Tag 57 – Unser letzter Tag in Neuseeland

Muriwai Beach und per Jetski zum Nachmittagsdrink

Die Neuseeländer würden am liebsten jede Mahlzeit auf dem Grill zubereiten. Wer so viel schönes Wetter hat, dem sei’s gegönnt. Daher gab es Egg-Muffins vom Grill als Frühstück, was ganz gut gegen die mittelfristigen Auswirkungen des Alkohols vom Vorabend wirkte. Baden wollte es sich nicht nehmen lassen, uns noch einen ganz besonderen letzten Tag in Neuseeland zu bereiten und hat seinen Kumpel Ian, einen schottischen Air New Zealand Piloten, gefragt ob er Lust hätte einen bisschen die Jetskis auszufahren, sodass sie uns zwei hintern drauf packen konnten.

Wir mussten etwas warten bis wir wussten ob es klappt und auf die Flut. Deshalb nutzen wir den Vormittag für ein paar letzte Shots am Muriwai Beach.

Um 12:00 Uhr waren wir zurück und Ian hatte zugesagt. Das heißt wir hängten den Jetski schnell and den Q7 (…jaja wir haben uns auch gefragt, was wir eigentlich falsch machen. Naja die ganze Kohle beim Reisen auf den Kopf zu hauen könnte ein Punkt sein…haha). Als wir den Jetski gerade ins Wasser gelassen hatten, kam Ian auch schon mit seinem angefahren, da sein Haus einen eigenen Anleger hatte, konnte er direkt rüber kommen (…). Ian war aber nicht allein! Seine kleine Hündin machte, ihren ersten Jetski Ausflug. Wir konnten kaum glauben, dass sie das noch nie vorher gemacht hat, da sie wesentlich souveräner auf dem Gefährt saß als wir beide. Und dann ging’s los. Frank hat bei Ian und der kleinen Hündin platzgenommen und Jessi war mit Baden unterwegs. Die GoPro war auch dabei, deshalb hier ein paar bewegte Bilder von der ganzen Nummer:

Das hat richtig Spaß gemacht und als Belohnung haben wir für Bier und Pizza an einer Bar mit Jetty gehalten. War auch das erste Mal für uns, dass wir mit Jetski auf ein paar Drinks gegangen sind. Auf dem Rückweg, durfte Frank bei Baden das Steuer übernehmen. Das hat natürlich noch ein bisschen mehr Spaß gemacht und Baden brachte es ein wenig in Schwitzen…Angstschweiß nennt man das wohl. Für’s erste Mal, bei nicht zu verachtendem Wellengang (flußaufwärts), hat er sich nicht ganz schlecht angestellt, auch wenn die anderen beiden inklusive Mützenrettungsaktion, mit einigem Vorsprung im Ziel waren. Es war ein großartiger Nachmittag und ein würdiger Abschluss für unsere Zeit in Neuseeland. Für die letzte Nacht hatten wir uns direkt am Flughafen einquartiert, um am nächsten Tag die Reise nach Fiji anzutreten. Bula! Bis dann auf Fiji! Bye bye NZ – we had a blast!

Tag 50 – 56: Die letzte Woche im Beast

Tag 50 – Scheibe reparieren Teil 1 und Tinte unter die Haut.

Wir hatten unser Auto bereits bei Facebook in den einschlägigen Gruppen zum Verkauf angeboten und die ersten Anfragen tröpfelten herein. Bevor wir Tags zuvor auf den Campingplatz gefahren sind, haben wir noch einen Termin bei der Autoglas Werkstatt, für den nächsten Tag vereinbart und ein Pärchen wollte sich den Van anschauen, da haben wir zwei Fliegen mit einer Klappe erledigt und die zwei kurzerhand zur Werkstatt bestellt.

Während jedoch die Scheibe gewechselt wurde, spazierten wir zu einem Tattoostudio, dass Jessi ausgesucht hatte. Unser Plan war es als Souvenir  aus jedem Land, dass wir bereisen ein Tattoo mitzunehmen. Die Vorteile liegen auf der Hand, man kann es nicht verlieren und es ist einfach zu transportieren. Sacred Tattoo im hippen Stadtteil Kingsland (lohnt sich für einen Spaziergang, auch wenn man kein Tattoo möchte) gibt es bereits seit 1998. Wir wurden super nett empfangen und das Glück war wieder mal auf unserer Seite, da mit Joesus, der Experte für die Art Tattoo die wir uns vorgestellt haben, durch eine Absage den Nachmittag für uns frei hatte. Wir hatten also Zeit, um das Auto zu holen, die Besichtigung durchzuziehen und uns später, entweder zur Feier des Tages oder als Trost etwas hacken zu lassen.

