Tag 58 – „Fiji Time“ im The Pearl Resort

Die Ankunft, das „Taxi“ und das Pearl Resort

BULA! (sprich: m’buh-laa) schallt es einem von überall entgegen, wenn man sich auf einer der Inseln befindet die zur Republik Fiji (oder in der deutschen Schreibweise: Fidschi) gehört. „Bula“ heißt wörtlich übersetzt „Leben“, Bedeutungen hat es aber, ich würde sagen, so viele wie man sich ausdenken kann. Man sagt es zur Begrüßung, zur Verabschiedung, zum Dank oder einfach, wenn man sich freut. Man kann es eigentlich immer dann benutzen, wenn man etwas positives zum Ausdruck bringen will. Vergleichbar mit dem hawaiianischen Alo’ha. Die ursprüngliche Bevölkerung hat die gleichen polynesischen Wurzeln, wie die Hawaiianer und die Maori in Neuseeland. Sie alle stammen aus dem mythischen Land Hawaiki, wie es die Maori nennen. Sie haben viele Gemeinsamkeiten, in ihrer Kultur, wie z.B. die antiken Schiffe zeigen oder die traditionellen Kleider, Kunst, Tanz und Rituale. Auf Fiji  sind sie ganz besonders stolz auf ihr Spanferkel, dass in einem Erdofen namens „Lovo“ zubereitet wird. Lovo wird in der Familie oder im Dorf zu Festtagen zubereitet und ist immer etwas besonderes. Auf Hawaii heißt das ganze „Luau“ und der Erdofen wird Imu genannt. Interessanterweise, sind sich viele Fijiianer dessen nicht wirklich bewusst und waren teilweise doch überrascht, dass soweit entfernt, ähnliche Traditionen gepflegt werden.

Unser Start ins Bula-Abenteuer, war, naja nennen wir es mal interessant. Naiv wie wir waren haben wir den günstigsten Flug genommen, der uns einigermaßen in die Nähe unserer Unterkunft bringen sollte. Also flogen wir von Auckland direkt in die Hauptstadt von Fiji auf Viti Levu, der größten Insel der Republik, Suva. Normalerweise fliegen Touristen nach Nadi (sprich: Nandi) dort befindet sich mit Port Denarau, das touristische Zentrum. Von dort aus fährt man mit Speedbooten zu den Inselresorts oder macht Tagesausflüge. Auf der kleinen Halbinsel sind mindestens drei Golfplätze und unzählige Luxushotels und Villen. Es ist vom restlichen Teil Viti Levus deutlich abgegrenzt, sodass man sogar wenn man mit dem Taxi dort hinfährt, an einem Sicherheitsposten mit Schlagbaum vorbei muss. Aber wie bereits erzählt haben wir den Flug in die Hauptstadt Suva genommen. Der Nausori Airport (SUV) war winzig und alt, das Gepäckband war ein Loch in der Wand und der Zollbeamte stand gleich neben dran. Der kleine Raum war mit dem Gepäck und den Reisenden aus unserem Flieger restlos überfüllt und die Einreise inklusive Gepäckkontrolle, damit keine Gefahren für das Ökosystem eingeschleppt werden, dauert seine Zeit. Keiner war in großer Eile, die meisten Leute gut gelaunt, das Personal etwas überfordert, der Zollbeamte tiefenentspannt – „Fiji-Time“.

Aus dem Flughafen draußen, hatte uns auch schon der erste Taxifahrer aufgespürt. War es überhaupt ein Taxifahrer? Jedenfalls, sah er kein Problem darin unser Gepäck inkl. Surfbrett ins Auto zu bekommen. Das Wifi am Airport funktionierte null, Geld abheben ging aber SIM Karten waren Fehlanzeige, alle ausverkauft. FJD 90 wollte der gute Mann für die fast zwei Stunden Fahrt. EUR 36 hörte sich vernünftig an. Wir also hinter dem Kerl her zu seinem Auto. Eine alte E-Klasse ca. Baujahr 1992 war sein eigen, jedenfalls kein offizielles Taxi. Als wir allerdings gerade eingepackt hatten, bekam der gute etwas Ärger mit einem Wachmann, so ganz legal war das also nicht was er hier abzog, naja uns war es eigentlich egal.

