Tag 30 – Neue Teile für das Beast in der Hauptstadt des Steampunk

Spring halt an…

Nach dem Aufwachen und einem gemütlichen Frühstück auf dem Campingplatz direkt bei den Moreaki Boulders, wollten wir uns auf den Weg ins Inland machen. Lake Tekapo, der für seine außergewöhnlich schönen Sternenhimmel bekannt ist, sollte das nächste Ziel werden. Aber die Rechnung hatten wir wie immer ohne unser wankelmütiges Gefährt gemacht. Der Anlasser hatte schon häufiger nicht gleich beim ersten Versuch reagiert aber nun dreht er sich gar nicht mehr und es klickte nur noch. Auch beim zehnten Versuch tat sich gar nix. Man sollte eben sofort zu Werkstatt, wenn der Anlasser nicht mehr so richtig will aber die Elektronik ohne Probleme arbeitet. Aber jetzt mussten wir die Hütte erstmal wieder zum laufen bekommen sonst wird auch der Weg zur Werkstatt schwierig. Der Campingplatz war leicht abschüssig, sollte zum anschieben reichen – wir standen allerdings, wie hätte es auch anders sein können, fast unten. Glückwunsch, versucht mal eure fahrbare Wohnung den Berg hoch zu schieben. Außer uns war übrigens im Moment sonst kein Mensch zu sehen. Na dann schieben wir die Karre mal den Hügel hoch…ohne dass sie runte rollt, also muss jemand drin sitzen…keine Chance. Viel zu schwer für einen allein auf der feuchten Wiese. In der letzten Verzweiflung bevor wir den ganzen Campingplatz alarmierten haben wir noch einmal versucht ihn zu starten und man glaubt es kaum, die alte Zicke ist angesprungen. Jetzt bloß nicht mehr ausgehen lassen, wer weiß ob er nochmal anspringt. Die nächste Werkstatt war in Omaru, der Hauptstadt des Steampunks. In NZ ist sowieso jedes Kaff die Hauptstadt von irgendetwas – Haupstadt des Brots, Hauptstadt der Forellenzucht, Haupstadt der dämlichen Hauptstädte. Es gibt für alles eine Hauptstadt. Wir waren also in der Haupstadt des Steampunks gelandet.

Zugegeben, es gibt schlechtere Orte in denen man sein Auto zur Werkstatt bringen kann, als ausgerechnet in einer in der an jeder Ecke einen Haufen rostiges Metall zu irgendeiner Art Maschine zusammengebaut ist. Es zeigt doch, dass eine gewisse Affinität zu Handwerk, Metall und Motoren besteht. Das Beast wird zwar nicht mit Dampf betrieben – anhören tut es sich trotzdem manchmal wie eine alte Lokomotive.

Wir haben einen sehr guten Autoelektriker gefunden (der dann übrigens 15 Mal probieren musste, bevor der Anlasser wieder einmal nicht funktioniert hat – soviel zum Thema bloß nicht ausgehen lassen… ). Er meinte bis zum Feierabend hätten sie es repariert. Nicht ganz was wir uns vorgestellt hatten aber besser als erst am nächsten Tag. Als wir die Werkstatt verließen, um irgendwie den Tag in Steampunk Capital zu verbringen haben wir uns dann trotzdem erst mal ordentlich angezickt. Die Einheimischen und anderen Touristen haben sich wahrscheinlich tot gelacht, bei den zwei wütenden Kindern, die da die Hauptstraße hoch und runter gestapft sind. Naja, wer uns kennt der weiß was abgeht. Und mal Hand aufs Herz, wer hat sich auf einer Reise mit seinem Partner noch nicht gestritten? Also wir sehen ja auch viele Paare die hier unterwegs sind und können uns das kichern auch nicht verkneifen, wenn Sie mal wieder beleidigt abzieht oder Er schmollend vor dem TV auf dem Campingplatz sitzt. Schön ist, wenn man sich richtig streiten kann, weil man genau weiß, dass man sich wieder verträgt. So haben wir uns auch in Omaru wieder vertragen und haben nicht unsere Drohungen wahr gemacht und sind gleich einzeln nach Hause geflogen. Wir hatten dann noch ein schönes spätes Mittagessen in einem netten kleinen Restaurant – Steampunk und alle seine Attraktionen haben uns an diesem Tag aber völlig kalt gelassen.

Ab nach Lake Tekapo

Als das Beast wieder flott und die ertragbare Rechnung bezahlt war ging es los über Twizel zum Lake Tekapo.

Wir übernachteten an einem kleinen See auf der Westseite des großen Sees, auf einem kleinen aber viel besuchten Campingplatz, der mit $10 pP. auch noch viel zu teuer war – naja wie auch immer es war spät und wir wollten auch nicht mehr weiter. Und wir taten gut daran da zu bleiben – der Sternenhimmel, den wir an diesem Abend beobachten durften war phänomenal. Das ganze Gebiet ist ein UNESCO Dark Sky Reserve und dementsprechend auch bekannt für seine atemberaubenden Nachthimmel. Das Timing war gut, keine Wolke am Himmel und so konnten wir auch noch ein paar schöne Fotos machen. Ein wirklich schöner Abschluss, eines Reisetages den man sich so eigentlich sparen hätte können. Wenn man sich nicht entmutigen lässt und dem was um einen rum so passiert eine Chance gibt, kann man eigentlich überall und aus fast jeder Situation etwas Schönes mitnehmen. Einen Schnupperkurs als Automechaniker inkl. Italienischem Dinner, neue Freunde mit denen man lachen und trinken kann, wenn draußen die Welt untergeht oder eben den schönsten Sternenhimmel den man jemals gesehen hat an einem Tag an dem sonst eigentlich alles schief gelaufen ist.

Tag 29 – Der Mann der steilen Straße und die Süßkartoffeln vom Kanu Arai-te-uru

Die steilste Straße

9:40 Uhr, Baldwin Street, Dunedin, Südinsel Neuseeland – puh…geschafft und nur zehn Minuten zu spät, die zwei sind ja auch im Urlaub, das werden sie uns ja nicht übel nehmen. Wir hatten noch nicht geparkt, da kamen die zwei angefahren. Also war eigentlich keiner spät dran und die Sonne hat auch schon auf uns gewartet. Tolles Wetter am Fußende der steilsten Straße der Welt.

Wie anstrengend muss es sein, wenn am Tag etliche Touristen vor deiner Haustür vorbeilatschen, Bilder machen, Mitten auf der Straße rumlaufen. „It pisses me off“, entgegnete uns Dave Kernahan, der wohl bekannteste Einwohner dieser Straße (eigentlich wohnt er ums Eck aber er läuft diese Straße mehrmals am Tag hoch und runter) auf diese Frage. „Die Chinesen sind am schlimmsten,“ sagt er. „Die rennen einfach in deinen Garten und haben keinen Respekt vor deinem Besitz aber auch alle anderen Touristen vergessen oft, dass hier ganz normale Menschen wohnen.“ Es ist wohl nicht einfach, mitten auf einer Touristenattraktion zu wohnen, allerdings verdankt Dave ihr auch sehr viel Bekanntheit und darauf ist er auch merklich stolz. Unsere Bekanntschaft scheint er gern gemacht zu haben und schießt sogar Fotos von uns obwohl er das, wie er uns erklärt, schon lange nicht  mehr macht. Wir haben einen netten Plausch mit ihm und freuen uns ebenfalls. Er hat noch einige gute Tipps für unsere nächsten Reisziele auf Lager und so machen wir uns an den Abstieg und freuen uns über diese kuriose Bekanntschaft.

Beim Katiki Point Lighthouse gab es jede Menge Robben, Möwen und einen Gelbaugenpinguin zu bestaunen, zusätzlich zur tollen Aussicht.

Als nächstes haben wir uns die großen runden Felsbrocken in Moeraki angeschaut. Die Maorisstämme in der Nähe glauben daran, dass diese Boulder wie sie genannt werden Überreste der Vorräte des legendären Kanus Ara-te-urus seien, welches viele bekannte Häuptlinge auf die Südinsel gebracht haben soll. Ein toller Fotospot sind sie allemal.

Den restlichen Nachmittag haben wir etwas weiter nördlich am Strand verbracht, nachdem wir von unseren neuen Freunden aus Österreich zu selbstgekochten Mittagessen eingeladen wurden. Das war mega lecker und wir haben uns riesig drüber gefreut. Etwas später hieß es dann Abschied nehmen, da die beiden nach Christchurch zurück mussten und wir noch eine Runde durchs Inland machen wollten und die schönen Seen dort erkunden.

Doch vorher sollte uns das Beast mal wieder etwas beschäftigen. Wie genau erfahrt ihr im nächsten Post.

Tag 28 – Dunedin – Schokolade, Geschichte & Bier

1848 erreichten die ersten 347 schottischen Siedler die Ostküste der Südinsel, um New Edinburgh zu Gründen. Dunedin ist die englische Schreibweise des gälischen Namens für das schottische Edinburgh. Schnell wurde die Stadt zum wichtigsten Handelsplatz im Süden Neuseelands. Vor allem die Hoffnung auf Reichtum durch einen großen Goldfund ließ Glücksritter aus der ganzen Welt über Dunedin nach Neuseeland einreisen.  Wirtschaftlich verlor die Stadt im 20. Jahrhundert jedoch viel von Ihrer Bedeutung, für Touristen aber ist sie ein Muss und hat einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Auch als Studentenstadt hat sich Dunedin einen Namen gemacht.

Nachdem wir die Nacht in unserer kleinen Hütte inkl. Heizlüfter verbracht hatten und in einem richtigen Bett schlafen konnten, waren wir voller Tatendrang und wollten die Stadt entdecken. Als erstes ging es zu Cadbury World, einer Führung durch die Fabrik des Schokoladenherstellers Cadbury in Dunedin, deren Geschichte bis ins Jahr 1868 zurückreicht. Es war eine unterhaltsame Tour, bei der wir jede Menge Süßes probieren durften und einiges über das produzieren von Schokolade gelernt haben. Leider auch, dass Shareholdervalue auch oder vielleicht gerade bei Konsumprodukten wie Schokolade die Richtung vorgibt. Mondelez, der frühere Kraft Foods Konzern, zu dem Cadbury gehört, möchte die Produktion in der Region zentralisieren und zwar in Australien. Deshalb müssen sich die 400 Beschäftigten, die in Stoßzeiten auf bis zu 600 aufgestockt werden bald einen neuen Arbeitsplatz suchen. Obwohl die Fabrik sehr proftiabel ist und etwa 40 Mio. Tonnen von Chocolate Crump (ein Vorprodukt der Schokoladenherstellung) erzeugt. Bisher ist noch völlig unklar, wo diese Menge in Zukunft hergestellt werden soll, jedenfalls nicht mehr in Dunedin. Ein großer Verlust für Dunedin und dessen Wirtschaftslandkarte.

Bei der Führung wurde uns noch von einem Event berichtet, der irgendwie typisch für dieses Land ist und einfach nur nach Neuseeland passt. Im Juli findet in Dunedin, auf der Baldwin Street – der steilsten Straße der Welt, ein besonderes Wettrennen statt. Das Cadbury Jaffa Race. Für einen guten Zweck werden hier 75.000 (!) Jaffakugeln die Straße runtergerollt. Action garantiert. Wenn man auf eine der Kugeln gewettet hat, muss man nur noch hoffen, dass sich keins der Kids genau die Nummer gezockt hat und noch vor dem Start verschwinden lässt.

Nach der Führung und dem obligatorischen Einkauf im Schokoladenshop, ging es ins Museum von Dunedin. Und zwar in das für Siedlungsgeschichte. Eine toll gestaltete Ausstellung über die Geschichte der Besiedlung Neuseelands und Otagos von den Maori bis Heute. Und das ganze kostenlos. Interessant und vielseitig und eigentlich schon fast zu weitreichend, um mal schnell durch zu hüpfen.

Nach einer Stärkung in einer Bar am Octagon, dem achteckigen Platz im Zentrum Dunedins, ging es zu Speight’s Brewery (!). Für Frank natürlich ein absolutes Highlight :-). Wir kamen gerade noch rechtzeitig, um uns der letzten Tour des Tages anzuschließen, also eigentlich fünf Minuten zu spät aber wir sind hier in Neuseeland – da wird improvisiert und es wurde  überhaupt nicht in Frage gestellt, ob wir noch mit können. So standen wir nur einige Augenblicke später im Aufzug und konnten das Malz und den Hopfen riechen die ihr feines Aroma durch das ganze Gebäude verströmten. Die Verköstigung, natürlich der krönende Abschluss jeder Brauereiführung ließ dann auch nur eine Stunde auf sich warten. Es durfte fröhlich selbst gezapft und alles probiert werden, was das Sortiment zu bieten hat. Sogar an einem Kölsch haben sich die Kiwis versucht. Unsere Favoriten waren das Summit Lager, das Pils und das klassische Golden Ale aber auch das Dunkle, das IPA und das Cider haben geschmeckt. Beim Bier probieren haben wir dann noch ein super nettes Pärchen aus Tirol kennengelernt (Liebe Grüße, wir hoffen der Schnee zuhause hat euch nicht zu kalt erwischt!) und sind mit den beiden ins Brauerei Pub ums Eck, um noch ein paar weitere Pitcher vom guten Gerstensaft zu probieren. Bevor das Taxi uns dann nach Hause gebracht hat, haben wir uns noch für den nächsten Morgen um 9:30Uhr an der Baldwin Street verabredet. Alle vier waren gespannt darauf ob wir pünktlich aus dem Bett kommen. Davon mehr beim nächsten Mal.

Liebe Grüße,

Jessi und Frank

Tag 24 – 27 Regenwald heißt Regenwald, weil’s regnet halt…

Die Route an der Südküste

Wir sind auf unserer Reise entlang der Südküste an tollen Orten mit Seelöwen, Pinguinen, Urwald, Leuchttürmen, Wasserfällen und einer absolut verrückten interaktiven Kunstausstellung vorbeigekommen. Es kam auch hin und wieder die Sonne raus. Aber was uns auch im Gedächtnis bleiben wird sind eisiger Wind, viel Regen und kalte Nächte im Van, sowie das ständige Hoffen, dass das Wetter etwas Erbarmen mit uns hat. Letztlich möchten wir nicht missen die südlichsten Orte Neuseelands besucht zu haben, aber wir waren froh, als in Dunedin der Wetterbericht für den nächsten Tag, keinen Regen und keinen Wind angesagt hat und der Ausblick auf unserer weitere Route freundlich und warm ausgefallen ist.

Tag 24 – Curio Bay

Aber jetzt nochmal im Detail: Auf dem Campingplatz in Riverton hatten wir ein Paar aus Zürich und eins aus München kennengelernt. Unsere Wege hatten sich tatsächlich gekreuzt, da auch sie wie viele andere die Route in die andere Richtung unterwegs waren. Es war ein netter Abend und wir saßen bis zum netten aber bestimmten Rauswurf aus den Gemeinschaftsräumen vor dem Kamin und haben, wie es so Gang und Gebe ist, wenn man sich beim Reisen über den Weg läuft, Tipps und Erfahrungen ausgetauscht. Die vier wollten weiter nach Milford Sound, welches wir auf halbem Weg doch nicht mehr besucht hatten. Etwas wehmütig mussten wir später zur Kenntnis nehmen, dass sie Rangi, den Himmelsvater der Maori, komplett auf ihrer Seite hatten und mit reichlich Sonne ausgestattet wurden. Falls Ihr das lest, wir hoffen ihr hattet und habt eine tolle Zeit und habt es ein bisschen für uns nachgeholt.

Wir wollten aber nicht zurück schauen und so nahmen wir uns den Tipp zu Herzen, nach Curio Bay zu fahren, zu einem schönen Campingplatz mit Surfspot und Lookout für Gelbaugenpiguine. Auf dem Weg dorthin haben wir an Bluffpoint, direkt gegenüber von Stuart Island, dem südlichsten und  eigentlich doch nicht südlichsten Punkt Neuseelands halt gemacht. Hier kam etwas die Sonne raus und wir konnten ein paar schöne Bilder machen. Der südlichste Punkt ist übrigens, um ein paar Kilometer Sterling Point. Die Fahrt dorthin haben wir uns und dem Beast aber, ob der ungemütlichen Straße und des schlechten Wetters erspart und sind weiter zum Waipapa Point Lighthouse gefahren. Der soll schwer zu umrunden sein, sagten die anderen uns. Sie hatten vollkommen recht, der Wind hat wahnsinnige geblasen und tut das dort, wenn man sich die Bäume anschaut wohl sehr häufig. Wir haben es trotzdem gewagt und geschafft und wurden auch noch mit unserer ersten Robbensichtung belohnt. Der große Kerl lag einfach so neben uns im Gras, als wir auf dem Rückweg waren. Frank wäre einfach dran vorbeigelatscht, wenn Jessi nichts gesagt hätte. Auch auf dem Campingplatz war es sehr windig und beim Pinguine beobachten hat es wieder geregnet, trotzdem haben wir einen gesehen und auf dem fossilen Wald noch einige schöne Bilder von der Bucht bei diesem verrückten Wetter gemacht.

Tag 25 – Wasserfälle und ein gestrandeter Gypsy

Am nächsten Tag haben wir die McLean Wasserfälle und die Punaikaiki Wasserfälle besucht und sind zwischen drin bei einem coolen Künstler gelandet. „The Lost Gypsy Gallery“ befindet sich direkt an der Hauptstraße und weckt mit den vielen rostigen Skulpturen und Figuren sofort die Neugier von jedem der vorbeifährt. So auch bei uns. Als erstes ging es umsonst in den grünen Bus. Hier befinden sich lauter kleine Knöpfe und Kurbeln, die Lampen zum Glühen, Lautsprecher zum singen oder kleine Figuren an Drahtgestellen zum fliegen bringen. Man kann einen kleine Modelleisenbahn starten, die einmal durch den Bus fährt und dabei selbst einige der kleinen Maschinen in Gang setzt. Man steht nur mit offenem Mund da und denkt sich: „Wer hat soviel tolle Ideen und ist so kreativ und wie viele tausende Stunden Arbeit müssen darin stecken?“ Wir haben uns über jeden neuen Knopf und Hebel gefreut, den wir gefunden haben und uns alle gegenseitig vorgeführt. Wie kleine Kinder sind wir beinahe eine Stunde durch den Bus gehüpft. Alles ist mit viel Humor und lustigen Sprüchen und Witzen versehen und eigentlich nichts für Kinder aber jeder Erwachsene der dort hineingeht, wird sofort wieder zum Kind. Dann haben wir mit der jungen Schwedin gesprochen, die uns das Eintrittsgeld für das Theatre abgenommen hat, wo es noch mehr und größere Maschinen und Appreturen geben sollte. Sie war seit fünf Tagen da und meinte sie  finde ständig neue Details im Bus. Nur durch Zufall ist sie so lange dort geblieben. Der Künstler, Blair, musste zu einem „Meeting“ und hatte niemanden der auf die Gallery und das Theater aufpasst. Die kleine Blondine war zufällig da und Blair meinte vorher schon ihm würden ihre Socken gefallen…da sie keine Eile hatte wegzukommen, hatte sie den Job. Jeder andere Art eine Vorstellungsgesprächs und eine Jobvergabe hätte einfach nicht an diesen Ort gepasst. Wir schauten uns die weiteren Kunstwerk an und hatten noch eine weitere Stunde einen Riesenspaß. Falls Ihr jemals hier vorbeikommt, nehmt euch die Zeit, es lohnt sich!

Tag 26 & 27- Nugget Point und Kaka Point und dann im Regen nach Dunedin

Am Nächsten Tag ging die Fahrt weiter nach Osten an der Küste entlang. Wir haben den wunderschönen Nugget Point samt Leuchtturm besucht und auch Kaka Point und die Cannibal Cove waren wirklich schön. Im Gras von Cannibal Cove gab es mal wieder einen ganz schön große Robbe aus der Nähe. Als der Riesen Kerl sich auf einmal bewegt haben wir erstmal wieder Sicherheitsabstand eingenommen. Bevor wir zurück auf unseren Campingplatz bei Kaka Point sind haben wir noch in Balclutha unserer Vorräte aufgefüllt. Dabei hatten wir das Glück einen kompletten Parkplatz voller schöner Oldtimer zu finden, die an der South Otago Oldtimer Rallye teilgenommen haben. Grundsätzlich sieht man in Neuseeland sehr viele schöne alte Autos aber hier hatten wir gleich 30 Stück auf einem Platz und es wurden immer mehr. Teilweise hatten sich die älteren Damen mit den passenden Farben zu ihren Autos eingekleidet und ratschten miteinander während strickten, ein großartiges Bild.

Tags drauf war es nur verregnet und wir fuhren nach Dunedin was nun das Ende unserer Reise an der Südküste besiegelte. Wir nahmen uns mal zwei Nächte einen Auszieht vom schlafen im Campern und gönnten uns eine kleine Cabin auf dem Campingplatz inkl. Heizlüfter.

Tag 21 – 23 Der Weg in den Süden

Tag 21 –  Reifen Reparatur und dann ab in den Süden

Der letzte Abend in Queenstown hat mit einem der bekanntesten Burger in Neuseeland begonnen. Fergburger ist eine Institution. Hier steht immer eine lange Schlange und man muss teilweise recht lange warten, obwohl hier acht Jungs Burger braten, pausenlos und prozessoptimiert. Wir kamen hier eher zufällig vorbei, auf der Suche nach unseren Jetboat Freunden aus Auckland, die noch in der Stadt unterwegs waren. Wir nutzten es aus, dass die Schlange recht kurz war und so hatten wir nach etwa 15 Minuten und einem Glas Speights (übrigens Franks Lieblingsbier in Neuseeland) einen richtig, richtig, richtig guten Burger.

 

Nach dem Burger erreichte uns die Nachricht, wo unsere Kumpanen steckten und so standen wir wenig später mit Rum Cola an der Bar des Cowboy’s. Wir hatten einen sehr lustigen Abend, nur leider war der mechanische Bulle defekt….vielleicht auch zum Glück, wer weiß. Wir bekamen von allen Einladungen, falls wir eine Übernachtungsmöglichkeit bräuchten und wir freuen uns schon drauf vorbeizuschauen. Da wir unseren Aufenthalt in NZ  wie erwartet etwas verlängern werden, haben wir vielleicht auch die Chance Baden bei seinem zweiten Saisonrennen anzufeuern (am 2.12. in Waiarapa)

Am nächsten morgen, war der rechte Vorderreifen wieder ziemlich platt aber zum Glück die Tankstellen nur 200m den Berg hoch und der Reifenhändler 1km die Straße runter. 45 Minuten, 2x Avocadotoast, 1x Long Black, 1x Flat White (with one extra shot ) und$40 Dollar später waren rechter Vorderreifen und Ersatzrad wieder geflickt und es konnte weiter gehen. Bevor wir nach nach Te Anau, dem Tor zum Milford und Doubtful Sound fuhren machten wir noch einen kleinen Abstecher zum nördlichsten Punktes des Lake Wakatipu – Glenorchy. Ein wenig Drohnen fliegen und einen kleinen Lunch im GYC Café und weiter ging es nach Süden. Wir freuten uns auf eine spannende Kayak Tour im Fjord. Wir hatten mal wieder keine Ahnung was uns erwarten würde.

 

Tag 22 – Ach wie schön wäre doch Fidschi

Wir hatten eigentlich geplant weiter nach Milford Sound zu fahren aber es gab Unwetter-, Regen-, Sturm- und sogar Schneewarnungen. Schneeketten sollten wir mitnehmen hat man uns gesagt. SCHNEEKETTEN!!! Wo sollen wir den bitte Schneeketten herhaben? Mit dem Beast und seinen Reifen kommen wir nicht mal aus einer feuchten Wiese (zum Glück helfen einem andere nette Camper immer anschieben, ohne dabei zuerst an die Sauberkeit ihrer Hosen zu denken). Definitiv wollten wir nicht am letzten Zipfel dieser verregneten wilden Landschaft festsitzen oder gar noch eine Panne riskieren. Wir entschieden uns daher für etwas vermeintlich Wetter unabhängiges: eine Glühwürmchenhöhle. Es ging mit dem Boot auf die andere Seite des Lake Te Anau, der übrigens der zweitgrößte See Neuseelands ist. Er ist im Durchschnitt etwa 200m und an der tiefsten Stelle sogar 400m tief. Angekommen, ging es nach einer Einführung, in kleinen Gruppen in die Höhle. Die Glowworms sind tatsächlich Würmer, im Gegensatz zu den kleinen Käfern, die im Juni im Englischen Garten bei Ihrem Liebesspiel mit dem leuchtenden Hinterteil wackeln. Sie arbeiten zusammen und immitieren mit ihrem Leuchten den Sternenhimmel. Darauf fallen Sandflies, Motten und andere Insekten rein und verfangen sich in den kleinen Fäden die der Wurm gesponnen hat und die senkrecht von seinem Platz aus nach unten hängen. Einmal drin gibt es kein entrinnen und die Beute wird ausgesaugt. Der Wurm hat als Vorstufe zu einer Fliege keine andere Aufgabe, als zu fressen, zu fressen und zu fressen . Ganz nebenbei schafft er es noch eine unglaublich faszinierende und romantische Stimmung in so einer Höhle zu erzeugen. Wärend man auf einem kleinen Boot unter den Würmern über den unterirdischen See gleitet kommt man ins Staunen, sollte dabei aber den Mund nicht offen stehen lassen, sonst könnt es sein daß einem die Reste der letzten Glühwurm Mahlzeit in den selbigen fallen.

Zurück aus der Höhle und wieder auf dem Campingplatz hatte der Regen leider weiter kein Erbarmen. Das schlechte Wetter, das uns jetzt schon seit Haast im Genick saß nervte gewaltig.

Das sagt einem übrigens keiner. Was ich meine? Das es in diesem Land unsagbar viel regnet…ständig… immer. Das sieht man aber in keiner Broschüre und auf keinem Instagrambildchen. Wisst ihr wie viel es in Hamburg regnet im Jahr, so im Durschnitt? So 770mm. Ganz schön viel oder? Hier sind es 6600mm!!! Nein, ich hab mich nicht um eine Null vertippt, es ist fast das zehnfache an Niederschlag. Und ich glaube Niederschlag heißt so, weil es einen mit der Zeit nieder schlägt, die Laune, die Motivation und den Tatendrang. Der Niederschlag selbst wäre ja nicht so schlimm aber es ist halt auch immer saukalt dazu….Wenn mann sich mal von seinen Erwartungen und den bunten Bildchen frei macht, ist das ja auch ganz logisch. Hier ist es so grün und die Vegetation so stark und vielfältig, wo sollte das den alles herkommen ohne den ganzen Regen. Ohne den würde es aussehen wie in Australien. Oz hat genau das an Regen zu wenig abbekommen, was es hier zu viel gibt. Vielleicht bin ich jetzt aber auch einfach für einen Moment von meinem inneren Hermann the German übermannt worden und reg‘ mich übers Wetter auf, weil man es als Deutscher halt so macht. Freut euch schon mal auf den Bericht aus Sydney im Dezember, wenn ihr frierend unterm Tannenbaum sitzt. Sehr lange Rede kurzer Sinn, wir brauchten etwas um die Laune anzuheben, also haben wir bei enschlägigen Internetseiten mal geschaut, wie die Preise für nette Unterkünfte auf Fidschi im Dezember sind. Die waren sehr annehmbar, also gehts am 13. Dezember los und am 25. Dezember weiter nach Sydney. Der Gedanke an Strände, warmes Meerwasser und kühle Cocktails ließ uns einschlafen, sodass wir den Regen gar nicht mehr hörten….

Tag 23 – Stummer Regen

…Moment, den Regen nicht mehr hörten? Kennt ihr das? Wenn es regnet ist alles laut und aufgewühlt, der Regen prasselt auf das Dach und kann je nachdem auch mal vieles Übertönen. Wenn es aufhört zu regnen, wird alles wieder etwas ruhiger, meist kommt die Sonne raus und man hört ein paar Vögelchen und hier und da tropft und gluckert es vor sich hin, wegen dem ablaufenden Wasser. Aber es gibt noch ein Wetter bei dem alles ganz leise und ruhig wird und das alle Geräusche erstickt und abdämpft. Wenn man in einem Auto liegt und schläft kann man richtige spüren wie der Schnee sich um das Äußere des Fahrzeugs legt und man ist wie in Watte gepackt. Aber wenn man dann am nächsten Morgaen aufwacht und aus dem Fenster schaut und sieht, dass alles weiß ist denkte man nur: FUCK!

   

Naja, was soll mann da machen? Die Straße nach Milford Sound war gesperrt und der Wetterbericht nicht besonders vielversprechend…wir waren durch mit diesem Flecken Erde und wollten weiter Richtung Süden. Wir hatten uns eine schöne Route bis nach Riverton, in der Nähe von Innvercargill ausgesucht. Auf dem Weg dorthin sind wir noch mal auf eigene Faust in ein Höhle geklettert und haben einige Glühwürmchen gesehen und an einigen schönen Aussichtsplätzen halt gemacht.

Das Wetter wird auch wieder besser, spätestens auf Fidschi ;-P

Liebe Grüße,

Jessi & Frank

Tag 16 – 20 Die Reise nach Queenstown

Hokitika

Um unser Auto langsam wieder an die Straße ran zu führen, fuhren wir nur etwa 40km nach Süden, nach Hokitika. Dort haben wir erstmal am Strand unsere sieben Sachen etwas geordnet, die wild im Van rumflogen. Danach haben wir etwas eingekauft und sind zu unserem Campingplatz am Lake Mahinapua gefahren. Direkt an dem kleinen See gelegen gab es für die $13 pp/pn nicht viel geboten ausser einer Toilette. Nach den Tagen im Hotel war es schön wieder draußen und unterwegs zu sein. An diesem Abend haben wir auch das erste Mal mit unserem Gaskocher das Essen zubereitet. Wenn man alle kleinen Gummidichtungen einsetzt kommt auch kein Gas irgendwo neben raus :-). Außerdem hatten wir tierische Unterhaltung beim Abendessen, durch einen kleinen aufdringlichen und überhaupt nicht ängstlichen Weka. Der Weka ist ein hühnerähnlicher flügelloser Vogel, den man in Neuseeland sehr häufig antrifft. Der Sage nach hat ein Maori-Gott ihm die Flügel genommen, weil er sich geweigert hatte für ihn Nachrichten zu überbringen.

Nachdem der Vogel sich doch bereit erklärte den Kurier zu spielen, hatte der Gott trotzdem kein Einsehen, lediglich seine flinken Beine hat er Ihm gelassen. Unser freches Exemplar hat die Reste aus unserer Pfanne stibitzt. 

The Hokitika Gorge

Am nächsten Tag schauten wir uns noch die Schlucht in der Nähe an. Hier gibt es eine Hängebrücke über den Hokitika River, dessen Wasser an dieser Stelle in kräftigem Türkis darunter hindurchfließt. Es passen nur sechs Leute drauf, daher war es schwierig mal fünf Sekunden eine freie Brücke für ein Foto zu bekommen. Geduld war angesagt, auch weil nicht alle Touristen so viel Rücksicht nahmen, die Brücke zügig wieder frei zu machen. Zum Glück war es etwas bewölkt und der Andrang übersichtlich und gleichzeitig das Licht für die Bilder richtig gut.

Jetsprint in Wanaka

Unser Weg führte uns nun weiter nach Süden über bzw. am Franz Josef Gletscher vorbei, zur Stadt die nach dem Namensgeber des Gletschers benannt ist, dem deutschen Geologen und Naturforscher Julius von Haast. In Haast gibt es nicht viel, noch nicht einmal Mobilfunknetz sowie die 200km davor auch schon nicht. Es wurde bereits dunkel und so mieten wir uns in einem der beiden Motorparks ein. Beim Kochen machten wir die Bekanntschaft von zwei Jungs aus Münster. Die hatten ähnliche Ziele angesteuert und so plauderten wie ein wenig über unsere bisherigen Reisen. Bald darauf fuhr ein riesiges Wohnmobil auf den Parkplatz. Auf dem Anhänger sah man ein Jetboat und die bunte Rennlackierung unter der Plane hervorblitzen. Zu diesem Zeitpunkt haben wir uns daraus noch nichts gemacht, große Wohnmobile und Bootsanhänger sieht man hier ja sehr häufig. Wenig später quatschten uns die drei Insassen an, während sie kochten, lachten und tranken. Wir fingen eine lustige Unterhaltung über alles mögliche an, teilten bald die Getränke und erfuhren, dass sie auf dem Weg nach Wanaka zu einem Jetsprint-Rennen waren und einer von Ihnen, Baden Grey, der Pilot des Bootes sei. Die Jungs, die alle zwischen 45 und 55 waren, hatten genau unseren Humor und wir lachten und tranken bis spät in die Nacht. Das Rennen sollte in zwei Tagen stattfinden und sie sagten wir sollten doch vorbeikommen. Da wir noch keine Pläne hatten und es sich spannend anhörte, zogen wir es in Erwägung.

Alle fuhren am nächsten Tag weiter nach Wanaka – wir machten noch halt an einer weitern Hängebrücke mit blauem Wasser, es regnete aus Kübeln und die 15 Minuten runter und wieder hoch zur Straße sorgten dafür, dass wir so richtig schön durchnäßt waren und keine Lust auf weitere Aktivitäten an diesem Tag hatten. Wir suchten uns in Wanaka einen netten Campingplatz zum Wäsche waschen, Duschen, kochen usw. und ließen den Abend ruhig ausklingen.

Am nächsten morgen entschieden wir uns, zum Rennen zu fahren und das sollte sich lohnen. Aber seht selbst:

Diese kleinen Boote haben richtig Power und machen mächtig Lärm mit ihren V8 Motoren und ca. 1000 – 1400 PS. Richtig geile Verantsaltung. Im Video ist übrigens unser Freund Baden zu sehen, der leider keinen guten Tag erwischte und die Qualifikation nicht überstanden hat.

Es wurde langsam kalt und fing an zu Regnen, also machten wir uns auf den Weg nach Queenstown. Auch das war wieder eine tolle Fahrt durch eine tolle Landschaft, die Sonne kam noch ein letztes Mal für uns heraus, bevor die Strecke heute im Schnee(!) versunken ist. An unserem Ziel angekommen mussten wir leider feststellen, dass unser Beast an einem Reifen Luft verliert. Da mal wieder Wochenende ist, lässt sich daran bis Montagmorgen nichts mehr machen. Da es nun seit 24h mit nur winzigen Unterbrechungen regnet und kalt ist, blieben wir den Sonntag auf dem Campingplatz und auch unsere Freunde mit dem Jetboat kamen hier gerade an und werden uns morgen früh schnell mit dem Reifen helfen bevor sie die Heimreise antreten. Wir hoffen, dass das Wetter doch noch etwas besser wird und wir nach Milford Sound können, um die tolle Landschaft des Fjordlands zu erkunden.

Hier noch mal die Route die wir bisher zurück gelegt haben zur besseren Orientierung:

Liebe Grüße,

Jessi & Frank

Tag 11 – 15 Als das Beast zur Bitch wurde

GO WEST!

Wir hatten uns mit etwas Entspannung, Surfen, Einkaufen und einem kleinen Shooting auf dem Aussichtspunkt von Kaikoura verabschiedet. Maui, eine Heldenfigur aus der Mythologie der Maori hat sich der Sage nach übrigens mit seinem Fuß an dieser wunderschönen Halbinsel festgehalten, als er die komplette Nordinsel aus dem Pazifik gezogen hat.

Die Reise sollte uns jetzt einmal von Osten nach Westen über die Südinsel führen, auf dem NZ State Highway #7 mit dem Lewis Pass  über die Southern Alps nach Greymouth, die mit ca. 12.000 Einwohnern größte Stadt an der Westküste. Da hatten wir noch keine Ahnung, wie viele Eindrücke wir von diesem kleinen Städtchen sammeln sollten. Die Sonne schien, die Wiesen war grün und voll mit Schafen und Kühen, alles wie immer und wir rollten fröhlich Richtung Westen.

Noch 20km bis Greymouth – ein Knall und Rauch

Wie der genaue Ablauf der Ereignisse war, ist etwas schwierig wieder zu geben aber versuchen wir es: Der Thermostat zeigte normale Temperatur aber irgendwie hatten wir das Gefühl, dass mit dem Auto etwas nicht stimmte. Wir hielten an einem kleinen Parkplatz und schauten in den Motorraum. Da wurde uns sofort unser Fehler #1 bewusst, der aus Untätigkeit bestanden hatte. Wir wussten, dass der Kühler ein kleines Leck hatte und anstatt diesen sofort tauschen zu lassen, dachten wir dieses Leck mit etwas Leak Stop abgedichtet zu haben – dieses braune Gebräu hatte sich nun mit dem Kühlwasser im ganzen Motorraum verteilt und es zischte und dampfte und Jessi wurde etwas panisch als sie den Dampf und Rauch sah, der unter der Sitzbank hervorquoll.  Fehler #2 war, mit dem Wissen über das Leck vor unserer Abfahrt das Kühlwasser nicht zu kontrollieren. Könnten wir wohl mit Nachfüllen des Kühlwassers die 20km nach Greymouth schaffen? Abkühlen lassen – Nachfüllen – Abwarten –  Motor starten – und das gesamte Kühlwasser ergoß sich über die Straße. Dieses Beast würde aus eigener Kraft heute nirgends mehr hinfahren. Oder doch?

Frank rief den Pannenservice des neuseeländischen ADACs an. „Abschleppen? kein Problem! Kein Mitglied? Hm dann $200 + Extra Fee! Nicht aus Neuseeland? Dann macht das keinen Sinn mit Mitgliedschaft ich verbinde sie zum Abschleppdienst.“ Nach etwas längerem Rätselraten und Erklären, verstand der junge Mann wo wir sind und sagte er wäre 90min entfernt. Wir hatten verstanden, er kommt trotzdem. Nach 2h war uns klar, der kommt heute nicht mehr. Es wurde langsam dunkel und wir begingen Fehler #3. Mit letzter Verzweiflung starteten wir das Beast nochmal und plötzlich sprang er an. Hoffnung keimte auf. Die 20km schaffen wir noch…ein Knall, Motor aus, Finito, Ende, das war’s, die Nerven liegen blank.

Wir müssen abgeschleppt werden, sonst kommen wir da heute Nacht nicht weg. Ein erneuter Anruf bei der nächsten Straßen-Hilfe-Road-Side-Support-Super-Company. Eine sehr herzliche Dame verband Frank zu einem lustigen Neuseeländer, der gerade gelangweilt vor dem Polizeifunk saß und seinen Samstagabend Kaffee schlürfte. Während wir auf Ihn warteten hielt ein gruseliger Pick-up neben uns, der aus einem schlechten Splater-Horror Streifen hätte stammen können. Das Fenster ging auf und ein überdrehter, etwa dreißig jähriger Hillbilly schrie uns förmlich an: „Aaaaah youuu ooooooariiiiieeeeght?“ was so viel bedeuten sollte, wie „Braucht Ihr Hilfe?“. Sein Nebenmann grinste uns dabei mit seinem übrig geblieben Zahn, durch seinen grauen ZZ Top Gedächtnis Bart an. Etwas perplex erklärten wir, dass wir jede Minute abgeschleppt werden, was die beiden beruhigt und fröhlich davon fahren ließ. Wir schauten uns an und konnten uns vor lachen kaum halten. Zwanzig Minuten später, es war inzwischen dunkel, tauchte Joe auf, machte ein paar Witze, um uns aufzuheitern, zog das Beast auf die Ladefläche (die Töne die es dabei von sich gab, als es an der Winde hing, haben uns alle drei geschmerzt) und fuhr mit uns nach Greymouth. Und natürlich nicht ohne uns eine gratis Rundfahrt durch die Stadt zu geben und uns die örtlichen Fastfood Restaurants und öffentliche Toiletten zu zeigen. Am Ende lieferte er uns vor einer kleinen Werkstatt ab die direkt an einen kleinen Reifenservice grenzte und irgendwie dazugehörte. Oder auch nicht, wir wussten es nicht genau aber direkt daneben, lag das Union Hotel, welches wir uns als Bleibe für die nächsten 2 Nächte ausgesucht hatten. Am Sonntag war die Werkstatt natürlich geschlossen und wir hofften am Montag könnte man den Schaden reparieren und wir hätten nicht viel Zeit verloren. Wir hatten mal wieder keine Ahnung was uns erwartete.

Grumpy Harry und das Beast

Den Sonntag verbrachten wir damit, uns auf zwei Beinen das Örtchen anzuschauen und einfach Zeit tot zu schlagen. Greymouth ist keine sehr wohlhabende Gemeinde, hier leben einfache Leute und auch von den Touristen wird das Örtchen relativ schnell wieder verlassen. Das wünschten wir uns auch, mussten uns aber mit der Situation arrangieren. Immerhin fanden wir drei nette kleine Restaurants, die wirklich gutes Essen machten, sodass es wenigstens etwas gab, auf das wir uns während der Zeit hier freuen konnten.  Am Abend trafen wir in der Hotelbar Theodor, kurz Ted genannt, die etwa 10kg (keine Übertreibung!) schwere, riesige und extrem verschmuste Katze des Hotelbesitzers. Auch er half unsere Laune wieder etwas zu verbessern.

Am Montag morgen war es dann soweit, nach einem leckeren Frühstück in Maggie’s Kitchen (Falls es euch doch einmal hierher verschlägt, müsst Ihr dort hingehen!), waren wir in der Werkstatt, um den Mechaniker zu treffen, der wie man uns sagte Harry hieß. Als wir ankamen feixten die Angestellten des Reifenladens schon und konnten sich einige Späßchen bzgl. unserer Situation nicht verkneifen. Auch auf unser Zusammentreffen mit Harry waren sie gespannt. Als er kam, ließen wir ihn erstmal hineingehen, um ihn an diesem Montagmorgen nicht sofort zu überfallen. Aber es hatte ja keinen Sinn, unser Beast würde nur mit Hilfe eines Profis wieder auf die Straße kommen. „Hi, good morning, are you Harry?“ – „On good days I am, on other days I’m just grumpy„ Entgegneter er uns und man konnte ihm ansehen, dass er die Frage lieber komplett verneint hätte. Eine alte kaputte Karre und zwei gestrandete Deutsche waren nicht  das, was er sich unter einem angenehmen Montagmorgen vorgestellt hatte. Die anderen hatten schnell das Weite gesucht und gingen ihrer Arbeit nach. Harry ist, wie wir später auch noch erfahren durften aber ein herzensguter Mensch und hat sich trotz allem sofort daran gemacht uns zu helfen, wahrscheinlich auch damit unsere Karre schnell wieder aus dem Hof verschwindet. Schuldbewusst half ihm Frank so gut er konnte. Es dauert zwei Stunden und bedurfte der kompletten Erfahrung eines kurz vor der Rente stehenden Mechanikers, um dem Beast wieder gewohnte Töne zu entlocken. Aber Harry hatte Sorgenfalten im Gesicht. Er wollte uns nicht zu viel Hoffnung machen. Was wir wussten war, der Kühler musste raus und die Auspuffdichtung ebenfalls gewechselt werden, ob das jedoch den Motor retten konnte, wussten wir nicht. Den Kühler mussten wir bestellen und er sollte am nächsten Tag da sein. Frank bot sich an den Alten auszubauen und die Dichtung zu wechseln. Harry war darüber sichtlich erfreut, da er eigentlich keine Zeit dafür hatte und auch auf die mühselige Arbeit im Dreck nicht scharf war. Für uns bedeutete es, dass wir einiges an Geld sparen konnten, wenn wir uns selbst die Finger schmutzig machten. Um 17:00 war alles erledigt und Harry war sichtlich beeindruckt von der Arbeit seines neuen Lehrlings. Frank und er hatten sich den Tag über sehr gut miteinander verstanden und Harry hatte davon erzählt wie er vor einigen Jahren, Europa und auch Deutschland besucht hatte. Als er Ihn fragte ob er noch auf ein Bier an die Hotelbar mitkommen wollte, verneinte Harry aber er lud uns Beide zu sich nach Hause auf ein Bier ein. Er wohnt nur etwa 2km von der Werkstatt entfernt und zeigte uns als wir ankamen als erstes sein kleines Speedboat Baujahr 1965, dass er vor kurzem erworben hatte. Er bat uns in sein gemütliches Zuhause und erzählte uns, wie er, was umgebaut hatte und hatte einige Ankedoten davon zu erzählen. Wir tranken Bier und Wein und Harry lud uns ein zum Abendessen zu bleiben. Es entstand eine Diskussion darüber, ob Spaghetti Carbonara wohl mit Sahne oder nur Olivenöl richtig zubereitet würden. Harry berief sich auf das Rezept seines italienischen Freundes Nino, der ihm bei einem Besuch beigebracht hatte sie zu kochen. Wir lachten den ganzen Abend und genoßen die wunderbare Zeit. Genau diese nicht planbaren Momente und Begegnungen sind es, für die wir uns auf den Weg gemacht haben. Glücklich liefen wir durch das dunkle Greymouth nach Hause ins Hotel und gingen nicht ins Bett, ohne an der Hotelbar Ted noch einige Streicheleinheiten zu verpassen. Würden wir uns in einem klassischen Drama befinden, wären wir hier am Höhepunkt unsere Geschichte angekommen. Das retardierende Moment folgte auf dem Fuße aber ob das Stück am Ende als Tragödie oder Komödie ausgehen sollte wussten wir nicht.

Kein neuer Kühler – Heute

Am nächsten morgen war Frank voller Tatendrang um 8:30 in der Werkstatt aber als Harry vom Händler wiederkam hatte er schlechte Laune. Es gab keinen Kühler für uns. Die Firma, die ihn liefern sollte hatte am Tag davor Jubiläum und es hat keiner gearbeitet – Welcome to New Zealand. Diese Nachricht saß, die Laune war im Keller, die Hoffnung jemals wieder mit einigermaßen erträglichem finanziellen Aufwand aus Greymouth wegzukommen war dahin. Die offenen Finger schmerzten beim Einbau der Auspuffdichtung und es ging nichts mehr einfach von der Hand. Jessi war traurig und gelangweilt und wir waren am ersten wirklichenTiefpunkt unserer Reise angekommen – verfickte Scheißkarre – sorry for my French…

Bedröppelt liefen wir zum Hotel, um zu verkünden, dass wir auch die vierte Nacht dort verbringen würden. Michael, der Besitzer grinste uns an und fragte, was wir dann heute machen würden. Wir hatten keine Ahnung und auch nicht wirklich Lust uns Gedanken zu machen. „Warum nehmt ihr nicht einfach mein Auto und fahrt mal Richtung Norden oder so an den Strand?“ Wir schauten verdutzt, hatte uns ein Wildfremder gerade sein Auto angeboten, um damit einen Ausflug zu machen? Schnell willigten wir ein, bevor er es sich anders überlegte. Nur raus aus Greymouth, wenigstens tagsüber.

Wir hatten einen tollen Tag an den Pancake Rocks und fuhren im Norden bis nach Westport. Bei einem Spaziergang an einem Traumhaften Fluss entlang, war noch ein waghalsiges Rettungsmanöver nötig, um die sich in die Böschung verirrte Drohne zu retten – Eigentlich zu viel für unsere Nerven aber es ist gut ausgegangen und wir konnten das Auto heil zurück bringen. Der Abend verlief wie immer: Hotelbar, Bier, Weißwein, Ted streicheln, ab ins Bett…

Happy End?

Am nächsten morgen trauten wir uns nicht Hoffnung auf eine baldige Abreise zu haben. Frank trotte um 9:00 zu Harry, der noch keinen Kühler hatte, sie plauderten ein wenig über den gestrigen Ausflug und Harry schichte Frank noch den Thermostat auszubauen und das ganze Teil mal mit einem Schlauch durchzuspülen. Als Frank damit beschäftigt war kam endlich der Kühler und die Erleichterung war groß, als wir sicher waren, dass er tatsächlich passte. Der Einbau ging recht fix bis auf einige störische Muttern und Schrauben und dann war es Zeit das Beast erneut zu starten. Er sprang an aber Harry schaute gar nicht glücklich, die Karre qualmte und rauchte und lief nicht rund. War alles umsonst gewesen? Jessi war kreidebleich. Aber der qualm verzog sich langsam und der Motor lief okay. Als alles eingebaut war, machte Harry eine Probefahrt. Die Zündkerzen murmelte er – okay also die mussten noch gewechselt werden. Dazu kam noch ein kaputtes Zündkabel, das wir ganz am Ende entdeckt haben. Als das auch noch gewechselt war und die Mission erfüllt war, sagte er Frank solle sich nicht von der Stelle bewegen, um kurz zu seinem Auto zu verschwinden und mit zwei kleinen Bildern aus seinem Haus, die er und sein Großvater gemalt haben zurück zu kommen und als Erinnerung an Greymouth zu überreichen. Wir waren so überwältigt, dass wir fast vergessen hätten ihm unser Geschenk zu überreichen. Eine Dankeskarte samt Einladung, falls er doch mal wieder nach Europa kommt, eine Flasche vom Wein, den er uns serviert hatte und etwas Parmesan, um die nächste Portion Cabonara zu verfeinern. Wir waren glücklich, dass unser Beast wieder schnurrte und dass wir einen neuen Freund am anderen Ende der Welt gefunden hatten. Voller neuer Motivation zuckelten wir mit dem Beast davon.

Stunden hat uns Harry übrigens fast keine berechnet, da er mit einem Augenzwinkern meinte, dass Frank ja alles gemacht hat und auch Michael im Hotel hat unsere Barrechnung unter den Tisch fallen lassen. Es ist absolut außergewöhnlich, wie die Leute hier mit Ihren Gästen umgehen, wenn man freundlich und respektvoll ist.

Das Beast ist auf dem Weg in Richtung Süden und wir haben wieder tolle neue Leute kennengelernt. Morgen werden wir ein Jetboat rennen am Lake Wanaka besuchen, bei dem einer der Piloten mit uns bis um 3 Uhr morgen getrunken hat. Seid gespannt was wir berichten werden.

Wir freuen uns sehr darüber, dass ihr alle mit uns mitreist und mitfiebert, das macht uns glücklich und spornt uns an.

Liebe Grüße aus Wanaka,

Jessi & Frank

Tag 9 + Tag 10 -Ein Traum geht in Erfüllung

Whale Watching in Kaikoura

Es war eine unglaubliche Begegnung am anderen Ende der Welt. Ein einziger riesiger Pottwal, dessen Wege sich für einige Minuten mit den unseren gekreuzt haben. An der Meeresoberfläche im Südpazifik, etwa 20 Meilen vor der Ostküste Neuseelands konnten wir ihm beim Atmen zusehen, bevor er wieder in die Tiefe abgetaucht ist.

Aber nochmal von Anfang: Kaikoura ist DER Ort in Neuseeland, um Wale zu sehen (und eingestrickte Einkaufswagen, Parkbänke usw. 😀 ). Natürlich war das kein Zufall, dass wir dort gelandet sind, da es schon immer ein großer Traum von Jessi war einen Wal zu sehen. Am ersten Tag (sonnig, windstill, warm) wurden die Touren leider abgesagt, da sich keine der großen Meeressäuger blicken ließ. Da wir ohnehin einige Tage dort verbringen wollten, war das für uns nicht weiter schlimm und wir haben eine Tour für Morgens am nächsten Tag reserviert. Nachts haben wir schlecht geschlafen, da ein ordentlicher Sturm unseren Campervan ganz schön durchgerüttelt hat und das altbekannte *pling, klang, klong, pling* auf dem Dach gabs gratis dazu – Frank durfte auch nochmal barfuß ums Auto hüpfen, um offene Fenster zu schließen die vom Bett aus nicht erreichbar sind…

Am nächsten morgen sind wir trotzdem früh und voller Erwartungen aufgestanden – Jessi war glaube ich noch nie in so kurzer Zeit abfahrbereit und das nach nur einem (Brösel-)Kaffee. Im Whale Watch Center angekommen gab es erstmal eine schlechte Nachricht – der Sturm hat die See sehr aufgewühlt, sodass es für die Touren am morgen nicht möglich war loszufahren, die Touren für den Nachmittag waren noch in der Schwebe. Während wir warteten und uns einen kleinen Snack genehmigten, kam uns in einer Zeitschrift noch ein 10% Coupon in die Quere – der Schwabe war geweckt und witterte das Schnäppchen: „Der Snack könnt‘ jetzt gratis gewesen sein“. War er auch, $30 Discount, bä-bämm ;-). Kurz drauf wurden die Touren für den Nachmittag bestätigt, allerdings mit der Warnung vor rauer See und der Empfehlung von Medikamenten gegen Seekrankheit – Jessi hatte welche, Frank dachte sich: „So schlimm wird’s schon net sein“ – ahnungslos war er was folgen sollte. Auf der Tour hatten sich alle deutschsprachigen Walsucher versammelt und so durften wir uns das Gequake von ein paar ganz tollen Exemplaren anhören, während wir im Vorführraum auf das Sicherheitsfilmchen warteten. „Also so toll der Gletscher, wir haben ja auch welche in Österreich aber so toll wie hier, absolut empfehlenswert, und ich zieh ja bald da und da hin, weil ich da und da Medizin studiert hab und überhaupt ich war hier ja schon mal das ist super auf dem Boot da kann einem gar net schlecht werden (!), also mir hat es ja gar nix gemacht (!!)…bla bla blubber…“ Als irgendwann der Bus kam, hat sie dann auch mal den Mund gehalten und es ging los. Ein 18m langer Katamaran mit richtig viel Power sollte uns mit hoher Geschwindigkeit zum Zielort bringen, Spucktüten gab es im 10er Pack in jeder Sitzlehne. Die Fahrt war rasant und die Wellen waren hoch – nach 25min. waren die ersten Tüten im Einsatz und siehe da, welche Medizinstudentin da in der ersten Reihe zum Tütchen gegriffen hat. War wohl letztes mal ein bisschen weniger Wellengang – wir schauten grinsend aus dem Fenster und versuchten die Küste am Horizont zu fixieren.

So ein Pottwal taucht etwa alle 45 – 60min. auf, um dann für etwa 10 – 15min. zu Atmen, danach taucht er wieder ab und sucht per Echoortung weiter nach Nahrung. Als unser Boot beim anderen Boot ankam, wo der Wal gerade aufgetaucht ist, hofften wir, dass wir nicht zu spät kom…und da war er auch schon abgetaucht. Damit hieß es Vögel beobachten und warten bis er wieder kommt. „Manchmal tauchen sie schon nach 30min. wieder auf“, „die längste Tauchzeit, die wir bei dem diesem Wal gemessen hatten waren 60min“…55min. und viele Wellen später war es endlich soweit und wie bereits vorher beschrieben, war es den ganzen Aufwand und die raue See wert. Es war ein tolles Gefühl diesen Wal im Wasser beobachten zu können und für Jessi ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Auf der Rückfahrt haben wir noch einige Delphine durchs Wasser flitzen sehen, bevor zumindest Frank sich ganz darauf konzentriert hat den Snack vom Vormittag dort zu lassen wo er war. Das rettende Ufer kam früh genug und wir waren sicher wieder an Land – ein tolles Erlebnis!

 

Tag 6, Tag 7 + Tag 8 Von Nächten im Van, Laptops, Surfboards und Sonnenuntergängen

Christchurch und Camping

Das letzte Update liegt bereits drei Tage zurück. Das hängt auf der einen Seite damit zusammen, dass mein MacBook noch zwei Nächte bei unserer letzten AirBnB Station verbracht hatte…zum Glück haben wir es gemerkt bevor wir Christchurch erst mal endgültig verlassen haben. Ich lasse zwar gerne etwas zurück, um einen Grund zu haben  wieder zu kommen aber dieses kleine Andenken, wäre dann doch etwas zu viel des Guten gewesen. Auf der anderen Seite waren wir ständig auf Achse und haben noch einige Sachen organisiert, damit wir nun die nächsten Tage dieses tolle Land genießen können:

  • Vodafone ist auch in Neuseeland scheiße, deshalb haben wir bereits nach wenigen Tagen unsere SIM-Karten aus dem Betrieb genommen und durch Karetn von Spark ersetzt.
  • Das Beast wurde nur mit einem Schlüssel übergeben, jetzt hat es wieder zwei
  • Diverse Einkäufe für das Beast und für uns.

In einem Surf Shop hat uns die Verkäuferin Waikuku Beach, als Platz für unsere erste Nacht als Camper empfohlen. Der Campingplatz und Strand liegt etwas im Norden von Christchurch und war trotz des Labour Day Weekends relativ wenig besucht, da es eben doch noch Frühling ist und die Saison noch nicht begonnen hat. Nach einem netten Schwätzchen mit der Dame an der Rezeption, haben wir den Van zum Schlafen bereit gemacht und sind dann schnell zum Strand – und da war er dann, der Pazifik. Wir standen oben auf der Düne und haben ein paar Surfern zugeschaut, die das letzte Sonnenlicht für einige Wellen ausnutzten, hinter uns ging die Sonne langsam hinter den Southern Alps unter und wir konnten einen Sonnenuntergang beobachten, wie wir ihn beide in Europa noch nie gesehen hatten. Der ganze Himmel war in blaue, orange, gelbe und violette Töne getaucht und wir konnten uns nicht daran satt sehen.

 

Die erste Nacht im Van war allerdings noch etwas gewöhnungsbedürftig und wir haben beide noch Probleme gehabt so richtig ein- und durchzuschlafen – zu allem Überfluss waren uns auch das Bier und der Wein ausgegangen. Aber auch diese erste Nacht in unserem neuen kleinen Zuhause hatte ein Ende.

The Beast

Das letzte Mal hatten wir versprochen, dass wir euch das Beast etwas genauer vorstellen, hier nun das Video:

Unser Beast ist ein Nissan Vanette Baujahr ’97 und war wohl lange ein Transporter einen Elektrikerbetriebs oder ähnlichem, bevor ihn ein Vorbesitzer zu einem Campervan umgebaut hat.

Labour Day – Super markets open – surf shops closed

In Deutschland ist das eigentlich ganz einfach – wenn Feiertag ist, haben die Läden zu, da gibt es wenig Diskussion. Hier wie in vielen anderen Ländern, die kein so strenges Ladenöffnungszeitengesetz haben – (Hat das überhaupt sonst jemand?) – kann das so oder so sein. Daher hatte der Surfshop, den ich mir für die Suche nach einem Brett gemerkt hatte, geschlossen. Da er ganz in der Nähe der Gondel auf die Port Hills lag, haben wir die Chance genutzt um einen Blick von oben auf Christchurch zu verschaffen und Ihr ahnt es schon, einge Bilder zu knippsen.

Da ich den Surfshop gerne am nächsten Tag nochmal aufsuchen wollte, haben wir uns dafür entschieden noch eine Nacht in Waikuku zu verbringen. Es wurde uns mit einem erneut unglaublich schönen Sonnenuntergang gedankt. Wir hatten Bier, Wein und eine Kühlbox gekauft und sind nach dem Abendessen schon um 21:30 ins Bett gefallen – dieses Mal waren es dann fast 10 Std. Schlaf am Stück, wie schnell man sich doch dran gewöhnen kann.

Ab nach Kaikoura mit Surfbrett im Gepäck

Nachdem wir kurz den Laptop abgeholt haben ging es wieder zum Surfshop, dieses Mal war er offen und hatte auch noch genau das Brett, dass ich mir vorgestellt hatte im Sale. Dem Shaper haben wir noch persönlich die Hand geschüttelt und erfahren, dass sie am Wochenende in Kaikoura einige gute Sessions hatten – genau da wo wir als nächstes hin wollten. Besser gehts nicht.

 

Die Fahrt dorthin war wieder ein Highlight für sich. Eigentlich nur 200km entfernt haben wir doch 3,5 Std. gebraucht und Jessi kam ordentlich ins Schwitzen wegen der großen Trucks, die einem in den steilen und engen Serpentinen entgegenkommen. Allerdings wurden wir durch einige unbezahlbare Ausblicke entschädigt aber seht selbst.

 

Eigentlich ist Neuseeland wie Österreich oder das Allgäu, es ist nur nicht so stark bebaut und es gibt viel mehr Kühe und Schafe. 

Jetzt sind wir in Kaikoura und wer schon Mal was von diesem Ort gehört hat, weiß was wir  außer Surfen noch so vor haben. Also seid gespannt! 

Liebe Grüße,

Jessi & Frank

Tag 4 + Tag 5: Auckland, Christchurch und „the Beast“

Auckland Shopping und Erkundungstour

Nachdem wir einigermaßen ausgeschlafen hatten, gingen wir ein wenig die Stadt erkunden. Da wir am Ende unserer Zeit in NZ ohnehin nochmal in die Gegend kommen und dann auch wesentlich mobiler sind, haben wir keinen wirklichen Plan gehabt, sondern sind einfach der Nase nach durch die Straßen gelaufen und haben uns  umgeschaut. An einem der Piers ist uns dann auch ein alter Bekannter wieder über den Weg gelaufen, den wir am Flughafen in Hongkong beim Ramen essen getroffen haben. Jessi war in der Lage seinen Heimatort in der Nähe von Zwickau bis auf 5km genau am Dialekt zu bestimmen – ich kam mir ein wenig verfolgt vor…

Kreatur aus der Hölle
Verdiente Erfrischung
„We are watching you“
Shoppen oder Essen??

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Skytower – Ein sehenswerter Ausblick 220m über Auckland

Wie viele andere Großstädte hat auch Auckland einen Aussichtspunkt, der alle anderen Gebäude in der Nähe überragt. Der Skytower im Herzen der Stadt ist nicht zu übersehen und solang man nicht an einem Seil runter springen möchte, ist er mit umgerechnet ca. 30 Euro für 2 Personen auch absolut erschwinglich. Wer kurz davor die Tickets online kauft spart nochmal 10%. Wir kamen eine Stunde vor Sonnenuntergang und ließen uns nach dem obligatorischen posieren vor dem Greenscreen – immerhin hat man Zeit bis zum rausgehen, um sich auf das freundliche „Nein, Danke“ schonmal innerlich vorzubereiten – von den netten Damen im Aufzug in den 51.Stock bringen. Dort angekommen ging es nach einem kurzen Blick aus den Fenstern nochmal 9. Stockwerke nach oben auf 220m. Der Andrang hielt sich in Grenzen und wir konnten uns einen netten Platz suchen, um den Sonnenuntergang zu genießen. Wie immer wenn wir unterwegs sind haben wir uns die Zeit natürlich mit fotografieren vertrieben.

Nachdem wir uns von der wunderbaren Aussicht losgerissen hatten, wurde es Zeit für uns nach Hause zu kommen, denn es stand uns eine kurze Nacht bevor. Vorher mussten wir aber unbedingt noch etwas essen, zum Glück hatte die White Lady auch an diesem Abend, wie in den letzten 69 Jahren an jedem Abend geöffnet.

 

 

 

 

 

 

 

Flug nach Christchurch und „The Arrival of the Beast“

Am nächsten morgen klingelte der Wecker bereits um 5:30 Uhr, da wir noch etwa eine Stunde mit dem Bus zum Flughafen fahren mussten, bevor unser Flieger um 8:20 Uhr nach Christchurch ging. An der Bushaltestelle standen wir um 6:10 Uhr aber ein Bus kam nicht, wie von der App versprochen, um 6:15 Uhr. Der Maori der mit uns wartete bestätigte auch gleich, dass er jeden morgen mit dem Bus fährt und der nie vor 6:32 Uhr kommt, wie es ja auch auf dem Plan steht. Er berichtete uns, dass wir am Umsteigebahnhof ein wenig laufen müssten, um den Bus zum Flughafen zu bekommen, dieser gelb wäre, er jeden morgen daran vorbei läuft und er Freunde hat, die schon ganz oft mit dem gefahren sind. Um auf Nummer sicher zu gehen hat er auch nochmal jeden im ersten Bus danach gefragt, ob das der richtige Bus zum Flughafen sei, uns persönlich an der Bushaltestelle abgegeben und den zwei die dort warteten gesagt, sie sollen sich doch bitte darum kümmern, dass wir in den richtigen Bus steigen. Danach hat er sich verabschiedet und ging weiter zur Arbeit. Alle vier, die wir zurückblieben, konnten uns ein Schmunzeln nicht verkneifen, ob seiner unbeholfenen und naiven aber außergewöhnlich herzlichen und hilfsbereiten Art – und die beiden Wartenden haben uns dann, wie versprochen den Bus angehalten. Wir sind rechtzeitig am Flughafen angekommen und hatten wieder einige wirkliche nette Erlebnisse mit den Neuseeländern im Gepäck.

En Schwaza im Flieger um 8:30 Uhr? Ka mer scho moal macha!

In Christchurch angekommen, haben wir unser AirBnB bezogen und uns sofort zu einer Besichtigung eines Vans verabredet. Der Verkäufer kam direkt zu uns gefahren und Beast wurde zum Teil unseres Trips.

Mr. Gee, der kanadische Vorbesitzer hat sich technisch einwandfrei um den 20 Jahre alten, zum Camper umgebauten Nissan Vanette gekümmert, sodass ich mir absolut sicher bin, dass dieses Baby uns sicher und zuverlässig über die Insel bringt *klopf auf Holz*. Allerdings ist Mr. Gee halt auch ein Kerl, reist seit 5 Jahren durch die Gegend,  genießt sein Leben, vermisst seine Freundin, raucht den ganzen Tag billigen Tabak  und ist komplett broke – alles keine guten Vorraussetzungen für ein besonders sauberes Innenleben des Beasts, wie es vor allem weiblichen Mitreisenden lieber gewesen wäre. Am Ende hat uns diese Good Cop – Bad Cop Nummer allerdings nochmal $250 gespart und nach einer Autowäsche und dem Kauf von zahlreichen desinfizierend und reinigenden Tüchern, Putzmitteln und Lufterfrischern, riecht er jetzt wie eine Raststättentoilette auf der A3. Getauft wurde the Beast übrigens von Gee, Jessi hat lediglich noch den Beinamen „Stinker“ davor gesetzt.

Den im dritten Bild sichtbaren Spiegel sollte man übrigens vor der Einfahrt in eine Waschanlage abmontieren – lässt sich aber mit etwas Gaffa auch wieder anbringen, falls man das vergessen hat…also haben wir gehört, wir sind noch nicht zum wieder dran kleben gekommen… Übrigens gut, dass der Kerl an der Kasse uns noch gesagt hat, wir sollten die Seitenspiegel einklappen, der hätte ja auch mal dran denken können, dass da vielleicht hinten auch noch einer ist.

Jetzt haben wir noch zwei Tage Zeit, um aus dem Stinker ein Zuhause für unseren Fahrt zu machen und dann heißt es: „Let’s hit the road“. Wie das Beast dann aussieht, zeigen wir Euch das nächste Mal.

Danke fürs Mitlesen und Durchhalten bei diesem langen Update.

Liebe Grüße,

Jessi & Frank