Die Besichtigung, verlief wenig erkenntnisreich. Sie war pro Beast, er Aufgrund des etwas ölenden Motors (wir wussten einfach nicht ob’s die Zylinderkopfdichtung ist oder net) eher vorsichtig. Naja, uns war es in dem Moment eher egal wir waren auf Adrenalin aufgrund der bevorstehenden Körperverzierung. Joesus ist ein super lieber, ruhiger Teddybär und ein richtig verdammt großartiger Künstler. Unsere Motive waren jetzt nicht die künstlerisch anspruchsvollsten aber er hat sich mega Mühe gegeben und großartige Arbeit geleistet. Dabei hat er uns dann auch noch ordentlich weh getan aber das ist halt Teil der Expierence. Abends haben wir dann eine Absage von den potentiellen Käufern bekommen. Mit neuen Tattoos war das dann halb so wild.

Tag 51 – Auckland die Zweite und Zettel verteilen

Frank hat irgendwo im Netz gelesen, dass es was bringt bei den ganzen Backpacker’s und Hostels Flyer auszulegen. Und da wir sowieso nochmal durch Auckland gurken wollten, haben wir schnell ein Flugblatt zusammengezimmert und den Nikolaustag damit verbracht, uns mal die ganzen Hostels anzuschauen. Was soll ich sagen, man spricht Deutsch… Wenn man ne billige Unterkunft braucht, Gleichgesinnte sucht und Infos braucht, kann man das schon machen. Als Paar unterwegs ist es aber auf jeden Fall angenehmer und teilweise sogar günstiger auf AirBnB zurück zu greifen. Kann nur wiederholen wie positiv unserer Erfahrungen waren und wir haben überall tolle Menschen kennengelernt. Abends sind wir nach Red Beach, etwas nördlich von Auckland auf einen Campingplatz gefahren .

Eine neue Interessentin hatte sich auch gemeldet. Sie war allerdings noch nicht in Neuseeland, hatte aber einen Bekannten mit dem wir uns treffen sollten. Es stellte sich raus, dass der gute Shane ebenfalls in Red Beach lebte. Das machte einen Besichtigungstermin recht einfach.

Tag 52, 53, 54 & 55- Besichtigung – Bleibt das Beast in Red Beach?

Shane hat sich also unser kleines Campinggefährt, dass und durch ganz Neuseeland gebracht hat angeschaut – und war begeistert. Seine Klientin fand es von den Bildern sowieso schon klasse und hat nur drauf gehofft, dass Shane nach dem Technikcheck sein „Okay“ gibt. Über den Preis waren wir uns dann auch relativ schnell einig und so stand dem Verkauf nichts mehr im Wege – eigentlich.

Wir hatten nach der Besichtigung ein bisschen die Gegend erkundet und sind in Waipu Cove gelandet – als wir gerade im The Cove Café etwas getrunken haben, kam die Zusage und wir waren happy, dass wir diesen Meilenstein jetzt abhaken werden können. Zur Feier des Tages, buchten wir uns spontan neben dran im Campingplatz ein und gingen im Café Abendessen. Das Essen dort war wirklich großartig und gute Drinks gab es auch.

Wir wollten erst am nächsten morgen nach Red Beach zurück fahren und das Auto an Shane übergeben, sobald das Geld überwiesen war und in der Zwischenzeit den Mietwagen abholen, mit dem wir die restliche Zeit in NZ verbringen wollten. Soweit die Theorie.

Wir sind also am nächsten morgen los gefahren, erstmal zum Frühstück. Wir hatten großartige Laune und freuten uns auf die nächsten Tage, an denen wir noch die letzten Ecken des Nordens erkunden wollten. Auf dem Weg zum Frühstück ist es dann passiert. Ihr erinnert euch vielleicht was ich darüber gesagt habe, wann man seine Scheibe reparieren lassen sollte. Auf jeden Fall so spät wie möglich, bevor sie intakt sein muss. Ein großer Sattelzug brauste an uns vorbei, die Straße war etwas dreckig und es lag Rollsplitt von einer Baustelle auf dem Boden – *Pling*. Wir schauten ungläubig auf die Scheibe, dann schauten wir uns an und wieder auf die Scheibe. Keiner von uns brachte einen Ton raus. Nach einer gefühlten Ewigkeit brach Frank das Schweigen:

F**********CK!!!!