Der Mann mit indischen Wurzeln, erzählt wie ein Wasserfall. Arzt war er, beim Staat angestellt, fährt aber Taxi für ein bisschen extra Geld. Wir könnten ihn dann auch gerne immer anrufen, wenn wir irgendwo hin möchten. Wenn der Preis so gut ist, warum nicht. Vorausgesetzt er hat natürlich keine Patienten…natürlich… Wir mussten anhalten zum tanken und er fragte nach einem Vorschuss vom Fahrpreis. Als wir die Fijidollar raus holten, schaute er ganz überrascht und enttäuscht, er hätte ja eigentlich von anderen Dollar gesprochen. Achso? Was denn für welche? USD? AUD? wir waren etwas überrumpelt. Also eher EUR 70 für die Fahrt? Okay wer hat jetzt, hier wen missverstanden? Wir wollten das später klären, tanken und uns dann ans Ziel bringen, dann machen wir den Rest aus. Das ganze nervte uns etwas und wir waren froh, als wir endlich da waren. Das Resort sah toll aus und das Wetter war wunderbar bei unserer Ankunft, nachdem es auf der Fahrt etwas regnete. Laut unserem Fahrer ganz schlecht, vom Regen in Fiji wird man nämlich krank, aha, gut zu wissen…ein guter Rat von einem Arzt ist ja nie verkehrt und dann auch noch gratis! Wie auch immer, wir haben dem Halsabschneider dann sein Geld gegeben, am Ende waren es dann EUR 50, wobei EUR 30 absolut in Ordnung gewesen wären, wie spätere Recherchen ergaben. Angerufen haben wir ihn nach der Nummer natürlich nicht mehr.

Einchecken, Welcome-Drink, unser Gepäck wurde aufs Zimmer gebracht und dann erklärte uns die deutsche Managerin das Resort, auf Englisch. Wir merkten an, dass wir gerne Deutsch sprechen könnten, was sie vollkommen aus dem Konzept brachte. Sie lebte schon seit zwölf Jahren nicht mehr in Deutschland, wie sie uns daraufhin mitteilte. Naja, wenn das so ist, dann unterhalten sich die drei Deutschen in der Südsee eben auf Englisch, das konnte diesen Tag jetzt auch nicht mehr merkwürdiger machen. Das Zimmer war wirklich schön und sauber, die ganze Anlage allerdings hinkte etwas ihrem eigenen Anspruch hinterher. Schön angelegt, toll an der Flussmündung gelegen, mit eigenem Jetty an dem eine kleine Motorjacht lag. Insgesamt wirklich etwas für’s Auge aber wenn man genauer hinschaute, waren da eben all die kleinen Fehler, alles etwas Renovierungsbedürftig und eben nicht ganz so gut wie es sein könnte. Trotzdem war es schön und wir genoßen die Zeit dort. Die Fijianer sind wirklich freundlich und immer zum spaßen aufgelegt, spielen sich ständig gegenseitig Streiche, wie kleine Kinder. Aber das ist auch ein wenig das Problem oder vielleicht auch der Segen, den die Menschen dort haben. Hier wird halt lieber ein bisschen rumgespaßt und rumgelungert als geputzt und aufgeräumt aber trotzdem versinkt es nicht im Chaos und funktioniert halt irgendwie. Diese Einstellung der Menschen, war letztlich auch der Grund, warum die Briten indische Migranten nach Fiji brachten. Die Fijianer konnten sich gegen die Besatzung nicht wehren, allerdings ließen sie sich auch nicht dazu zwingen für die Besatzer zu arbeiten. Sie ließen sich nicht knechten und wer schon mal Rugby 7’s mit den Olympiasiegern aus Fiji gesehen hat, weiß auch warum die Briten dagegen nichts tun konnten. Diese Typen sind Maschinen, die bringt man nicht dazu zu arbeiten, wenn sie es nicht wollen. Also brachten die Briten die Inder nach Fiji, um für sie auf den Feldern zu arbeiten. Das führte und führt immer wieder zu Spannungen unter den Bevölkerungsgruppen, die erst in der jüngsten Generation, sich langsam aufzulösen scheinen.

Die Szenerie, hier an der Südküste war trotzdem toll und wir schoßen einige schöne Bilder:

 

Tag 57 – Unser letzter Tag in Neuseeland

Muriwai Beach und per Jetski zum Nachmittagsdrink

Die Neuseeländer würden am liebsten jede Mahlzeit auf dem Grill zubereiten. Wer so viel schönes Wetter hat, dem sei’s gegönnt. Daher gab es Egg-Muffins vom Grill als Frühstück, was ganz gut gegen die mittelfristigen Auswirkungen des Alkohols vom Vorabend wirkte. Baden wollte es sich nicht nehmen lassen, uns noch einen ganz besonderen letzten Tag in Neuseeland zu bereiten und hat seinen Kumpel Ian, einen schottischen Air New Zealand Piloten, gefragt ob er Lust hätte einen bisschen die Jetskis auszufahren, sodass sie uns zwei hintern drauf packen konnten.

Wir mussten etwas warten bis wir wussten ob es klappt und auf die Flut. Deshalb nutzen wir den Vormittag für ein paar letzte Shots am Muriwai Beach.

Um 12:00 Uhr waren wir zurück und Ian hatte zugesagt. Das heißt wir hängten den Jetski schnell and den Q7 (…jaja wir haben uns auch gefragt, was wir eigentlich falsch machen. Naja die ganze Kohle beim Reisen auf den Kopf zu hauen könnte ein Punkt sein…haha). Als wir den Jetski gerade ins Wasser gelassen hatten, kam Ian auch schon mit seinem angefahren, da sein Haus einen eigenen Anleger hatte, konnte er direkt rüber kommen (…). Ian war aber nicht allein! Seine kleine Hündin machte, ihren ersten Jetski Ausflug. Wir konnten kaum glauben, dass sie das noch nie vorher gemacht hat, da sie wesentlich souveräner auf dem Gefährt saß als wir beide. Und dann ging’s los. Frank hat bei Ian und der kleinen Hündin platzgenommen und Jessi war mit Baden unterwegs. Die GoPro war auch dabei, deshalb hier ein paar bewegte Bilder von der ganzen Nummer:

Das hat richtig Spaß gemacht und als Belohnung haben wir für Bier und Pizza an einer Bar mit Jetty gehalten. War auch das erste Mal für uns, dass wir mit Jetski auf ein paar Drinks gegangen sind. Auf dem Rückweg, durfte Frank bei Baden das Steuer übernehmen. Das hat natürlich noch ein bisschen mehr Spaß gemacht und Baden brachte es ein wenig in Schwitzen…Angstschweiß nennt man das wohl. Für’s erste Mal, bei nicht zu verachtendem Wellengang (flußaufwärts), hat er sich nicht ganz schlecht angestellt, auch wenn die anderen beiden inklusive Mützenrettungsaktion, mit einigem Vorsprung im Ziel waren. Es war ein großartiger Nachmittag und ein würdiger Abschluss für unsere Zeit in Neuseeland. Für die letzte Nacht hatten wir uns direkt am Flughafen einquartiert, um am nächsten Tag die Reise nach Fiji anzutreten. Bula! Bis dann auf Fiji! Bye bye NZ – we had a blast!

Tag 50 – 56: Die letzte Woche im Beast

Tag 50 – Scheibe reparieren Teil 1 und Tinte unter die Haut.

Wir hatten unser Auto bereits bei Facebook in den einschlägigen Gruppen zum Verkauf angeboten und die ersten Anfragen tröpfelten herein. Bevor wir Tags zuvor auf den Campingplatz gefahren sind, haben wir noch einen Termin bei der Autoglas Werkstatt, für den nächsten Tag vereinbart und ein Pärchen wollte sich den Van anschauen, da haben wir zwei Fliegen mit einer Klappe erledigt und die zwei kurzerhand zur Werkstatt bestellt.

Während jedoch die Scheibe gewechselt wurde, spazierten wir zu einem Tattoostudio, dass Jessi ausgesucht hatte. Unser Plan war es als Souvenir  aus jedem Land, dass wir bereisen ein Tattoo mitzunehmen. Die Vorteile liegen auf der Hand, man kann es nicht verlieren und es ist einfach zu transportieren. Sacred Tattoo im hippen Stadtteil Kingsland (lohnt sich für einen Spaziergang, auch wenn man kein Tattoo möchte) gibt es bereits seit 1998. Wir wurden super nett empfangen und das Glück war wieder mal auf unserer Seite, da mit Joesus, der Experte für die Art Tattoo die wir uns vorgestellt haben, durch eine Absage den Nachmittag für uns frei hatte. Wir hatten also Zeit, um das Auto zu holen, die Besichtigung durchzuziehen und uns später, entweder zur Feier des Tages oder als Trost etwas hacken zu lassen.

Die Besichtigung, verlief wenig erkenntnisreich. Sie war pro Beast, er Aufgrund des etwas ölenden Motors (wir wussten einfach nicht ob’s die Zylinderkopfdichtung ist oder net) eher vorsichtig. Naja, uns war es in dem Moment eher egal wir waren auf Adrenalin aufgrund der bevorstehenden Körperverzierung. Joesus ist ein super lieber, ruhiger Teddybär und ein richtig verdammt großartiger Künstler. Unsere Motive waren jetzt nicht die künstlerisch anspruchsvollsten aber er hat sich mega Mühe gegeben und großartige Arbeit geleistet. Dabei hat er uns dann auch noch ordentlich weh getan aber das ist halt Teil der Expierence. Abends haben wir dann eine Absage von den potentiellen Käufern bekommen. Mit neuen Tattoos war das dann halb so wild.

Tag 51 – Auckland die Zweite und Zettel verteilen

Frank hat irgendwo im Netz gelesen, dass es was bringt bei den ganzen Backpacker’s und Hostels Flyer auszulegen. Und da wir sowieso nochmal durch Auckland gurken wollten, haben wir schnell ein Flugblatt zusammengezimmert und den Nikolaustag damit verbracht, uns mal die ganzen Hostels anzuschauen. Was soll ich sagen, man spricht Deutsch… Wenn man ne billige Unterkunft braucht, Gleichgesinnte sucht und Infos braucht, kann man das schon machen. Als Paar unterwegs ist es aber auf jeden Fall angenehmer und teilweise sogar günstiger auf AirBnB zurück zu greifen. Kann nur wiederholen wie positiv unserer Erfahrungen waren und wir haben überall tolle Menschen kennengelernt. Abends sind wir nach Red Beach, etwas nördlich von Auckland auf einen Campingplatz gefahren .

Eine neue Interessentin hatte sich auch gemeldet. Sie war allerdings noch nicht in Neuseeland, hatte aber einen Bekannten mit dem wir uns treffen sollten. Es stellte sich raus, dass der gute Shane ebenfalls in Red Beach lebte. Das machte einen Besichtigungstermin recht einfach.

Tag 52, 53, 54 & 55- Besichtigung – Bleibt das Beast in Red Beach?

Shane hat sich also unser kleines Campinggefährt, dass und durch ganz Neuseeland gebracht hat angeschaut – und war begeistert. Seine Klientin fand es von den Bildern sowieso schon klasse und hat nur drauf gehofft, dass Shane nach dem Technikcheck sein „Okay“ gibt. Über den Preis waren wir uns dann auch relativ schnell einig und so stand dem Verkauf nichts mehr im Wege – eigentlich.

Wir hatten nach der Besichtigung ein bisschen die Gegend erkundet und sind in Waipu Cove gelandet – als wir gerade im The Cove Café etwas getrunken haben, kam die Zusage und wir waren happy, dass wir diesen Meilenstein jetzt abhaken werden können. Zur Feier des Tages, buchten wir uns spontan neben dran im Campingplatz ein und gingen im Café Abendessen. Das Essen dort war wirklich großartig und gute Drinks gab es auch.

Wir wollten erst am nächsten morgen nach Red Beach zurück fahren und das Auto an Shane übergeben, sobald das Geld überwiesen war und in der Zwischenzeit den Mietwagen abholen, mit dem wir die restliche Zeit in NZ verbringen wollten. Soweit die Theorie.

Wir sind also am nächsten morgen los gefahren, erstmal zum Frühstück. Wir hatten großartige Laune und freuten uns auf die nächsten Tage, an denen wir noch die letzten Ecken des Nordens erkunden wollten. Auf dem Weg zum Frühstück ist es dann passiert. Ihr erinnert euch vielleicht was ich darüber gesagt habe, wann man seine Scheibe reparieren lassen sollte. Auf jeden Fall so spät wie möglich, bevor sie intakt sein muss. Ein großer Sattelzug brauste an uns vorbei, die Straße war etwas dreckig und es lag Rollsplitt von einer Baustelle auf dem Boden – *Pling*. Wir schauten ungläubig auf die Scheibe, dann schauten wir uns an und wieder auf die Scheibe. Keiner von uns brachte einen Ton raus. Nach einer gefühlten Ewigkeit brach Frank das Schweigen:

F**********CK!!!!

Kann das wahr sein? Auf den letzten 60km? Die VIER Tage alte Scheibe? Oh  Mann war das hart….Es war übrigens Samstag, um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen.

Es gibt einige Dinge, die man über sich und das Leben lernt, wenn man unterwegs ist und beschränkte Resourcen und Handlungsalternativen hat. Eins davon ist absolute Gelassenheit, wenn das Leben mal wieder, wie ein kleiner moppeliger rothaariger Sechstklässler im Zuckerrausch schreiend auf dich zu gerannt kommt und dir laut brüllend mit Anlauf in die Eier dritt, wartet bis du zu Boden gehst, dir noch einen verwunderten, verächtlichen Blick ob deiner mangelnden Widerstandskraft zuwirft,  um dann brüllend weiter zu rennen. Was willst Du machen? Rache? Sinnlos…Heulen? Davon hört der Schmerz nicht auf. Du versuchst also dich langsam wieder aufzurichten und tief ein und auszuatmen bis der Schmerz endlich nachlässt und das tut er zum Glück immer. Musst du dich freuen oder gar darüber lachen? Im Moment auf keinen Fall, tut ja echt weh. Aber so schnell wie der Tiefschlag kam ist er auch wieder vergangen und was bleibt ist eine weitere Anekdote die andere zum Lachen oder Heulen bringt…Kopf hoch weiter geht’s…

Die zukünftige Besitzerin bestand natürlich, darauf, dass wir es reparieren lassen und wollte sich nicht mit einem Preisnachlass zufrieden geben. Konnten wir verstehen, verhagelte uns aber natürlich alle Pläne, vor allem, weil wir erst sehr spät die Nachricht bekamen, dass wir keinen Kompromiss haben. Frank hatte inzwischen den Mietwagen nach Red Beach geholt und es war spät geworden. Wir fanden mit viel Mühe noch eine Unterkunft in der Nähe und wollten am nächsten Tag wenigstens noch zur Bay of Islands, Cape Reigna war jetzt leider etwas zu weit weg, um von uns noch erreicht zu werden.

Tag 56 – BBQ bei Freunden

Okay, wir hatten also ganz früh morgens das Ungetüm zur Autoglaswerkstatt gebracht – falls jemand mal eine Scheibenraparatur in NZ braucht, die Jungs und Mädels von Novus können wir wirklich empfehlen. Schnell, fairer Preis und total freundlich. Zumindest in den beiden Filialen, die wir besuchen durften.

Danach hätten wir ihn auf den letzten Metern am liebsten in Watte eingepackt, damit nicht noch irgendwas passiert. Es verlief aber alles nach Plan, die Kohle war da, ein kleines Abschiedsküsschen auf die Haube und dann nix wie weg. Unser letzter Stand ist, dass das Beast immer noch ohne Größere Probleme durch Neuseeland rollt, also – all good!

Nach dieser ganzen Misere auf den letzten Metern des Autoverkaufs, waren wir über das was jetzt anstand mehr als glücklich. Wir haben ja bereits von unserer kleinen drei Mann Party mit Mr.Big Fella Blair in der Nähe von Wellington berichtet. Nun war es also Baden, der Pilot des Jetboats, der uns zu seiner Familie nach Hause eingeladen hat und bei dem wir auch unsere vorletzte Nacht in Neuseeland verbringen durften.

Baden hat ein tolles Haus in der Umgebung von Auckland und wir wurden sehr nett begrüßt, von ihm und seiner Frau Joan, die wir bereits aus Queenstown kannten, seinen beiden Zwillingstöchtern, den beiden dicken Katzen und dem durchgeknallten Hund, der alle auf Trapp hielt, um nur nicht zu wenige Aufmerksamkeit zu bekommen. Baden hat den Grill angeworfen, wir haben getrunken und bis spät gequatscht – etwas zerknautschte Gesichter am nächsten Morgen inklusive. Der Stress mit dem Auto war vergessen.

Da er am nächsten Tag nur ein einziges Meeting, um sieben Uhr morgens hatte, sollten wir am nächsten Tag noch in den Genuss eines ganz besonderen Ausflugs kommen.

Tag 47 – 49: Die Coromandel Halbinsel

Tag 47 – Hoch auf den Mauao

Wir waren in Tauranga angekommen, eine kleine Ferienstadt direkt am Strand an dessen nordwestlicher Spitze der erloschene Vulkan Mount Maunganui empor ragt. Eigentlich heißt nur noch dieser Suburb Mount Maunganui und der Berg trägt wieder seinen Maorinamen Mauao.  Es war Samstag, die Ferienzeit hat schon begonnen und es war richtig was los am Strand, am Strip und in den anderen Straßen die voll von Restaurants, Cafés und Boutiquen waren. Wir brauchten eine Weile, um einen Parkplatz zu finden und der war auch noch ne ganze Ecke weg vom Mauao. Dessen stattliche 232m wollten wir nämlich erklimmen, um die Aussicht auf den Tauranga Harbour zu genießen, dessen Eingang der Vulkan zusammen mit der gegenüberliegenden Matakana Island bildet. Die neuseeländische Sonne brannte unerbittlich auf uns herab aber wir möchten uns ja nicht beschweren, das haben wir ja etwa 1500km weiter südlich zur genüge getan. Und unser Aufstieg auf den Berg war ein sportliches Kinderspiel im Vergleich zu den Surf-Rescue Meisterschaften, die am Strand ausgetragen wurden. Unzählige Jugendteams verschiedener Surf-Rescue Clubswaren vor Ort, die es in NZ und Oz in jedem Örtchen mit einem Strand gibt, wie in Deutschland Fussballclubs und Musikvereine auf dem Land. Der erste seiner Art, in Australien war übrigens der Bondi Surf Bathers’ Life Saving Club, am berühmten Bondi Beach in Sydney. Die Teams wurden über den Strand gejagt und dann mit ihren Rettungssurfboards ins Wasser und wieder raus…Wir haben keine Ahnung wer gewonnen hat aber es war ein großes Spektakel.

Wir sind den Berg hoch und kamen gerade rechtzeitig, um einen Gleitschirmfliegen beim Absprung zu beobachten. Ein perfekter Startpunkt, um über der Bay of Plenty dahinzuschweben. Bay of Plenty hat James Cook diesen Flecken Erden 1769 übrigens genannt, weil er hier von allem viel und reichlich vorfand. Er sah damals zahlreiche Plantagen und Siedlung und auch heute wird hier noch vieles angebaut, von Kiwis über Zitrusfrüchte bis zu Avocados. Als die unten waren gab’s nen Smoothie zur Stärkung und dann ging es ab Richtung Coromandel Halbinsel

Tag 48 – Hot Water Beach auf  Coromandel

Hot Water Beach stand heute auf unserer To-Do-Liste. Der Strand liegt an der Ostküste der Coromandel Halbinsel in der Mercury Bay, unweit der berühmten Cathedral Cove. Einer dieser Plätze, an dem man alle, der verschiedenen Arten von Touristen  trifft: Backpacker, Work & Travel – Paare, Kurz-und Familienurlauber, zusammengewürfelte Reisegruppen die mit einem Bus am Strand einfallen. An den Hot-Water-Beach kommen sie alle. Der Grund sind heiße Quellen, deren Wasser unter dem Sand hervorkommt. Wenn man einen (Klapp-)Spaten (Grüße an Den und die Italien-Crew) dabei hat kann man sich bei Ebbe einen eigenen kleinen Thermalpool (Loch) graben und ein wenig im warmen Wasser relaxen. Wenn man keinen dabei hat, leiht man sich entweder für $5 in irgendeinem Laden des Dörfchens einen aus. Wirklich jeder Laden hat welche. Oder man erobert einfach ein verwaistes Loch, dass der letzte Chinese gegraben hat bevor ein anderer rein springt. Die ganze Geschichte hört sich auch entspannter an, als sie ist. bei 700k Besuchern im Jahr, ist das ganze ziemlich überlaufen und wird dem ganzen Hype irgendwie nicht wirklich gerecht. Ja, es ist was besonderes und damals in Italien hätten wir uns über warmes Wasser in unserem Loch am Strand riesig gefreut aber der Trubel in dem doch recht kleinen Abschnitt am Strand, war uns doch etwas zu viel und nicht ganz unser Ding. Wir haben es uns angeschaut und scheiße, das Wasser ist verdammt heiß! Frank musste natürlich ausprobieren, ob die „Caution! Hot Water!“ – Schilder nicht etwas übertrieben und nur ein PR-Gag waren. Sie waren es nicht – zum Glück ist der vergleichsweise kühle Ozean nur ein paar Schritte entfernt. Ansonsten ist der Strand wunderschön, sowie eigentlich die ganze Gegend – wahrscheinlich eine der schönsten Gegenden, die man auf unserem kleinen Planeten finden kann. Wir entspannten uns noch etwas abseits der anderen Touris. Etwas Surfen, Eis, Kaffe und dann ging’s weiter zur Cathedral Cove. Es war schon spät und so machten wir nicht mehr den ganzen Walk sondern nur eine kleine Runde und suchten uns dann einen Campingplatz. Dabei haben wir auch wieder eine besondere Perle in Cooks Beach gefunden, mit großem Pool und Jacuzzi, riesiger Küche usw. Die Dame am Empfang hat zwar ihrem Ruf aus den CamperMate-App Kommentaren alle Ehre gemacht und ist wohl die unfreundlichste Neuseeländerin, der wir begegnet sind aber Platz hatten sie dennoch mehr als genug für uns und vom Campingplatzbesitzer mürrisch angeraunzt werden, hat sich auch ein bisschen wie zuhause in Deutschland angefühlt.

Tag 49 – Cathedral Cove

Da wir die Gegend bereits am Vorabend ausgespäht hatten, wussten wir, dass man nicht ausschlafen sollte, wenn man einen komfortablen Parkplatz und ein paar einigermaßen ungestörte Shots in der Cove haben möchte. Das bedeutete für uns für raus und losgelatscht. Für die 2km zu Cove braucht man schon ca. 30min aber was man dann findet ist schon ein besonderes Juwel. Genießt die Bilder.

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Danach ging es für uns Richtung Auckland, wir hatten eine Scheibe zu reparieren und einen Beast zu verkaufen – 10 Tage bis zum Abflug in die Südsee, sie sollten spannend werden.

Tag 44 – 46 Von Raglan über Rotorua nach Whakatane

Wow, es ist inzwischen bereits 2018- Wir hoffen Ihr hattet alle schöne Feiertage mit euren Freunden und Familien, einen guten Rutsch, einen tollen Silvesterabend und einen angenehmen Start ins neue Jahr. Wir sind jetzt beinahe drei Monate unterwegs aber leider hängen wir mit unserem Blog etwas hinten dran. Das ganze soll uns ja Freude bringen und interessant bleiben und in den letzten Wochen war einfach so viel los, dass wir nicht wirklich dazu gekommen sind weiter zu machen. Aber wir wollen nichts unerzählt lassen und versprechen, dass wir aufholen werden – ganz bestimmt! Deshalb geht’s jetzt weiter mit dem Trip in das geothermal extrem aktive Gebiete von Rotorua:

Tag 44 – Raglan nach Rotorua

Das Wetter hat uns wieder mal Beine gemacht. Regen und Sturm in Raglan waren angesagt, für Rotorua sah es noch etwas besser aus. Morgens waren wir nochmal am Strand und Frank surfen und dann ging es weiter nach Rotorua. Tatsächlich riecht man die Stadt bevor man sie sieht. Vor allem der Geruch von Schwefel zieht immer wieder an einem vorbei. Das mag nicht besonders angenehm sein, es ist aber auch nicht sehr störend, für uns war es eher interessant und spannend. An vielen Orten waberten dicke Nebelschwaden zwischen Bäumen und Sträuchern hervor, ohne dass man es von dort erwartet hätte. Wir waren gespannt was es noch zu sehen gab. Da es schon später Nachmittag war, als wir ankamen, suchten wir nach einem geeigneten Campingplatz bei dem wir auch noch Abendessen kochen konnten. Wir haben dabei einen echten Volltreffer gelandet. Nur fünf Kilometer vom Wai-O-Tapu Wonderland, in dem man sich einige der interessantesten geothermalen Phänomene, wie den berühmten Champagne Pool anschauen kann, liegen die Waikite Valley Thermal Pools. Dieses kleine Freibad, das über sieben heiße Schwimmbecken und Pools verfügt, die von einer heißen Thermalquelle etwas oberhalb gespeist werden, beherbergt nämlich außerdem einen kleinen Campingplatz. Der Clou ist, dass die Camper abends nach den Tagesgästen und morgens bevor das Personal da ist, die Pools benutzen können. Das ganze Gelände ist nicht sehr groß und alles ist sehr gedrungen aber die Pools sind toll und haben einen klasse Ausblick auf die Umgebung. Und das ganze hat uns nur ein paar Dollar mehr gekostet, als ein normaler Campingplatz. Dieser Tag war wahrscheinlich unser Glückstag, denn zu allem Überfluss haben wir auch noch den letzten Platz ergattert. Naja Glückstag ist vielleicht etwas übertrieben, denn kurz vor Sonnenuntergang hat uns das schlechte Wetter dann doch noch eingeholt und es fing an in Strömen zu regnen. Uns hat es dadurch nur noch mehr Spaß gemacht. Es war ein tolles Licht und eine wunderbare Atmosphäre, in der wir total gechillt in den heißen Pools gelungert haben. Als sich der Hunger langsam bemerkbar machte, regnete es leider immer noch und wir mussten einige Sprints zum Beast und zurück zur Küche hinlegen. Die Küche war winzig und wir mussten uns sie auch teilen aber es hat total viel Spaß gemacht. Die anderen Camper waren alle total nett, unser gutes Essen hat uns glücklich gemacht, Bier und Wein hatten wir auch noch dabei und der Regen legte sich dann auch kurz vor dem Schlafengehen und war am nächsten morgen wieder Sonnenschein gewichen.

