, Geld abheben ging aber SIM Karten waren Fehlanzeige, alle ausverkauft. FJD 90 wollte der gute Mann für die fast zwei Stunden Fahrt. EUR 36 hörte sich vernünftig an. Wir also hinter dem Kerl her zu seinem Auto. Eine alte E-Klasse ca. Baujahr 1992 war sein eigen, jedenfalls kein offizielles Taxi. Als wir allerdings gerade eingepackt hatten, bekam der gute etwas Ärger mit einem Wachmann, so ganz legal war das also nicht was er hier abzog, naja uns war es eigentlich egal.

Der Mann mit indischen Wurzeln, erzählt wie ein Wasserfall. Arzt war er, beim Staat angestellt, fährt aber Taxi für ein bisschen extra Geld. Wir könnten ihn dann auch gerne immer anrufen, wenn wir irgendwo hin möchten. Wenn der Preis so gut ist, warum nicht. Vorausgesetzt er hat natürlich keine Patienten…natürlich… Wir mussten anhalten zum tanken und er fragte nach einem Vorschuss vom Fahrpreis. Als wir die Fijidollar raus holten, schaute er ganz überrascht und enttäuscht, er hätte ja eigentlich von anderen Dollar gesprochen. Achso? Was denn für welche? USD? AUD? wir waren etwas überrumpelt. Also eher EUR 70 für die Fahrt? Okay wer hat jetzt, hier wen missverstanden? Wir wollten das später klären, tanken und uns dann ans Ziel bringen, dann machen wir den Rest aus. Das ganze nervte uns etwas und wir waren froh, als wir endlich da waren. Das Resort sah toll aus und das Wetter war wunderbar bei unserer Ankunft, nachdem es auf der Fahrt etwas regnete. Laut unserem Fahrer ganz schlecht, vom Regen in Fiji wird man nämlich krank, aha, gut zu wissen…ein guter Rat von einem Arzt ist ja nie verkehrt und dann auch noch gratis! Wie auch immer, wir haben dem Halsabschneider dann sein Geld gegeben, am Ende waren es dann EUR 50, wobei EUR 30 absolut in Ordnung gewesen wären, wie spätere Recherchen ergaben. Angerufen haben wir ihn nach der Nummer natürlich nicht mehr.

Einchecken, Welcome-Drink, unser Gepäck wurde aufs Zimmer gebracht und dann erklärte uns die deutsche Managerin das Resort, auf Englisch. Wir merkten an, dass wir gerne Deutsch sprechen könnten, was sie vollkommen aus dem Konzept brachte. Sie lebte schon seit zwölf Jahren nicht mehr in Deutschland, wie sie uns daraufhin mitteilte. Naja, wenn das so ist, dann unterhalten sich die drei Deutschen in der Südsee eben auf Englisch, das konnte diesen Tag jetzt auch nicht mehr merkwürdiger machen. Das Zimmer war wirklich schön und sauber, die ganze Anlage allerdings hinkte etwas ihrem eigenen Anspruch hinterher. Schön angelegt, toll an der Flussmündung gelegen, mit eigenem Jetty an dem eine kleine Motorjacht lag. Insgesamt wirklich etwas für’s Auge aber wenn man genauer hinschaute, waren da eben all die kleinen Fehler, alles etwas Renovierungsbedürftig und eben nicht ganz so gut wie es sein könnte. Trotzdem war es schön und wir genoßen die Zeit dort. Die Fijianer sind wirklich freundlich und immer zum spaßen aufgelegt, spielen sich ständig gegenseitig Streiche, wie kleine Kinder. Aber das ist auch ein wenig das Problem oder vielleicht auch der Segen, den die Menschen dort haben. Hier wird halt lieber ein bisschen rumgespaßt und rumgelungert als geputzt und aufgeräumt aber trotzdem versinkt es nicht im Chaos und funktioniert halt irgendwie. Diese Einstellung der Menschen, war letztlich auch der Grund, warum die Briten indische Migranten nach Fiji brachten. Die Fijianer konnten sich gegen die Besatzung nicht wehren, allerdings ließen sie sich auch nicht dazu zwingen für die Besatzer zu arbeiten. Sie ließen sich nicht knechten und wer schon mal Rugby 7’s mit den Olympiasiegern aus Fiji gesehen hat, weiß auch warum die Briten dagegen nichts tun konnten. Diese Typen sind Maschinen, die bringt man nicht dazu zu arbeiten, wenn sie es nicht wollen. Also brachten die Briten die Inder nach Fiji, um für sie auf den Feldern zu arbeiten. Das führte und führt immer wieder zu Spannungen unter den Bevölkerungsgruppen, die erst in der jüngsten Generation, sich langsam aufzulösen scheinen.

Die Szenerie, hier an der Südküste war trotzdem toll und wir schoßen einige schöne Bilder: