Tag 44 – 46 Von Raglan über Rotorua nach Whakatane

Wow, es ist inzwischen bereits 2018- Wir hoffen Ihr hattet alle schöne Feiertage mit euren Freunden und Familien, einen guten Rutsch, einen tollen Silvesterabend und einen angenehmen Start ins neue Jahr. Wir sind jetzt beinahe drei Monate unterwegs aber leider hängen wir mit unserem Blog etwas hinten dran. Das ganze soll uns ja Freude bringen und interessant bleiben und in den letzten Wochen war einfach so viel los, dass wir nicht wirklich dazu gekommen sind weiter zu machen. Aber wir wollen nichts unerzählt lassen und versprechen, dass wir aufholen werden – ganz bestimmt! Deshalb geht’s jetzt weiter mit dem Trip in das geothermal extrem aktive Gebiete von Rotorua:

Tag 44 – Raglan nach Rotorua

Das Wetter hat uns wieder mal Beine gemacht. Regen und Sturm in Raglan waren angesagt, für Rotorua sah es noch etwas besser aus. Morgens waren wir nochmal am Strand und Frank surfen und dann ging es weiter nach Rotorua. Tatsächlich riecht man die Stadt bevor man sie sieht. Vor allem der Geruch von Schwefel zieht immer wieder an einem vorbei. Das mag nicht besonders angenehm sein, es ist aber auch nicht sehr störend, für uns war es eher interessant und spannend. An vielen Orten waberten dicke Nebelschwaden zwischen Bäumen und Sträuchern hervor, ohne dass man es von dort erwartet hätte. Wir waren gespannt was es noch zu sehen gab. Da es schon später Nachmittag war, als wir ankamen, suchten wir nach einem geeigneten Campingplatz bei dem wir auch noch Abendessen kochen konnten. Wir haben dabei einen echten Volltreffer gelandet. Nur fünf Kilometer vom Wai-O-Tapu Wonderland, in dem man sich einige der interessantesten geothermalen Phänomene, wie den berühmten Champagne Pool anschauen kann, liegen die Waikite Valley Thermal Pools. Dieses kleine Freibad, das über sieben heiße Schwimmbecken und Pools verfügt, die von einer heißen Thermalquelle etwas oberhalb gespeist werden, beherbergt nämlich außerdem einen kleinen Campingplatz. Der Clou ist, dass die Camper abends nach den Tagesgästen und morgens bevor das Personal da ist, die Pools benutzen können. Das ganze Gelände ist nicht sehr groß und alles ist sehr gedrungen aber die Pools sind toll und haben einen klasse Ausblick auf die Umgebung. Und das ganze hat uns nur ein paar Dollar mehr gekostet, als ein normaler Campingplatz. Dieser Tag war wahrscheinlich unser Glückstag, denn zu allem Überfluss haben wir auch noch den letzten Platz ergattert. Naja Glückstag ist vielleicht etwas übertrieben, denn kurz vor Sonnenuntergang hat uns das schlechte Wetter dann doch noch eingeholt und es fing an in Strömen zu regnen. Uns hat es dadurch nur noch mehr Spaß gemacht. Es war ein tolles Licht und eine wunderbare Atmosphäre, in der wir total gechillt in den heißen Pools gelungert haben. Als sich der Hunger langsam bemerkbar machte, regnete es leider immer noch und wir mussten einige Sprints zum Beast und zurück zur Küche hinlegen. Die Küche war winzig und wir mussten uns sie auch teilen aber es hat total viel Spaß gemacht. Die anderen Camper waren alle total nett, unser gutes Essen hat uns glücklich gemacht, Bier und Wein hatten wir auch noch dabei und der Regen legte sich dann auch kurz vor dem Schlafengehen und war am nächsten morgen wieder Sonnenschein gewichen.

Tag 45 – Wai – O – Tapu Wonderland

Wir nutzten natürlich die Chance das Bad nur mit ein paar anderen Frühaufstehern zu teilen, waren schon vor dem Frühstück um sieben Uhr im Wasser und haben uns auch noch die Quelle angeschaut, aus der das kochend heiße Wasser an die Oberfläche kommt. Ein klasse Start in den Tag. Falls Ihr mal Campen in der Gegend seid -> Hier ist der Link. Danach gab es schnelles Frühstück und den Kaffee sparten wir uns für das nächste Ziel auf. Das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland ist einer der Touristenmagnete der Umgebung. Die Kulisse der Herr der Ringe Saga ist noch in näherer Umgebung  und einige Maoridörfer in denen für Touristen Maorikultur dargeboten wird.

Die Begeisterung für Herr der Ringe ist an uns beiden etwas vorübergegangen, sodass das Preis-Leistungsverhältnis, es nicht rechtfertigte sich mit 15 Chinesen in 15 Minuten durch die kleinen Hobbithäuschen scheuchen zu lassen. Fällt wohl in die Kategorie „Must See“ von dem wir uns Fernhalten…Über die Maorivorführungen haben wir leider auch nicht sehr viel gutes gehört und unsere Vermutung, dass das alles sehr nach Zirkus und Menschenzoo aussieht wurde uns auch bestätigt – davon haben wir genug auf der Wiesn, das brauchen wir net auch noch in Neuseeland. Die bunten Seen und dampfenden Löcher wollten wir uns aber nicht entgehen lassen und waren auch bereit uns dafür etwas in die Touristenmaßen zu stürzen. Immerhin konnte man hier so lange rumspazieren wie man möchte und es gab auch keine Uhrzeiten auf die man achten musste. Einzig der Lady – Knox Geysir wird nur einmal am Tag zur Eruption gebracht (häufiger geht einfach auch gar nicht) um 10:30 Uhr. Wussten wir nicht – hatten aber mal wieder Dusel im Gepäck, waren pünktlich da und saßen in der ersten Reihe.

Der lustige Asiate neben uns freute sich so sehr über die Wasserfontäne, dass wir fast Angst hatten, dass das nicht die einzige Eruption war, die in diesem Moment stattgefunden hat. Ein interessantes Schauspiel war es allemal, also der Geysir. Mann muss etwas hineinwerfen, dass die Oberflächenspannung des Wasser auflöst, dadurch vermischen sich kaltes Wasser an der Oberfläche und heißes Wasser weiter unten und es kommt zur Fontäne. Seife würde funktionieren, wäre aber nicht besonders schön für die Umwelt, daher greifen die Betreiber auf andere, organische Mittel zurück. Den Gefangenen, die den Geysir beim Wäsche waschen entdeckt hatten, ist allerdings tatsächlich ein Stück Seife rein gefallen.  Auch ohne die Seife kommt es irgendwann zur Eruption, nur leider lässt sich die nicht so schön auf jeden Tag 10:30 ansetzen.

Danach sind wir alle Wege im Wonderland abgegangen und haben tolle Bilder gemacht bevor wir die weitere Reise Richtung Norden an die Küste zwischen Whakatane und Tauranga angetreten haben.

Und genau jetzt ist es das erste Mal passiert, wir können uns zum ersten Mal nicht daran erinnern, wo wir an diesem Abend übernachtet haben. Den Abend davor und den Abend danach, kein Problem. Aber an diesem einen Abend fehlt uns die Erinnerung. Wahrscheinlich wüssten wir es sofort wieder, wenn wir einen Hinweis hätten aber es existieren keiner Bilder, wahrscheinlich weil das schlechte Wetter seit dem späten Nachmittag wieder da war. Am nächsten morgen ist uns jedoch eine Sache aufgefallen mit der wir noch etwas Ärger haben sollten…

Tag 46 – Pünktlich zu Weihnachten bekommen in Neuseeland die Windschutzscheiben was ab

Dass die Straßen in NZ nicht mit denen in Deutschland zu vergleichen sind, hat sich ja bereits rumgesprochen. Die meisten Highways sind gerade mal zweispurig, normale Straßen können recht eng sein und viele Landstraßen haben keinen festen Fahrbahnbelag sondern sind mal bessere mal schlechtere Schotterpissten. Das heißt die Autos hier müssen einiges aushalten und es hilft vorausschauend zu fahren, um nicht jedes Schlagloch mitzunehmen. Wogegen man allerdings mehr oder minder machtlos ist, sind Steinschläge auf der Windschutzscheibe (jetzt haben alle „Carglass repariert, Carglass tauscht aus“ im Kopf). Wenn ein 40-Tonner auf einer dieser engen Straßen mit 80 bis 100 Sachen an euch vorbei rauscht, braucht es schon Konzentration, um das Lenkrad gerade zu halten. Den folgenden Kieselhagel kann man nur mit zugekniffenen Augen über sich ergehen lassen und hoffen, dass maximal der Lack was abbekommt. Wir hatten bis hierher Glück aber irgendwann an Tag 45 oder morgens an Tag 46 muss es passiert sein. Ein Stein hatte die Scheibe am rechten unteren Rand getroffen und es zog sich ein etwa 12cm langer Sprung von recht unten nach links oben durch die Scheibe. Die Damen im ersten Autoglass laden haben uns ausgelacht, als wir fragten ob man das innerhalb von ein paar Stunden reparieren könnte, kann man schon, allerdings kommen so viele vor uns dran, dass wir bis nächsten Donnerstag (5 Tage + Wochenende) hätten warten müssen. „Es scheint als müsste zu Weihnachten jeder seine Scheibe tauschen lassen“, war der Kommentar den wir zu hören bekamen. Beim nächsten Laden, hatte man uns dann wenigstens bestätigt, dass dieser Schaden nicht zu reparieren ist und die Scheibe getauscht werden müsste und wir das am Besten tun sollten, wenn wir ein paar Tage an einem Ort bleiben.

Wichtiger Tipp:  Wenn Ihr jemals in NZ an diesem Punkt seid, also:

  • Scheibe kann NICHT repariert werden
  • nächster Warrant of Fitness (WOF) steht erst in einiger Zeit an
  • Ihr wollt das Auto nicht verkaufen

Lasst die Scheibe NICHT reparieren, wartet auf jeden Fall bis auf den allerletzten Drücker. Warum? Aufklärung folgt im Bericht von Tag 54.

Wir hatten uns also entschieden, die Scheibe erst wenn wir in Auckland sind und das Auto verkaufen, reparieren zu lassen. Vorher wollten wir uns aber noch die Coromandel Halbinsel anschauen, auch wenn der Zeitplan immer enger wurde. Nächstes Ziel war Tauranga  und der Mount Maunganui.

 

 

Tag 39 – 43 – Über den Surf Highway 45 nach Raglan

Der New Zealand State Highway 45 beschreibt einen Halbkreis nach Westen in dessen Mittelpunkt der Mount Taranaki thront. Da es zwischen Hawea und New Plymouth mit dem Highway 3 eine wesentlich kürzere Route durch das Inland gibt, wird der Highway hauptsächlich von Einheimischen und Touristen auf der Suche nach Surfspots genutzt. Und von beinahe jedem Punkt hat man einen wunderbaren Ausblick auf Mount Taranaki, solange sich dieser nicht hinter einer dicken Wolkenwand verbirgt.

Wir verbrachten einige Tage hier an den schönen Stränden und Frank hat viele Möglichkeiten zum Surfen. So langsam bereiteten wir uns auch darauf vor, unser liebgewonnenes Beast wieder zu verkaufen und schossen einige Fotos für die Anzeige. Mount Taranaki, der sich uns die ersten zwei Tage noch freundlich präsentiert hatte, verbarg sich jedoch am dritten Tag nur noch hinter dicken Wolken, sodass wir uns nicht zu einem Besuch durchringen konnten.

Insgesamt zog von Süden eine Gewitterfront in unsere Richtung, begleitet von Warnungen vor starken Regenfällen. Das veranlasste uns dazu unseren kleinen Vorsprung, den wir noch vor dem schlechten Wetter hatten zu nutzen und weiter nach Norden in Richtung Raglan zu fahren. Raglan ist ein schöner kleiner Ort etwas weiter nördlich an der Westküste und gilt als die Surf-Hauptstadt Neuseelands. Leider gab es nicht genug Swell für die meisten der zahlreichen Spots an diesem Küstenabschnitt aber der lange Beachbreak von Ngarunui enttäuscht eigentlich nie und so gab es auch hier einige Möglichkeiten zum Surfen. Ansonsten war in dem kleinen Dörfchen nicht viel los und wir entspannten und machten ein paar Tage Strandurlaub.

Allerdings hatte sich die Schlechtwetterfront in unserem Nacken nicht aufgelöst und genug Zeit hatten wir auch nicht mehr, um den nächsten Swell abzuwarten, also brachen wir nach einem sonnigen Morgen am Strand die Zelte ab und machten uns auf nach Rotorua. Der Ort der himmelhohen Geysire, heißen Quellen und blubbernden Schlammlöcher und die Heimat faszinierender Maori-Kultur oder „the only place where you can fart and get away with it“, wie einer unserer Freunde aus Auckland diesen Ort bezeichnete.

Tag 36 – 38 Man trifft sich immer mindestens zwei Mal

In den nächsten Tagen gab es gleich zwei Mal ein Wiedersehen zu feiern, sowohl geplant als auch ungeplant. Es waren noch 3 Wochen bis wir Neuseeland verlassen würden, vorausgesetzt alles würde verlaufen wie wir es geplant hatten, vor allem was den Verkauf des Autos betraf. Das hieß unsere Zeit, um die Nordinsel zu erkunden war beschränkt, deshalb wollten wir schleunigst damit anfangen und mit der Fähre von Picton nach Wellington übersetzen. Wir erkundeten noch etwas die Gegend und Nelson bevor wir nach Picton weiterfuhren. In Nelson genehmigten wir uns noch ein wirklich exzellentes Mittagessen im Boat Shed Café. Hier wurde die Schlussszene von das Piano gedreht. Ich muss zugeben, dass ich den Film nicht gesehen habe, das Restaurant ist aber toll und das Essen war herausragend. Lieber Michael, Danke für den tollen Tipp, das hat sich gelohnt!

Tag 36 – Zufälliges Wiedersehen

In Picton haben wir uns wieder einen netten Campingplatz gesucht von dem aus wir früh morgens zur Fähre aufbrechen konnten. Als wir auf den Platz fuhren, war Frank darauf gefasst, dass Jessi wie immer einen Platz aussucht (@alle Männer: Macht niemals den Fehler selbständig den Platz beim Camping auszusuchen, dabei müssen sehr viele Parameter bedacht werden, welche das männliche Gehirn nicht in der Lage ist richtig zu verarbeiten, wie etwa die optimale Entfernung zur Toilette in Kombination mit Lautstärke, Lichteinfall und optimaler Untergrundbeschaffenheit), als diese fröhlich feixte: „…oder wir stellen uns einfach zu den Beiden da drüben, die kennen wir doch schon“. Tatsächlich hatte uns der Zufall zu zwei Bekannten ganz aus dem Süden geführt. Als wir in Riverton halt gemacht haben, hatten wir die beiden Weltreisenden, die normalerweise in Zürich leben getroffen und nun saßen sie wieder da, nachdem sie den ganzen Weg in die entgegengesetzte Richtung von uns hinter sich gebracht hatten. Wir hatten einen lustigen Abend bis uns die Sandflies in unsere Camper vertrieben und würden am nächsten Tag zusammen die Fähre nach Wellington nehmen. Doch bevor wir uns ins Auto verzogen hüpften wir noch auf dem riesigen Luftkissen rum das es auf dem Campinlplatz gab. So ein geiles Teil brauchen wir irgendwann im Garten

 

Tag 37 – Die Fähre nach „Hippster Town“

Dann war es soweit, wir würden die Südinsel verlassen und zurückkehren zur Nordinsel. So eine Fahrt mit einer Autofähre ist immer ein Erlebnis. Großes Schiff, viele Autos, beim Beladen muss alles richtig koordiniert werden, alles ist ausgemessen und folgt einem strengen Ablauf. Als wir endlich auf dem Schiff waren, genoßen wir die Aussicht auf dem Panorama Deck bei einem Drink und plauderten. Wir rätselten, ob wohl jeder der Autobesitzer seine Alarmanlage deaktiviert hatte, wie es die Transportbestimmungen vorsehen. In diese Verlegenheit konnten wir ja selber glücklicherweise nicht kommen. Kaum losgefahren bescherte uns ein weißer VW Touareg das erwartete Hupkonzert. Der Besitzer hatte offenbar die Bedienungsanleitung nicht sehr aufmerksam gelesen, denn auch beim zweiten Versuch, blinkte und hupte sein Auto fröhlich weiter nachdem es einige Minuten ruhe gegeben hatte. Mehr amüsiert als gestört beobachteten wir das Treiben und hatten einen tollen Cruise durch die Marlborough Sounds. In Wellington angekommen, trennten sich unsere Wege wieder. Wir machten uns auf in Richtung Innenstadt. Hochhäuser und Großstadtfeeling hatten wir tatsächlich vermisst und Frank musste unbedingt zum Friseur.

Wenn es einen Gradmesser für das „Hip“-sein einer Stadt gibt, ist das im Jahre 2017 garantiert die Dichte an Barbershops oder auch auf Deutsch, Herrenfriseure die sich auf Frisuren spezialisiert haben, für die es Pomade und Wachs benötigt und die einen Bart nicht komplett abnehmen sondern in der Lage sind diesen zu stutzen und zu stylen. In Wellington gibt es viele und ich meine sehr viele Barbershops.  Zu vergleichen in etwa mit der Anzahl an Starbucks Cafés in einer nordamerikanischen Großstadt vor etwa zehn Jahren. Wenn diese dann auch noch so ausgebucht sind, dass der Frisör dich fast auslacht, wenn du den Laden ohne Termin betrittst, weißt du, okay hier ist ein hohes Maß an Hipsterkultur vertreten. Und auch auf der Straße sieht man viele junge Leute die modisch gekleidet sind. Es gibt viele Studenten, die wie auch in anderen Städten das Gesicht der Stadt prägen. Wellington ist damit ein starker Kontrast  zu den ländlichen Gegenden der Südinsel, die wir die letzten Wochen bereist haben. Das kann man toll finden oder auch nicht, wir mochten es jedenfalls und hatten eine gute Zeit. Lunch hatten wir in einem viel besuchten Restaurant im Surf-Rescue Turm an Wellingtons Surfstrand und beim dritten Anlauf bekam Frank dann auch endlich die Haare geschnitten. Wir streunten noch ein bisschen durch die Straßen bevor wir uns einen schönen Campingplatz am Strand etwas nördlich suchten und waren abermals Zeuge eines wunderbaren neuseeländischen Sonnenuntergangs.

Tag 38 – Ein geplantes Wiedersehen – Party @ Big Fella’s

Wir fuhren nochmal nach Wellington, um uns dasTe Papa Tongarewa anzuschauen, das Nationalmuseum Neuseelands. Unter anderem gibt es hier den größten Riesenkalmar, der bisher untersucht wurde und sich in einer Ausstellung befindet. Mit einem Durchmesser von 27cm haben diese Tiere die wahrscheinlich größten Augen der Welt. Die Größe des Tintenfisches ist wirklich beeindruckend, dennoch kann mich ein in Formaldehyd eingelegtes hinter einer dicken Glasscheibe, in einen Tisch eingelassenes Präparat nicht wirklich mitreissen. Wer schon einmal einen kleinen Kalmar im Wasser gesehen hat, weiß wie elegant sich diese Tiere bewegen und wie schön sie aussehen. Sehr eindrucksvoll müssen diese Riesen sein, wenn sie in finsteren Tiefen in eiskaltem Wasser auf Beutefang gehen. Davon kann der farblose Koloss der hier begraben liegt leider nur wenig transportieren.

Es gibt im Museum noch einiges mehr zu entdecken. Eine Ausstellung zeigte beispielsweise die Verbundenheit der Maori zum Land und dessen Ressourcen und Natur, durch zahlreiche Artefakte und Geschichten. Aus allen vier Himmelsrichtungen war hier die Hälfte eines besonderen Steins ausgestellt, der die Region prägt, gemeinsam mit dessen Bedeutung und Erklärung über den Ort an dem sich die andere Hälfte befindet, jeweils im Norden, Osten, Süden und Westen. Anfassen und spüren erwünscht!

Am Abend stand ein echtes Highlight an, auf das wir uns schon lang freuten. Wir hatten eine Einladung von einem unserer Freunde aus Wanaka. Blair oder Big Fella, wie ihn seine Freunde alle nennen, hatte uns in sein Zuhause, etwa zwei Stunden nördlich von Wellington eingeladen. Fast direkt am Strand lebt er hier mit seiner Patchworkfamilie. Diese war als wir eingetroffen sind allerdings komplett ausgeflogen, sodass wir einen lustigen Abend zu dritt genießen konnten. Wir verstanden uns auf Anhieb wieder so brillant wie im Süden und lachten und tranken die ganze Nacht. Blair hatte lecker für uns gekocht  und genug Getränke eingekauft. Party geht eben auch zu Dritt und da wir auch nur ein paar Meter zum Strand hatten stand einem nächtlichen Sprung ins kühle Nass auch nichts im Wege. Wir hatten einen großartigen Abend und hoffen, dass wir uns für die Gastfreundschaft eines Tages revanchieren können. Die Daten für die Wiesn haben wir unserem Big Fella auf jeden Fall hinterlassen und einen Schlafplatz halten wir abrufbereit.

Tag 33 – 35 Abel Tasman National Park

Tag 33 – Durch das Inland nach Abel Tasman

Wenn man sich die Karte anschaut, scheint die schönere Strecke in den Norden, die über Kaikoura an der Ostküste entlang zu sein. Allerdings wurde diese Region im November 2016 von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,8 getroffen, was nicht nur zum tragischen Verlust zweier Menschenleben geführt hat, sondern auch große Teile der Infrastruktur beschädigte. So war Kaikoura nach dem Beben erst einmal von der Außenwelt abgeschnitten, da sowohl der Hafen, als auch Abschnitte des National State Highway 1, nördlich und südlich von Kaikoura schwere Schäden aufwiesen. Der Highway, der im Osten direkt am Wasser liegt und im Westen von steilen Felsen begleitet wird, war hauptsächlich durch Erdrutsche unbefahrbar geworden. Die NZ Transport Agency hat unter dem Namen „Moving Mountains to Reconnect Communities“ das Wiederaufbauprojekt gestartet und dazu viele interessante Informationen und Bilder auf einer Website zur Verfügung gestellt -> hier

Diese Route konnten wir also nicht nehmen, um zum Abel Tasman National Park zu kommen und verzichteten deshalb auch auf einen weiteren Besuch in Kaikoura. Unser Weg führte uns nun geradewegs durchs Inland:

Die Strecke ist relativ ruhig und schön aber nicht wirklich spektakulär im Vergleich zu anderen Straßen in Neuseeland, allerdings wird man für die lange Fahrt mit einer der, unserer Meinung nach schönsten Gegenden Neuseelands belohnt. Tasman, Nelson und Marlborough beeindrucken durch wunderbare Strände, klares Wasser, Palmen, Plantagen und nicht zuletzt durch die Sounds und diesmal werden wir sie auch genießen können, außer die Fähre zur Nordinsel fährt nicht mehr…

Tag 34 – Kayak fahren in Abel Tasman

Wir hatten uns nach einem spitzen Tipp von unseren Freunden aus Österreich, bei Old Mac Donald’s Farm in Marahau am Südrand des Abel Tasman National Park einquartiert. Ein schöner großer Campingplatz, dessen Gebäude und Anlagen zum aller größten Teil mit natürlichen Materialien und selbst gepflanzten Bambus gestaltet sind und wie der Name schon nahe legt auch einige vierbeinige Bewohner beherbergt. Das Highlight waren dabei  die Lamas, die stoisch in ihrem Gehege am Wegesrand stehen und beobachten wer sich da so an ihrem Zuhause vorbeischleicht. Den ein oder anderen sollen die ja schon mal angespuckt haben…kaum zu glauben eigentlich bei diesen riesigen braunen Kulleraugen die einen da anschauen. Eine freudige Unruhe kann man bei ihnen erzeugen, wenn man die Äste der nahen Bäume nach unten zieht, damit sie mit ihren langen Hälsen an die leckeren grünen Blätter kommen. Es sieht zum schießen aus und plötzlich hat man neue Freunde gefunden. Die Freundschaft endet jedoch schnell, wenn man seine Hand vom Ast nimmt, dann schauen einen die großen Augen traurig und vorwurfsvoll an. Allerdings können wir nicht den ganzen Tag da rum stehen und die Bäume festhalten, wir wollen ja zum Kayak fahren!

Wir haben uns ein Kayak gemietet, den Transport und eine Sicherheitseinweisung gab es gratis dazu. Auf den Guide wollten wir verzichten und lieber alleine auf Erkundungstour gehen. Wir starteten bei Flut aus Marahau und erpaddelten uns unser Mittagessen, dass wir gut verstaut im Kayak dabei hatten, auf dem Weg Richtung Norden. Vorbei und durch die Apple Tree Bay bis zu einem kleinen einsamen Strand in der Akersten Bay. Wie so oft hatten wir dieses kleine Stück Sand nicht ganz für uns allein sondern mussten es bald mit anderen Kayakern teilen. Allerdings trug das auch erheblich zu unserer Erheiterung bei: Wenn man am Meer mit Essen unterwegs ist, ist ein fliegender Küstenbewohner meist nicht weit – die gemeine Möve. Eigentlich sind diese Vögel nicht besonders penetrant aber sie nutzen jede kleine Möglichkeit die sich ihnen bietet, um etwas zu stibitzen. Das musste das französische Pärchen, dass neben uns gelandet ist an diesem Nachmittag auf unangenehme Weise lernen. Als eine Möve etwas klauen wollte, was die beiden im Kayak zurück gelassen hatten, sprangen beide auf, um sie davon abzuhalten. Das nutze ein anderer Artgenosse sofort um die gerade ausgepackte Tüte mit den Sandwiches zu schnappen und sich damit auf und davon zu machen, die anderen Möven und das Pärchen machten sofort Jagd auf den Dieb aber da gab’s nix mehr zu holen. Spiel, Satz und Sieg für diesen gefiederten Kollegen.  Da die beiden nicht aussahen, als ob sie gleich verhungern würden und auch noch ein paar Kekse übrig hatten, behielten wir unsere Sandwiches für uns und die Möwen auf Abstand. Auch das andere Pärchen war anscheinend gekommen, um uns zu unterhalten. Die beiden Amerikaner (vielleicht waren es auch Neuseeländer oder Australier aber Amerikaner passte irgendwie am Besten) waren etwas älter als wir aber ordentlich durchtrainiert. So fit, dass ihnen das paddeln wohl nicht genug Anstrengung war und sie noch etliche Klimmzüge an einem vorstehenden Felsen direkt am Strand machten. Ganz so ambitioniert waren wir nicht. Als es aber wieder ins Wasser ging konnte man sehen, dass der andere Kayakverleih eine wohl nicht ganz so eindringliche Einweisung vorgenommen hat, wie unserer. Es hatte sich in der Zwischenzeit ein nicht zu unterschätzender Shorebreak gebildet, durch diese Brandung musste man das Kayak bekommen, um weiter zu paddeln. Jessi maulte noch, dass der Muskelmann seine Freundin sogar VORNE das Kayak festhielt, damit sie besser einsteigen konnte…das hätte er besser gelassen, denn sobald er sich auf den Weg zu seinem Sitzplatz machte und die nächste Welle kam, drehte sich das Boot und bekam eine volle Breitseite ab. Die verzweifelten Versuche, das Unausweichliche zu verhindern waren erfolglos und so rannten wir schnell rüber, um den beiden zu helfen ihr geflutetes Kayak wieder an den Strand zu ziehen. Nach 15 Minuten Kayak leer pumpen waren sie wieder bereit für einen neuen Versuch. Wir halfen ihnen. Sie Habens geschafft. Die Show war großartig.

Auf dem Rückweg hatten wir vor Adele Island noch eine besondere Begegnung. Ein Zwergpinguin dümpelte nur ein bis zwei Meter von unserem Kayak entfernt im Wasser herum. Der Kleine war wohl noch sehr jung wie wir aus seinem noch teilweise in der Mauser befindlichen Gefieder geschlossen haben. Völlig unbeeindruckt, weder von uns noch von den großen Yachten und Booten, die da so rum schipperten oder vor Anker lagen schwamm er da seelenruhig im Wasser rum. Wir freuten uns vor allem, weil wir vorher zu faul waren noch um die Insel zu paddeln, um noch ein paar Robben zu sehen. Wir ruderten zum Ausgangspunkt zurück, wo jetzt schon einige Jungs mit Traktoren die ganzen Kayaks und Boote über den Strand zurück brachten, da inzwischen Ebbe war und das Wasser so weit zurück ging, dass wir uns etwa 300m Ruderstrecke ersparen konnten.

Tag 35 – Im Auge des Kiwi

Nach einem guten Abendessen und einer kleinen abendlichen Internetsession an der Rezeption des Camps inkl. Bier und Wein, sind wir tot ins Bett gefallen und mit etwas Muskelkater in den Armen am nächsten Morgen aufgewacht. Heute wollten wir es noch mal wissen, die Zeit auf der Südinsel neigte sich langsam dem Ende zu und ein bisschen was wollten wir noch mitnehmen. Durch den kompletten Nationalpark bis an den nördlichsten Zipfel der Südinsel sollte es gehen. Einer der schönsten Strände, der es sogar mit einem Bild in die mitgelieferten Desktophintergründe von Windows 10 geschafft haben soll (ich hab das nicht überprüft) wurde uns versprochen. Na dann wollen wir mal sehen. Das Beast bahnte sich seinen Weg zwischen den Nationalparks direkt zum sogenannten Auge des Kiwi. Deshalb „Auge“, da dieser Landstrich lustigerweise tatsächlich einige Ähnlichkeit mit dem kleinen lichtscheuen Laufvogel hat und Wharariki Beach genau dort liegt, wo man das Auge dieses Kiwis erwarten würde.

Bevor wir den 15min Spaziergang zum Strand antraten gab es noch einen Kaffee zur Stärkung. In der Zwischenzeit kam ein großes Vogelstraußmännchen  zur Bewachung unseres Autos vorbei und diese Aufgabe nahm er ziemlich ernst. Jessi lies er als wir zurückkamen erstmal nicht mehr einsteigen. Mit große Federn, viel Gegacker und Getanze hielt er sie auf Abstand zum Beast. Könnte ja jeder kommen unsere Sachen waren in unserer Abwesenheit auf jeden Fall in Sicherheit.  Der Strand war wirklich schön und die lange Reise wert aber schaut selbst.

Als wir zurückkamen, konnten wir dann auch den Strauß davon überzeugen, dass er sich lieber wieder auf seine Artgenossen konzentriert und unser Auto in frieden lässt. Spät dran waren wir aber trotzdem schon und so kamen wir nicht mehr so weit wie geplant und verbrachten die Nacht in einem kleinen aber gut ausgestatteten Hinterhofcampingplatz, der eigentlich schon voll war, wir aber noch ein kleines Plätzchen vor einem der Häuschen ergattern konnten. Die Maori-Damen die hier ebenfalls unterkamen waren schon ordentlich angeheitert und es herrschte gute Stimmung, daher konnten wir auch ohne schlechtes Gewissen noch ein spätes Abendessen kochen und fielen zufrieden ins Bettchen.

Tag 31 – 32 – Zurück zum Ausgangspunkt

Tag 31 – Scenic Breakfast und “Sie fliegt, oh mein Gott sie fliegt!!!”

So schön der Ort bei Nacht auch war, am nächsten Morgen hatte uns die Realität dieses Campinglochs wieder eingeholt – Frühstücken hier? Naaaaa – eher nicht! Wir suchten uns einen schönen und ruhigen Platz auf der Ostseite des Sees und frühstückten mit Sonnenschein und toller Aussicht.

Nach dem Essen dachte sich Frank, dass es eigentlich eine tolle Kulisse für ein paar Drohnenbilder wäre. Eigentlich kein Problem, der moderne Traveller hat ja jeglichen Schnick-Schnack dabei und so haben auch wir unsere kleine Drohne, die wir extra für den Trip angeschafft haben. Allerdings gibt es da noch ein Detail, dass wir euch bislang verschwiegen haben. Als wir genervt vom Schnee, Te Anau und Milford Sound verlassen hatten, haben wir an einem See mit einem wunderschönen kleinen Lookout halt gemacht. Und wozu hat man eine Drohne, wenn man die nicht auch mal über Wasser einsetzt. Naja es kam wie es manchmal eben kommt (allerdings aber auch in diesem Fall nicht kommen musste). Es war ein wenig windig und die GPS Steuerung der Drohne hat versagt, was zu einer unsanften Wasserlandung geführt hat…Als Frank sie aus dem Wasser gefischt hat, blinkte sie noch. Den Akku sofort abgezogen und alles Wasser abgetropft, musste sie natürlich trotzdem erstmal trocknen. Also ab damit auf die Frontscheibenlüftung. Kalt war uns zu dem Zeitpunkt ohnehin die ganze Zeit, also kein Problem die Heizung und Lüftung laufen zu lassen. Am nächsten morgen wollte Frank die vermeintlich schon recht trockene Drohne starten aber nach etwa drei Sekunden hat der Lüfter gestoppt und das kleine Fluggerät war vermeintlich tot, evtl. für immer aber mindestens bis zum Einschicken beim Hersteller – dachten wir, hatten aber die Hoffnung noch nicht vollends aufgegeben und trockneten beim Fahren weiter an der Frontscheibe.

Nun war am Lake Tekapo der Moment der Wahrheit gekommen, noch kaputter konnte man sie ohnehin nicht machen. Entweder sie ging oder halt eben nicht…Und sie ging und die Freude war groß und fröhlich hüpften wir um den Van und ließen sie über uns fliegen und Bilder von der tollen Aussicht machen.

Wir schwankten noch bei der Frage ob wir eine weitere Nacht hier verbringen sollte um bei einer Stargazingtour am Abend die Sterne noch aus einem netten Whirlpool zu betrachten. Nachdem die Bewertungen dazu für den Preis eher schlecht ausgefallen ist und der Wetterbericht auch nicht optimal war, entschieden wir uns schließlich dazu weiter zu fahren. Erstmal nach Chistchurch, dem Startpunkt unserer Reise um die Südinsel und danach weiter Richtung Norden, zur Sonne und zu wärmeren Temperaturen.

In Christchurch machten wir wieder in Waikuku Beach halt. Das Wetter war super und surfen lässt sich an diesem Strand auch richtig gut. Wir waren glücklich und stolz, dass wir nach dieser langen Tour wieder an dem Ort angekommen waren an dem wir unsere erste Nacht im Van verbacht hatten. Es fühlte sich ein bisschen wie ein Abschluss an und war auch gleichzeitig der Tag, an dem wir seit einem Monat unterwegs waren. Wahnsinn nur ein Monat soll das gewesen sein? Vom Abflug in München bis zu diesem Tag sind tatsächlich erst 31 Tage vergangen. Es war schon so viel bis hier her und wenn es so weiter geht die nächsten sechs Monate dann wurden unsere Erwartungen um ein vielfaches übertroffen.

Tag 32 – Fröhliches Wiedersehen

Wir hatten uns keine anstrengenden Pläne für den Tag auferlegt, bastelten etwas am Blog herum und schauten mal was so passierte. Mittags erreichte uns per Instagram die Nachricht von unseren Freunden aus Dunedin, mit denen sich unsere Wege leider schon in Moreaki getrennt hatten, ob wir auch in Christchurch seien. Sie hätten ihren letzten Abend und wollten noch ausgehen, ob wir Lust hätten. Aber Hallo? Als ob man uns bei sowas zwei mal fragen müsste. Wir freuten uns total die beiden nochmal wieder zu sehen und hatten einen tollen Abend in der Little High Eatery. Ein cooler Laden, eine Art Foodcourt aber nicht wie üblich mit Plastikstühlen im Untergeschoss einer ungemütlichen Mall, sondern in einem wirklichen stylischen Lokal. Es gab Sushi, Pizza, Burger, Steaks, Thai und Cocktails und alle Restaurants die hier unter einem Dach arbeiteten sind Familienbetriebe. Das Essen war nicht vom anderen Stern aber auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man ohnehin in Christchurch unterwegs ist. Wir waren auf jeden Fall satt und zufrieden und wollten den Abend eigentlich gar nicht wirklich enden lassen, allerdings stand uns am nächsten Tag eine lange Fahrt bevor und man soll ja auch aufhören, wenn es am schönsten ist. Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen, ob in München oder der Wildschönau, weit ist es ja nicht. Liebe Grüße!

Tag 30 – Neue Teile für das Beast in der Hauptstadt des Steampunk

Spring halt an…

Nach dem Aufwachen und einem gemütlichen Frühstück auf dem Campingplatz direkt bei den Moreaki Boulders, wollten wir uns auf den Weg ins Inland machen. Lake Tekapo, der für seine außergewöhnlich schönen Sternenhimmel bekannt ist, sollte das nächste Ziel werden. Aber die Rechnung hatten wir wie immer ohne unser wankelmütiges Gefährt gemacht. Der Anlasser hatte schon häufiger nicht gleich beim ersten Versuch reagiert aber nun dreht er sich gar nicht mehr und es klickte nur noch. Auch beim zehnten Versuch tat sich gar nix. Man sollte eben sofort zu Werkstatt, wenn der Anlasser nicht mehr so richtig will aber die Elektronik ohne Probleme arbeitet. Aber jetzt mussten wir die Hütte erstmal wieder zum laufen bekommen sonst wird auch der Weg zur Werkstatt schwierig. Der Campingplatz war leicht abschüssig, sollte zum anschieben reichen – wir standen allerdings, wie hätte es auch anders sein können, fast unten. Glückwunsch, versucht mal eure fahrbare Wohnung den Berg hoch zu schieben. Außer uns war übrigens im Moment sonst kein Mensch zu sehen. Na dann schieben wir die Karre mal den Hügel hoch…ohne dass sie runte rollt, also muss jemand drin sitzen…keine Chance. Viel zu schwer für einen allein auf der feuchten Wiese. In der letzten Verzweiflung bevor wir den ganzen Campingplatz alarmierten haben wir noch einmal versucht ihn zu starten und man glaubt es kaum, die alte Zicke ist angesprungen. Jetzt bloß nicht mehr ausgehen lassen, wer weiß ob er nochmal anspringt. Die nächste Werkstatt war in Omaru, der Hauptstadt des Steampunks. In NZ ist sowieso jedes Kaff die Hauptstadt von irgendetwas – Haupstadt des Brots, Hauptstadt der Forellenzucht, Haupstadt der dämlichen Hauptstädte. Es gibt für alles eine Hauptstadt. Wir waren also in der Haupstadt des Steampunks gelandet.

Zugegeben, es gibt schlechtere Orte in denen man sein Auto zur Werkstatt bringen kann, als ausgerechnet in einer in der an jeder Ecke einen Haufen rostiges Metall zu irgendeiner Art Maschine zusammengebaut ist. Es zeigt doch, dass eine gewisse Affinität zu Handwerk, Metall und Motoren besteht. Das Beast wird zwar nicht mit Dampf betrieben – anhören tut es sich trotzdem manchmal wie eine alte Lokomotive.

Wir haben einen sehr guten Autoelektriker gefunden (der dann übrigens 15 Mal probieren musste, bevor der Anlasser wieder einmal nicht funktioniert hat – soviel zum Thema bloß nicht ausgehen lassen… ). Er meinte bis zum Feierabend hätten sie es repariert. Nicht ganz was wir uns vorgestellt hatten aber besser als erst am nächsten Tag. Als wir die Werkstatt verließen, um irgendwie den Tag in Steampunk Capital zu verbringen haben wir uns dann trotzdem erst mal ordentlich angezickt. Die Einheimischen und anderen Touristen haben sich wahrscheinlich tot gelacht, bei den zwei wütenden Kindern, die da die Hauptstraße hoch und runter gestapft sind. Naja, wer uns kennt der weiß was abgeht. Und mal Hand aufs Herz, wer hat sich auf einer Reise mit seinem Partner noch nicht gestritten? Also wir sehen ja auch viele Paare die hier unterwegs sind und können uns das kichern auch nicht verkneifen, wenn Sie mal wieder beleidigt abzieht oder Er schmollend vor dem TV auf dem Campingplatz sitzt. Schön ist, wenn man sich richtig streiten kann, weil man genau weiß, dass man sich wieder verträgt. So haben wir uns auch in Omaru wieder vertragen und haben nicht unsere Drohungen wahr gemacht und sind gleich einzeln nach Hause geflogen. Wir hatten dann noch ein schönes spätes Mittagessen in einem netten kleinen Restaurant – Steampunk und alle seine Attraktionen haben uns an diesem Tag aber völlig kalt gelassen.

Ab nach Lake Tekapo

Als das Beast wieder flott und die ertragbare Rechnung bezahlt war ging es los über Twizel zum Lake Tekapo.

Wir übernachteten an einem kleinen See auf der Westseite des großen Sees, auf einem kleinen aber viel besuchten Campingplatz, der mit $10 pP. auch noch viel zu teuer war – naja wie auch immer es war spät und wir wollten auch nicht mehr weiter. Und wir taten gut daran da zu bleiben – der Sternenhimmel, den wir an diesem Abend beobachten durften war phänomenal. Das ganze Gebiet ist ein UNESCO Dark Sky Reserve und dementsprechend auch bekannt für seine atemberaubenden Nachthimmel. Das Timing war gut, keine Wolke am Himmel und so konnten wir auch noch ein paar schöne Fotos machen. Ein wirklich schöner Abschluss, eines Reisetages den man sich so eigentlich sparen hätte können. Wenn man sich nicht entmutigen lässt und dem was um einen rum so passiert eine Chance gibt, kann man eigentlich überall und aus fast jeder Situation etwas Schönes mitnehmen. Einen Schnupperkurs als Automechaniker inkl. Italienischem Dinner, neue Freunde mit denen man lachen und trinken kann, wenn draußen die Welt untergeht oder eben den schönsten Sternenhimmel den man jemals gesehen hat an einem Tag an dem sonst eigentlich alles schief gelaufen ist.

Tag 29 – Der Mann der steilen Straße und die Süßkartoffeln vom Kanu Arai-te-uru

Die steilste Straße

9:40 Uhr, Baldwin Street, Dunedin, Südinsel Neuseeland – puh…geschafft und nur zehn Minuten zu spät, die zwei sind ja auch im Urlaub, das werden sie uns ja nicht übel nehmen. Wir hatten noch nicht geparkt, da kamen die zwei angefahren. Also war eigentlich keiner spät dran und die Sonne hat auch schon auf uns gewartet. Tolles Wetter am Fußende der steilsten Straße der Welt.

Wie anstrengend muss es sein, wenn am Tag etliche Touristen vor deiner Haustür vorbeilatschen, Bilder machen, Mitten auf der Straße rumlaufen. „It pisses me off“, entgegnete uns Dave Kernahan, der wohl bekannteste Einwohner dieser Straße (eigentlich wohnt er ums Eck aber er läuft diese Straße mehrmals am Tag hoch und runter) auf diese Frage. „Die Chinesen sind am schlimmsten,“ sagt er. „Die rennen einfach in deinen Garten und haben keinen Respekt vor deinem Besitz aber auch alle anderen Touristen vergessen oft, dass hier ganz normale Menschen wohnen.“ Es ist wohl nicht einfach, mitten auf einer Touristenattraktion zu wohnen, allerdings verdankt Dave ihr auch sehr viel Bekanntheit und darauf ist er auch merklich stolz. Unsere Bekanntschaft scheint er gern gemacht zu haben und schießt sogar Fotos von uns obwohl er das, wie er uns erklärt, schon lange nicht  mehr macht. Wir haben einen netten Plausch mit ihm und freuen uns ebenfalls. Er hat noch einige gute Tipps für unsere nächsten Reisziele auf Lager und so machen wir uns an den Abstieg und freuen uns über diese kuriose Bekanntschaft.

Beim Katiki Point Lighthouse gab es jede Menge Robben, Möwen und einen Gelbaugenpinguin zu bestaunen, zusätzlich zur tollen Aussicht.

Als nächstes haben wir uns die großen runden Felsbrocken in Moeraki angeschaut. Die Maorisstämme in der Nähe glauben daran, dass diese Boulder wie sie genannt werden Überreste der Vorräte des legendären Kanus Ara-te-urus seien, welches viele bekannte Häuptlinge auf die Südinsel gebracht haben soll. Ein toller Fotospot sind sie allemal.

Den restlichen Nachmittag haben wir etwas weiter nördlich am Strand verbracht, nachdem wir von unseren neuen Freunden aus Österreich zu selbstgekochten Mittagessen eingeladen wurden. Das war mega lecker und wir haben uns riesig drüber gefreut. Etwas später hieß es dann Abschied nehmen, da die beiden nach Christchurch zurück mussten und wir noch eine Runde durchs Inland machen wollten und die schönen Seen dort erkunden.

Doch vorher sollte uns das Beast mal wieder etwas beschäftigen. Wie genau erfahrt ihr im nächsten Post.

Tag 28 – Dunedin – Schokolade, Geschichte & Bier

1848 erreichten die ersten 347 schottischen Siedler die Ostküste der Südinsel, um New Edinburgh zu Gründen. Dunedin ist die englische Schreibweise des gälischen Namens für das schottische Edinburgh. Schnell wurde die Stadt zum wichtigsten Handelsplatz im Süden Neuseelands. Vor allem die Hoffnung auf Reichtum durch einen großen Goldfund ließ Glücksritter aus der ganzen Welt über Dunedin nach Neuseeland einreisen.  Wirtschaftlich verlor die Stadt im 20. Jahrhundert jedoch viel von Ihrer Bedeutung, für Touristen aber ist sie ein Muss und hat einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Auch als Studentenstadt hat sich Dunedin einen Namen gemacht.

Nachdem wir die Nacht in unserer kleinen Hütte inkl. Heizlüfter verbracht hatten und in einem richtigen Bett schlafen konnten, waren wir voller Tatendrang und wollten die Stadt entdecken. Als erstes ging es zu Cadbury World, einer Führung durch die Fabrik des Schokoladenherstellers Cadbury in Dunedin, deren Geschichte bis ins Jahr 1868 zurückreicht. Es war eine unterhaltsame Tour, bei der wir jede Menge Süßes probieren durften und einiges über das produzieren von Schokolade gelernt haben. Leider auch, dass Shareholdervalue auch oder vielleicht gerade bei Konsumprodukten wie Schokolade die Richtung vorgibt. Mondelez, der frühere Kraft Foods Konzern, zu dem Cadbury gehört, möchte die Produktion in der Region zentralisieren und zwar in Australien. Deshalb müssen sich die 400 Beschäftigten, die in Stoßzeiten auf bis zu 600 aufgestockt werden bald einen neuen Arbeitsplatz suchen. Obwohl die Fabrik sehr proftiabel ist und etwa 40 Mio. Tonnen von Chocolate Crump (ein Vorprodukt der Schokoladenherstellung) erzeugt. Bisher ist noch völlig unklar, wo diese Menge in Zukunft hergestellt werden soll, jedenfalls nicht mehr in Dunedin. Ein großer Verlust für Dunedin und dessen Wirtschaftslandkarte.

Bei der Führung wurde uns noch von einem Event berichtet, der irgendwie typisch für dieses Land ist und einfach nur nach Neuseeland passt. Im Juli findet in Dunedin, auf der Baldwin Street – der steilsten Straße der Welt, ein besonderes Wettrennen statt. Das Cadbury Jaffa Race. Für einen guten Zweck werden hier 75.000 (!) Jaffakugeln die Straße runtergerollt. Action garantiert. Wenn man auf eine der Kugeln gewettet hat, muss man nur noch hoffen, dass sich keins der Kids genau die Nummer gezockt hat und noch vor dem Start verschwinden lässt.

Nach der Führung und dem obligatorischen Einkauf im Schokoladenshop, ging es ins Museum von Dunedin. Und zwar in das für Siedlungsgeschichte. Eine toll gestaltete Ausstellung über die Geschichte der Besiedlung Neuseelands und Otagos von den Maori bis Heute. Und das ganze kostenlos. Interessant und vielseitig und eigentlich schon fast zu weitreichend, um mal schnell durch zu hüpfen.

Nach einer Stärkung in einer Bar am Octagon, dem achteckigen Platz im Zentrum Dunedins, ging es zu Speight’s Brewery (!). Für Frank natürlich ein absolutes Highlight :-). Wir kamen gerade noch rechtzeitig, um uns der letzten Tour des Tages anzuschließen, also eigentlich fünf Minuten zu spät aber wir sind hier in Neuseeland – da wird improvisiert und es wurde  überhaupt nicht in Frage gestellt, ob wir noch mit können. So standen wir nur einige Augenblicke später im Aufzug und konnten das Malz und den Hopfen riechen die ihr feines Aroma durch das ganze Gebäude verströmten. Die Verköstigung, natürlich der krönende Abschluss jeder Brauereiführung ließ dann auch nur eine Stunde auf sich warten. Es durfte fröhlich selbst gezapft und alles probiert werden, was das Sortiment zu bieten hat. Sogar an einem Kölsch haben sich die Kiwis versucht. Unsere Favoriten waren das Summit Lager, das Pils und das klassische Golden Ale aber auch das Dunkle, das IPA und das Cider haben geschmeckt. Beim Bier probieren haben wir dann noch ein super nettes Pärchen aus Tirol kennengelernt (Liebe Grüße, wir hoffen der Schnee zuhause hat euch nicht zu kalt erwischt!) und sind mit den beiden ins Brauerei Pub ums Eck, um noch ein paar weitere Pitcher vom guten Gerstensaft zu probieren. Bevor das Taxi uns dann nach Hause gebracht hat, haben wir uns noch für den nächsten Morgen um 9:30Uhr an der Baldwin Street verabredet. Alle vier waren gespannt darauf ob wir pünktlich aus dem Bett kommen. Davon mehr beim nächsten Mal.

Liebe Grüße,

Jessi und Frank

Tag 24 – 27 Regenwald heißt Regenwald, weil’s regnet halt…

Die Route an der Südküste

Wir sind auf unserer Reise entlang der Südküste an tollen Orten mit Seelöwen, Pinguinen, Urwald, Leuchttürmen, Wasserfällen und einer absolut verrückten interaktiven Kunstausstellung vorbeigekommen. Es kam auch hin und wieder die Sonne raus. Aber was uns auch im Gedächtnis bleiben wird sind eisiger Wind, viel Regen und kalte Nächte im Van, sowie das ständige Hoffen, dass das Wetter etwas Erbarmen mit uns hat. Letztlich möchten wir nicht missen die südlichsten Orte Neuseelands besucht zu haben, aber wir waren froh, als in Dunedin der Wetterbericht für den nächsten Tag, keinen Regen und keinen Wind angesagt hat und der Ausblick auf unserer weitere Route freundlich und warm ausgefallen ist.

Tag 24 – Curio Bay

Aber jetzt nochmal im Detail: Auf dem Campingplatz in Riverton hatten wir ein Paar aus Zürich und eins aus München kennengelernt. Unsere Wege hatten sich tatsächlich gekreuzt, da auch sie wie viele andere die Route in die andere Richtung unterwegs waren. Es war ein netter Abend und wir saßen bis zum netten aber bestimmten Rauswurf aus den Gemeinschaftsräumen vor dem Kamin und haben, wie es so Gang und Gebe ist, wenn man sich beim Reisen über den Weg läuft, Tipps und Erfahrungen ausgetauscht. Die vier wollten weiter nach Milford Sound, welches wir auf halbem Weg doch nicht mehr besucht hatten. Etwas wehmütig mussten wir später zur Kenntnis nehmen, dass sie Rangi, den Himmelsvater der Maori, komplett auf ihrer Seite hatten und mit reichlich Sonne ausgestattet wurden. Falls Ihr das lest, wir hoffen ihr hattet und habt eine tolle Zeit und habt es ein bisschen für uns nachgeholt.

Wir wollten aber nicht zurück schauen und so nahmen wir uns den Tipp zu Herzen, nach Curio Bay zu fahren, zu einem schönen Campingplatz mit Surfspot und Lookout für Gelbaugenpiguine. Auf dem Weg dorthin haben wir an Bluffpoint, direkt gegenüber von Stuart Island, dem südlichsten und  eigentlich doch nicht südlichsten Punkt Neuseelands halt gemacht. Hier kam etwas die Sonne raus und wir konnten ein paar schöne Bilder machen. Der südlichste Punkt ist übrigens, um ein paar Kilometer Sterling Point. Die Fahrt dorthin haben wir uns und dem Beast aber, ob der ungemütlichen Straße und des schlechten Wetters erspart und sind weiter zum Waipapa Point Lighthouse gefahren. Der soll schwer zu umrunden sein, sagten die anderen uns. Sie hatten vollkommen recht, der Wind hat wahnsinnige geblasen und tut das dort, wenn man sich die Bäume anschaut wohl sehr häufig. Wir haben es trotzdem gewagt und geschafft und wurden auch noch mit unserer ersten Robbensichtung belohnt. Der große Kerl lag einfach so neben uns im Gras, als wir auf dem Rückweg waren. Frank wäre einfach dran vorbeigelatscht, wenn Jessi nichts gesagt hätte. Auch auf dem Campingplatz war es sehr windig und beim Pinguine beobachten hat es wieder geregnet, trotzdem haben wir einen gesehen und auf dem fossilen Wald noch einige schöne Bilder von der Bucht bei diesem verrückten Wetter gemacht.

Tag 25 – Wasserfälle und ein gestrandeter Gypsy

Am nächsten Tag haben wir die McLean Wasserfälle und die Punaikaiki Wasserfälle besucht und sind zwischen drin bei einem coolen Künstler gelandet. „The Lost Gypsy Gallery“ befindet sich direkt an der Hauptstraße und weckt mit den vielen rostigen Skulpturen und Figuren sofort die Neugier von jedem der vorbeifährt. So auch bei uns. Als erstes ging es umsonst in den grünen Bus. Hier befinden sich lauter kleine Knöpfe und Kurbeln, die Lampen zum Glühen, Lautsprecher zum singen oder kleine Figuren an Drahtgestellen zum fliegen bringen. Man kann einen kleine Modelleisenbahn starten, die einmal durch den Bus fährt und dabei selbst einige der kleinen Maschinen in Gang setzt. Man steht nur mit offenem Mund da und denkt sich: „Wer hat soviel tolle Ideen und ist so kreativ und wie viele tausende Stunden Arbeit müssen darin stecken?“ Wir haben uns über jeden neuen Knopf und Hebel gefreut, den wir gefunden haben und uns alle gegenseitig vorgeführt. Wie kleine Kinder sind wir beinahe eine Stunde durch den Bus gehüpft. Alles ist mit viel Humor und lustigen Sprüchen und Witzen versehen und eigentlich nichts für Kinder aber jeder Erwachsene der dort hineingeht, wird sofort wieder zum Kind. Dann haben wir mit der jungen Schwedin gesprochen, die uns das Eintrittsgeld für das Theatre abgenommen hat, wo es noch mehr und größere Maschinen und Appreturen geben sollte. Sie war seit fünf Tagen da und meinte sie  finde ständig neue Details im Bus. Nur durch Zufall ist sie so lange dort geblieben. Der Künstler, Blair, musste zu einem „Meeting“ und hatte niemanden der auf die Gallery und das Theater aufpasst. Die kleine Blondine war zufällig da und Blair meinte vorher schon ihm würden ihre Socken gefallen…da sie keine Eile hatte wegzukommen, hatte sie den Job. Jeder andere Art eine Vorstellungsgesprächs und eine Jobvergabe hätte einfach nicht an diesen Ort gepasst. Wir schauten uns die weiteren Kunstwerk an und hatten noch eine weitere Stunde einen Riesenspaß. Falls Ihr jemals hier vorbeikommt, nehmt euch die Zeit, es lohnt sich!

Tag 26 & 27- Nugget Point und Kaka Point und dann im Regen nach Dunedin

Am Nächsten Tag ging die Fahrt weiter nach Osten an der Küste entlang. Wir haben den wunderschönen Nugget Point samt Leuchtturm besucht und auch Kaka Point und die Cannibal Cove waren wirklich schön. Im Gras von Cannibal Cove gab es mal wieder einen ganz schön große Robbe aus der Nähe. Als der Riesen Kerl sich auf einmal bewegt haben wir erstmal wieder Sicherheitsabstand eingenommen. Bevor wir zurück auf unseren Campingplatz bei Kaka Point sind haben wir noch in Balclutha unserer Vorräte aufgefüllt. Dabei hatten wir das Glück einen kompletten Parkplatz voller schöner Oldtimer zu finden, die an der South Otago Oldtimer Rallye teilgenommen haben. Grundsätzlich sieht man in Neuseeland sehr viele schöne alte Autos aber hier hatten wir gleich 30 Stück auf einem Platz und es wurden immer mehr. Teilweise hatten sich die älteren Damen mit den passenden Farben zu ihren Autos eingekleidet und ratschten miteinander während strickten, ein großartiges Bild.

Tags drauf war es nur verregnet und wir fuhren nach Dunedin was nun das Ende unserer Reise an der Südküste besiegelte. Wir nahmen uns mal zwei Nächte einen Auszieht vom schlafen im Campern und gönnten uns eine kleine Cabin auf dem Campingplatz inkl. Heizlüfter.

Tag 21 – 23 Der Weg in den Süden

Tag 21 –  Reifen Reparatur und dann ab in den Süden

Der letzte Abend in Queenstown hat mit einem der bekanntesten Burger in Neuseeland begonnen. Fergburger ist eine Institution. Hier steht immer eine lange Schlange und man muss teilweise recht lange warten, obwohl hier acht Jungs Burger braten, pausenlos und prozessoptimiert. Wir kamen hier eher zufällig vorbei, auf der Suche nach unseren Jetboat Freunden aus Auckland, die noch in der Stadt unterwegs waren. Wir nutzten es aus, dass die Schlange recht kurz war und so hatten wir nach etwa 15 Minuten und einem Glas Speights (übrigens Franks Lieblingsbier in Neuseeland) einen richtig, richtig, richtig guten Burger.

 

Nach dem Burger erreichte uns die Nachricht, wo unsere Kumpanen steckten und so standen wir wenig später mit Rum Cola an der Bar des Cowboy’s. Wir hatten einen sehr lustigen Abend, nur leider war der mechanische Bulle defekt….vielleicht auch zum Glück, wer weiß. Wir bekamen von allen Einladungen, falls wir eine Übernachtungsmöglichkeit bräuchten und wir freuen uns schon drauf vorbeizuschauen. Da wir unseren Aufenthalt in NZ  wie erwartet etwas verlängern werden, haben wir vielleicht auch die Chance Baden bei seinem zweiten Saisonrennen anzufeuern (am 2.12. in Waiarapa)

Am nächsten morgen, war der rechte Vorderreifen wieder ziemlich platt aber zum Glück die Tankstellen nur 200m den Berg hoch und der Reifenhändler 1km die Straße runter. 45 Minuten, 2x Avocadotoast, 1x Long Black, 1x Flat White (with one extra shot ) und$40 Dollar später waren rechter Vorderreifen und Ersatzrad wieder geflickt und es konnte weiter gehen. Bevor wir nach nach Te Anau, dem Tor zum Milford und Doubtful Sound fuhren machten wir noch einen kleinen Abstecher zum nördlichsten Punktes des Lake Wakatipu – Glenorchy. Ein wenig Drohnen fliegen und einen kleinen Lunch im GYC Café und weiter ging es nach Süden. Wir freuten uns auf eine spannende Kayak Tour im Fjord. Wir hatten mal wieder keine Ahnung was uns erwarten würde.

 

Tag 22 – Ach wie schön wäre doch Fidschi

Wir hatten eigentlich geplant weiter nach Milford Sound zu fahren aber es gab Unwetter-, Regen-, Sturm- und sogar Schneewarnungen. Schneeketten sollten wir mitnehmen hat man uns gesagt. SCHNEEKETTEN!!! Wo sollen wir den bitte Schneeketten herhaben? Mit dem Beast und seinen Reifen kommen wir nicht mal aus einer feuchten Wiese (zum Glück helfen einem andere nette Camper immer anschieben, ohne dabei zuerst an die Sauberkeit ihrer Hosen zu denken). Definitiv wollten wir nicht am letzten Zipfel dieser verregneten wilden Landschaft festsitzen oder gar noch eine Panne riskieren. Wir entschieden uns daher für etwas vermeintlich Wetter unabhängiges: eine Glühwürmchenhöhle. Es ging mit dem Boot auf die andere Seite des Lake Te Anau, der übrigens der zweitgrößte See Neuseelands ist. Er ist im Durchschnitt etwa 200m und an der tiefsten Stelle sogar 400m tief. Angekommen, ging es nach einer Einführung, in kleinen Gruppen in die Höhle. Die Glowworms sind tatsächlich Würmer, im Gegensatz zu den kleinen Käfern, die im Juni im Englischen Garten bei Ihrem Liebesspiel mit dem leuchtenden Hinterteil wackeln. Sie arbeiten zusammen und immitieren mit ihrem Leuchten den Sternenhimmel. Darauf fallen Sandflies, Motten und andere Insekten rein und verfangen sich in den kleinen Fäden die der Wurm gesponnen hat und die senkrecht von seinem Platz aus nach unten hängen. Einmal drin gibt es kein entrinnen und die Beute wird ausgesaugt. Der Wurm hat als Vorstufe zu einer Fliege keine andere Aufgabe, als zu fressen, zu fressen und zu fressen . Ganz nebenbei schafft er es noch eine unglaublich faszinierende und romantische Stimmung in so einer Höhle zu erzeugen. Wärend man auf einem kleinen Boot unter den Würmern über den unterirdischen See gleitet kommt man ins Staunen, sollte dabei aber den Mund nicht offen stehen lassen, sonst könnt es sein daß einem die Reste der letzten Glühwurm Mahlzeit in den selbigen fallen.

Zurück aus der Höhle und wieder auf dem Campingplatz hatte der Regen leider weiter kein Erbarmen. Das schlechte Wetter, das uns jetzt schon seit Haast im Genick saß nervte gewaltig.

Das sagt einem übrigens keiner. Was ich meine? Das es in diesem Land unsagbar viel regnet…ständig… immer. Das sieht man aber in keiner Broschüre und auf keinem Instagrambildchen. Wisst ihr wie viel es in Hamburg regnet im Jahr, so im Durschnitt? So 770mm. Ganz schön viel oder? Hier sind es 6600mm!!! Nein, ich hab mich nicht um eine Null vertippt, es ist fast das zehnfache an Niederschlag. Und ich glaube Niederschlag heißt so, weil es einen mit der Zeit nieder schlägt, die Laune, die Motivation und den Tatendrang. Der Niederschlag selbst wäre ja nicht so schlimm aber es ist halt auch immer saukalt dazu….Wenn mann sich mal von seinen Erwartungen und den bunten Bildchen frei macht, ist das ja auch ganz logisch. Hier ist es so grün und die Vegetation so stark und vielfältig, wo sollte das den alles herkommen ohne den ganzen Regen. Ohne den würde es aussehen wie in Australien. Oz hat genau das an Regen zu wenig abbekommen, was es hier zu viel gibt. Vielleicht bin ich jetzt aber auch einfach für einen Moment von meinem inneren Hermann the German übermannt worden und reg‘ mich übers Wetter auf, weil man es als Deutscher halt so macht. Freut euch schon mal auf den Bericht aus Sydney im Dezember, wenn ihr frierend unterm Tannenbaum sitzt. Sehr lange Rede kurzer Sinn, wir brauchten etwas um die Laune anzuheben, also haben wir bei enschlägigen Internetseiten mal geschaut, wie die Preise für nette Unterkünfte auf Fidschi im Dezember sind. Die waren sehr annehmbar, also gehts am 13. Dezember los und am 25. Dezember weiter nach Sydney. Der Gedanke an Strände, warmes Meerwasser und kühle Cocktails ließ uns einschlafen, sodass wir den Regen gar nicht mehr hörten….

Tag 23 – Stummer Regen

…Moment, den Regen nicht mehr hörten? Kennt ihr das? Wenn es regnet ist alles laut und aufgewühlt, der Regen prasselt auf das Dach und kann je nachdem auch mal vieles Übertönen. Wenn es aufhört zu regnen, wird alles wieder etwas ruhiger, meist kommt die Sonne raus und man hört ein paar Vögelchen und hier und da tropft und gluckert es vor sich hin, wegen dem ablaufenden Wasser. Aber es gibt noch ein Wetter bei dem alles ganz leise und ruhig wird und das alle Geräusche erstickt und abdämpft. Wenn man in einem Auto liegt und schläft kann man richtige spüren wie der Schnee sich um das Äußere des Fahrzeugs legt und man ist wie in Watte gepackt. Aber wenn man dann am nächsten Morgaen aufwacht und aus dem Fenster schaut und sieht, dass alles weiß ist denkte man nur: FUCK!

   

Naja, was soll mann da machen? Die Straße nach Milford Sound war gesperrt und der Wetterbericht nicht besonders vielversprechend…wir waren durch mit diesem Flecken Erde und wollten weiter Richtung Süden. Wir hatten uns eine schöne Route bis nach Riverton, in der Nähe von Innvercargill ausgesucht. Auf dem Weg dorthin sind wir noch mal auf eigene Faust in ein Höhle geklettert und haben einige Glühwürmchen gesehen und an einigen schönen Aussichtsplätzen halt gemacht.

Das Wetter wird auch wieder besser, spätestens auf Fidschi ;-P

Liebe Grüße,

Jessi & Frank