Tag 47 – 49: Die Coromandel Halbinsel

Tag 47 – Hoch auf den Mauao

Wir waren in Tauranga angekommen, eine kleine Ferienstadt direkt am Strand an dessen nordwestlicher Spitze der erloschene Vulkan Mount Maunganui empor ragt. Eigentlich heißt nur noch dieser Suburb Mount Maunganui und der Berg trägt wieder seinen Maorinamen Mauao.  Es war Samstag, die Ferienzeit hat schon begonnen und es war richtig was los am Strand, am Strip und in den anderen Straßen die voll von Restaurants, Cafés und Boutiquen waren. Wir brauchten eine Weile, um einen Parkplatz zu finden und der war auch noch ne ganze Ecke weg vom Mauao. Dessen stattliche 232m wollten wir nämlich erklimmen, um die Aussicht auf den Tauranga Harbour zu genießen, dessen Eingang der Vulkan zusammen mit der gegenüberliegenden Matakana Island bildet. Die neuseeländische Sonne brannte unerbittlich auf uns herab aber wir möchten uns ja nicht beschweren, das haben wir ja etwa 1500km weiter südlich zur genüge getan. Und unser Aufstieg auf den Berg war ein sportliches Kinderspiel im Vergleich zu den Surf-Rescue Meisterschaften, die am Strand ausgetragen wurden. Unzählige Jugendteams verschiedener Surf-Rescue Clubswaren vor Ort, die es in NZ und Oz in jedem Örtchen mit einem Strand gibt, wie in Deutschland Fussballclubs und Musikvereine auf dem Land. Der erste seiner Art, in Australien war übrigens der Bondi Surf Bathers’ Life Saving Club, am berühmten Bondi Beach in Sydney. Die Teams wurden über den Strand gejagt und dann mit ihren Rettungssurfboards ins Wasser und wieder raus…Wir haben keine Ahnung wer gewonnen hat aber es war ein großes Spektakel.

Wir sind den Berg hoch und kamen gerade rechtzeitig, um einen Gleitschirmfliegen beim Absprung zu beobachten. Ein perfekter Startpunkt, um über der Bay of Plenty dahinzuschweben. Bay of Plenty hat James Cook diesen Flecken Erden 1769 übrigens genannt, weil er hier von allem viel und reichlich vorfand. Er sah damals zahlreiche Plantagen und Siedlung und auch heute wird hier noch vieles angebaut, von Kiwis über Zitrusfrüchte bis zu Avocados. Als die unten waren gab’s nen Smoothie zur Stärkung und dann ging es ab Richtung Coromandel Halbinsel

Tag 48 – Hot Water Beach auf  Coromandel

Hot Water Beach stand heute auf unserer To-Do-Liste. Der Strand liegt an der Ostküste der Coromandel Halbinsel in der Mercury Bay, unweit der berühmten Cathedral Cove. Einer dieser Plätze, an dem man alle, der verschiedenen Arten von Touristen  trifft: Backpacker, Work & Travel – Paare, Kurz-und Familienurlauber, zusammengewürfelte Reisegruppen die mit einem Bus am Strand einfallen. An den Hot-Water-Beach kommen sie alle. Der Grund sind heiße Quellen, deren Wasser unter dem Sand hervorkommt. Wenn man einen (Klapp-)Spaten (Grüße an Den und die Italien-Crew) dabei hat kann man sich bei Ebbe einen eigenen kleinen Thermalpool (Loch) graben und ein wenig im warmen Wasser relaxen. Wenn man keinen dabei hat, leiht man sich entweder für $5 in irgendeinem Laden des Dörfchens einen aus. Wirklich jeder Laden hat welche. Oder man erobert einfach ein verwaistes Loch, dass der letzte Chinese gegraben hat bevor ein anderer rein springt. Die ganze Geschichte hört sich auch entspannter an, als sie ist. bei 700k Besuchern im Jahr, ist das ganze ziemlich überlaufen und wird dem ganzen Hype irgendwie nicht wirklich gerecht. Ja, es ist was besonderes und damals in Italien hätten wir uns über warmes Wasser in unserem Loch am Strand riesig gefreut aber der Trubel in dem doch recht kleinen Abschnitt am Strand, war uns doch etwas zu viel und nicht ganz unser Ding. Wir haben es uns angeschaut und scheiße, das Wasser ist verdammt heiß! Frank musste natürlich ausprobieren, ob die „Caution! Hot Water!“ – Schilder nicht etwas übertrieben und nur ein PR-Gag waren. Sie waren es nicht – zum Glück ist der vergleichsweise kühle Ozean nur ein paar Schritte entfernt. Ansonsten ist der Strand wunderschön, sowie eigentlich die ganze Gegend – wahrscheinlich eine der schönsten Gegenden, die man auf unserem kleinen Planeten finden kann. Wir entspannten uns noch etwas abseits der anderen Touris. Etwas Surfen, Eis, Kaffe und dann ging’s weiter zur Cathedral Cove. Es war schon spät und so machten wir nicht mehr den ganzen Walk sondern nur eine kleine Runde und suchten uns dann einen Campingplatz. Dabei haben wir auch wieder eine besondere Perle in Cooks Beach gefunden, mit großem Pool und Jacuzzi, riesiger Küche usw. Die Dame am Empfang hat zwar ihrem Ruf aus den CamperMate-App Kommentaren alle Ehre gemacht und ist wohl die unfreundlichste Neuseeländerin, der wir begegnet sind aber Platz hatten sie dennoch mehr als genug für uns und vom Campingplatzbesitzer mürrisch angeraunzt werden, hat sich auch ein bisschen wie zuhause in Deutschland angefühlt.