Kann das wahr sein? Auf den letzten 60km? Die VIER Tage alte Scheibe? Oh  Mann war das hart….Es war übrigens Samstag, um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen.

Es gibt einige Dinge, die man über sich und das Leben lernt, wenn man unterwegs ist und beschränkte Resourcen und Handlungsalternativen hat. Eins davon ist absolute Gelassenheit, wenn das Leben mal wieder, wie ein kleiner moppeliger rothaariger Sechstklässler im Zuckerrausch schreiend auf dich zu gerannt kommt und dir laut brüllend mit Anlauf in die Eier dritt, wartet bis du zu Boden gehst, dir noch einen verwunderten, verächtlichen Blick ob deiner mangelnden Widerstandskraft zuwirft,  um dann brüllend weiter zu rennen. Was willst Du machen? Rache? Sinnlos…Heulen? Davon hört der Schmerz nicht auf. Du versuchst also dich langsam wieder aufzurichten und tief ein und auszuatmen bis der Schmerz endlich nachlässt und das tut er zum Glück immer. Musst du dich freuen oder gar darüber lachen? Im Moment auf keinen Fall, tut ja echt weh. Aber so schnell wie der Tiefschlag kam ist er auch wieder vergangen und was bleibt ist eine weitere Anekdote die andere zum Lachen oder Heulen bringt…Kopf hoch weiter geht’s…

Die zukünftige Besitzerin bestand natürlich, darauf, dass wir es reparieren lassen und wollte sich nicht mit einem Preisnachlass zufrieden geben. Konnten wir verstehen, verhagelte uns aber natürlich alle Pläne, vor allem, weil wir erst sehr spät die Nachricht bekamen, dass wir keinen Kompromiss haben. Frank hatte inzwischen den Mietwagen nach Red Beach geholt und es war spät geworden. Wir fanden mit viel Mühe noch eine Unterkunft in der Nähe und wollten am nächsten Tag wenigstens noch zur Bay of Islands, Cape Reigna war jetzt leider etwas zu weit weg, um von uns noch erreicht zu werden.

Tag 56 – BBQ bei Freunden

Okay, wir hatten also ganz früh morgens das Ungetüm zur Autoglaswerkstatt gebracht – falls jemand mal eine Scheibenraparatur in NZ braucht, die Jungs und Mädels von Novus können wir wirklich empfehlen. Schnell, fairer Preis und total freundlich. Zumindest in den beiden Filialen, die wir besuchen durften.

Danach hätten wir ihn auf den letzten Metern am liebsten in Watte eingepackt, damit nicht noch irgendwas passiert. Es verlief aber alles nach Plan, die Kohle war da, ein kleines Abschiedsküsschen auf die Haube und dann nix wie weg. Unser letzter Stand ist, dass das Beast immer noch ohne Größere Probleme durch Neuseeland rollt, also – all good!

Nach dieser ganzen Misere auf den letzten Metern des Autoverkaufs, waren wir über das was jetzt anstand mehr als glücklich. Wir haben ja bereits von unserer kleinen drei Mann Party mit Mr.Big Fella Blair in der Nähe von Wellington berichtet. Nun war es also Baden, der Pilot des Jetboats, der uns zu seiner Familie nach Hause eingeladen hat und bei dem wir auch unsere vorletzte Nacht in Neuseeland verbringen durften.

Baden hat ein tolles Haus in der Umgebung von Auckland und wir wurden sehr nett begrüßt, von ihm und seiner Frau Joan, die wir bereits aus Queenstown kannten, seinen beiden Zwillingstöchtern, den beiden dicken Katzen und dem durchgeknallten Hund, der alle auf Trapp hielt, um nur nicht zu wenige Aufmerksamkeit zu bekommen. Baden hat den Grill angeworfen, wir haben getrunken und bis spät gequatscht – etwas zerknautschte Gesichter am nächsten Morgen inklusive. Der Stress mit dem Auto war vergessen.

Da er am nächsten Tag nur ein einziges Meeting, um sieben Uhr morgens hatte, sollten wir am nächsten Tag noch in den Genuss eines ganz besonderen Ausflugs kommen.