Tag 49 – Cathedral Cove

Da wir die Gegend bereits am Vorabend ausgespäht hatten, wussten wir, dass man nicht ausschlafen sollte, wenn man einen komfortablen Parkplatz und ein paar einigermaßen ungestörte Shots in der Cove haben möchte. Das bedeutete für uns für raus und losgelatscht. Für die 2km zu Cove braucht man schon ca. 30min aber was man dann findet ist schon ein besonderes Juwel. Genießt die Bilder.

« 1 von 2 »

Danach ging es für uns Richtung Auckland, wir hatten eine Scheibe zu reparieren und einen Beast zu verkaufen – 10 Tage bis zum Abflug in die Südsee, sie sollten spannend werden.

Tag 44 – 46 Von Raglan über Rotorua nach Whakatane

Wow, es ist inzwischen bereits 2018- Wir hoffen Ihr hattet alle schöne Feiertage mit euren Freunden und Familien, einen guten Rutsch, einen tollen Silvesterabend und einen angenehmen Start ins neue Jahr. Wir sind jetzt beinahe drei Monate unterwegs aber leider hängen wir mit unserem Blog etwas hinten dran. Das ganze soll uns ja Freude bringen und interessant bleiben und in den letzten Wochen war einfach so viel los, dass wir nicht wirklich dazu gekommen sind weiter zu machen. Aber wir wollen nichts unerzählt lassen und versprechen, dass wir aufholen werden – ganz bestimmt! Deshalb geht’s jetzt weiter mit dem Trip in das geothermal extrem aktive Gebiete von Rotorua:

Tag 44 – Raglan nach Rotorua

Das Wetter hat uns wieder mal Beine gemacht. Regen und Sturm in Raglan waren angesagt, für Rotorua sah es noch etwas besser aus. Morgens waren wir nochmal am Strand und Frank surfen und dann ging es weiter nach Rotorua. Tatsächlich riecht man die Stadt bevor man sie sieht. Vor allem der Geruch von Schwefel zieht immer wieder an einem vorbei. Das mag nicht besonders angenehm sein, es ist aber auch nicht sehr störend, für uns war es eher interessant und spannend. An vielen Orten waberten dicke Nebelschwaden zwischen Bäumen und Sträuchern hervor, ohne dass man es von dort erwartet hätte. Wir waren gespannt was es noch zu sehen gab. Da es schon später Nachmittag war, als wir ankamen, suchten wir nach einem geeigneten Campingplatz bei dem wir auch noch Abendessen kochen konnten. Wir haben dabei einen echten Volltreffer gelandet. Nur fünf Kilometer vom Wai-O-Tapu Wonderland, in dem man sich einige der interessantesten geothermalen Phänomene, wie den berühmten Champagne Pool anschauen kann, liegen die Waikite Valley Thermal Pools. Dieses kleine Freibad, das über sieben heiße Schwimmbecken und Pools verfügt, die von einer heißen Thermalquelle etwas oberhalb gespeist werden, beherbergt nämlich außerdem einen kleinen Campingplatz. Der Clou ist, dass die Camper abends nach den Tagesgästen und morgens bevor das Personal da ist, die Pools benutzen können. Das ganze Gelände ist nicht sehr groß und alles ist sehr gedrungen aber die Pools sind toll und haben einen klasse Ausblick auf die Umgebung. Und das ganze hat uns nur ein paar Dollar mehr gekostet, als ein normaler Campingplatz. Dieser Tag war wahrscheinlich unser Glückstag, denn zu allem Überfluss haben wir auch noch den letzten Platz ergattert. Naja Glückstag ist vielleicht etwas übertrieben, denn kurz vor Sonnenuntergang hat uns das schlechte Wetter dann doch noch eingeholt und es fing an in Strömen zu regnen. Uns hat es dadurch nur noch mehr Spaß gemacht. Es war ein tolles Licht und eine wunderbare Atmosphäre, in der wir total gechillt in den heißen Pools gelungert haben. Als sich der Hunger langsam bemerkbar machte, regnete es leider immer noch und wir mussten einige Sprints zum Beast und zurück zur Küche hinlegen. Die Küche war winzig und wir mussten uns sie auch teilen aber es hat total viel Spaß gemacht. Die anderen Camper waren alle total nett, unser gutes Essen hat uns glücklich gemacht, Bier und Wein hatten wir auch noch dabei und der Regen legte sich dann auch kurz vor dem Schlafengehen und war am nächsten morgen wieder Sonnenschein gewichen.

Tag 45 – Wai – O – Tapu Wonderland

Wir nutzten natürlich die Chance das Bad nur mit ein paar anderen Frühaufstehern zu teilen, waren schon vor dem Frühstück um sieben Uhr im Wasser und haben uns auch noch die Quelle angeschaut, aus der das kochend heiße Wasser an die Oberfläche kommt. Ein klasse Start in den Tag. Falls Ihr mal Campen in der Gegend seid -> Hier ist der Link. Danach gab es schnelles Frühstück und den Kaffee sparten wir uns für das nächste Ziel auf. Das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland ist einer der Touristenmagnete der Umgebung. Die Kulisse der Herr der Ringe Saga ist noch in näherer Umgebung  und einige Maoridörfer in denen für Touristen Maorikultur dargeboten wird.

Die Begeisterung für Herr der Ringe ist an uns beiden etwas vorübergegangen, sodass das Preis-Leistungsverhältnis, es nicht rechtfertigte sich mit 15 Chinesen in 15 Minuten durch die kleinen Hobbithäuschen scheuchen zu lassen. Fällt wohl in die Kategorie „Must See“ von dem wir uns Fernhalten…Über die Maorivorführungen haben wir leider auch nicht sehr viel gutes gehört und unsere Vermutung, dass das alles sehr nach Zirkus und Menschenzoo aussieht wurde uns auch bestätigt – davon haben wir genug auf der Wiesn, das brauchen wir net auch noch in Neuseeland. Die bunten Seen und dampfenden Löcher wollten wir uns aber nicht entgehen lassen und waren auch bereit uns dafür etwas in die Touristenmaßen zu stürzen. Immerhin konnte man hier so lange rumspazieren wie man möchte und es gab auch keine Uhrzeiten auf die man achten musste. Einzig der Lady – Knox Geysir wird nur einmal am Tag zur Eruption gebracht (häufiger geht einfach auch gar nicht) um 10:30 Uhr. Wussten wir nicht – hatten aber mal wieder Dusel im Gepäck, waren pünktlich da und saßen in der ersten Reihe.

Der lustige Asiate neben uns freute sich so sehr über die Wasserfontäne, dass wir fast Angst hatten, dass das nicht die einzige Eruption war, die in diesem Moment stattgefunden hat. Ein interessantes Schauspiel war es allemal, also der Geysir. Mann muss etwas hineinwerfen, dass die Oberflächenspannung des Wasser auflöst, dadurch vermischen sich kaltes Wasser an der Oberfläche und heißes Wasser weiter unten und es kommt zur Fontäne. Seife würde funktionieren, wäre aber nicht besonders schön für die Umwelt, daher greifen die Betreiber auf andere, organische Mittel zurück. Den Gefangenen, die den Geysir beim Wäsche waschen entdeckt hatten, ist allerdings tatsächlich ein Stück Seife rein gefallen.  Auch ohne die Seife kommt es irgendwann zur Eruption, nur leider lässt sich die nicht so schön auf jeden Tag 10:30 ansetzen.

Danach sind wir alle Wege im Wonderland abgegangen und haben tolle Bilder gemacht bevor wir die weitere Reise Richtung Norden an die Küste zwischen Whakatane und Tauranga angetreten haben.

Und genau jetzt ist es das erste Mal passiert, wir können uns zum ersten Mal nicht daran erinnern, wo wir an diesem Abend übernachtet haben. Den Abend davor und den Abend danach, kein Problem. Aber an diesem einen Abend fehlt uns die Erinnerung. Wahrscheinlich wüssten wir es sofort wieder, wenn wir einen Hinweis hätten aber es existieren keiner Bilder, wahrscheinlich weil das schlechte Wetter seit dem späten Nachmittag wieder da war. Am nächsten morgen ist uns jedoch eine Sache aufgefallen mit der wir noch etwas Ärger haben sollten…

Tag 46 – Pünktlich zu Weihnachten bekommen in Neuseeland die Windschutzscheiben was ab

Dass die Straßen in NZ nicht mit denen in Deutschland zu vergleichen sind, hat sich ja bereits rumgesprochen. Die meisten Highways sind gerade mal zweispurig, normale Straßen können recht eng sein und viele Landstraßen haben keinen festen Fahrbahnbelag sondern sind mal bessere mal schlechtere Schotterpissten. Das heißt die Autos hier müssen einiges aushalten und es hilft vorausschauend zu fahren, um nicht jedes Schlagloch mitzunehmen. Wogegen man allerdings mehr oder minder machtlos ist, sind Steinschläge auf der Windschutzscheibe (jetzt haben alle „Carglass repariert, Carglass tauscht aus“ im Kopf). Wenn ein 40-Tonner auf einer dieser engen Straßen mit 80 bis 100 Sachen an euch vorbei rauscht, braucht es schon Konzentration, um das Lenkrad gerade zu halten. Den folgenden Kieselhagel kann man nur mit zugekniffenen Augen über sich ergehen lassen und hoffen, dass maximal der Lack was abbekommt. Wir hatten bis hierher Glück aber irgendwann an Tag 45 oder morgens an Tag 46 muss es passiert sein. Ein Stein hatte die Scheibe am rechten unteren Rand getroffen und es zog sich ein etwa 12cm langer Sprung von recht unten nach links oben durch die Scheibe. Die Damen im ersten Autoglass laden haben uns ausgelacht, als wir fragten ob man das innerhalb von ein paar Stunden reparieren könnte, kann man schon, allerdings kommen so viele vor uns dran, dass wir bis nächsten Donnerstag (5 Tage + Wochenende) hätten warten müssen. „Es scheint als müsste zu Weihnachten jeder seine Scheibe tauschen lassen“, war der Kommentar den wir zu hören bekamen. Beim nächsten Laden, hatte man uns dann wenigstens bestätigt, dass dieser Schaden nicht zu reparieren ist und die Scheibe getauscht werden müsste und wir das am Besten tun sollten, wenn wir ein paar Tage an einem Ort bleiben.

Wichtiger Tipp:  Wenn Ihr jemals in NZ an diesem Punkt seid, also:

  • Scheibe kann NICHT repariert werden
  • nächster Warrant of Fitness (WOF) steht erst in einiger Zeit an
  • Ihr wollt das Auto nicht verkaufen

Lasst die Scheibe NICHT reparieren, wartet auf jeden Fall bis auf den allerletzten Drücker. Warum? Aufklärung folgt im Bericht von Tag 54.

Wir hatten uns also entschieden, die Scheibe erst wenn wir in Auckland sind und das Auto verkaufen, reparieren zu lassen. Vorher wollten wir uns aber noch die Coromandel Halbinsel anschauen, auch wenn der Zeitplan immer enger wurde. Nächstes Ziel war Tauranga  und der Mount Maunganui.