Tag 45 – Wai – O – Tapu Wonderland

Wir nutzten natürlich die Chance das Bad nur mit ein paar anderen Frühaufstehern zu teilen, waren schon vor dem Frühstück um sieben Uhr im Wasser und haben uns auch noch die Quelle angeschaut, aus der das kochend heiße Wasser an die Oberfläche kommt. Ein klasse Start in den Tag. Falls Ihr mal Campen in der Gegend seid -> Hier ist der Link. Danach gab es schnelles Frühstück und den Kaffee sparten wir uns für das nächste Ziel auf. Das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland ist einer der Touristenmagnete der Umgebung. Die Kulisse der Herr der Ringe Saga ist noch in näherer Umgebung  und einige Maoridörfer in denen für Touristen Maorikultur dargeboten wird.

Die Begeisterung für Herr der Ringe ist an uns beiden etwas vorübergegangen, sodass das Preis-Leistungsverhältnis, es nicht rechtfertigte sich mit 15 Chinesen in 15 Minuten durch die kleinen Hobbithäuschen scheuchen zu lassen. Fällt wohl in die Kategorie „Must See“ von dem wir uns Fernhalten…Über die Maorivorführungen haben wir leider auch nicht sehr viel gutes gehört und unsere Vermutung, dass das alles sehr nach Zirkus und Menschenzoo aussieht wurde uns auch bestätigt – davon haben wir genug auf der Wiesn, das brauchen wir net auch noch in Neuseeland. Die bunten Seen und dampfenden Löcher wollten wir uns aber nicht entgehen lassen und waren auch bereit uns dafür etwas in die Touristenmaßen zu stürzen. Immerhin konnte man hier so lange rumspazieren wie man möchte und es gab auch keine Uhrzeiten auf die man achten musste. Einzig der Lady – Knox Geysir wird nur einmal am Tag zur Eruption gebracht (häufiger geht einfach auch gar nicht) um 10:30 Uhr. Wussten wir nicht – hatten aber mal wieder Dusel im Gepäck, waren pünktlich da und saßen in der ersten Reihe.

Der lustige Asiate neben uns freute sich so sehr über die Wasserfontäne, dass wir fast Angst hatten, dass das nicht die einzige Eruption war, die in diesem Moment stattgefunden hat. Ein interessantes Schauspiel war es allemal, also der Geysir. Mann muss etwas hineinwerfen, dass die Oberflächenspannung des Wasser auflöst, dadurch vermischen sich kaltes Wasser an der Oberfläche und heißes Wasser weiter unten und es kommt zur Fontäne. Seife würde funktionieren, wäre aber nicht besonders schön für die Umwelt, daher greifen die Betreiber auf andere, organische Mittel zurück. Den Gefangenen, die den Geysir beim Wäsche waschen entdeckt hatten, ist allerdings tatsächlich ein Stück Seife rein gefallen.  Auch ohne die Seife kommt es irgendwann zur Eruption, nur leider lässt sich die nicht so schön auf jeden Tag 10:30 ansetzen.

Danach sind wir alle Wege im Wonderland abgegangen und haben tolle Bilder gemacht bevor wir die weitere Reise Richtung Norden an die Küste zwischen Whakatane und Tauranga angetreten haben.

Und genau jetzt ist es das erste Mal passiert, wir können uns zum ersten Mal nicht daran erinnern, wo wir an diesem Abend übernachtet haben. Den Abend davor und den Abend danach, kein Problem. Aber an diesem einen Abend fehlt uns die Erinnerung. Wahrscheinlich wüssten wir es sofort wieder, wenn wir einen Hinweis hätten aber es existieren keiner Bilder, wahrscheinlich weil das schlechte Wetter seit dem späten Nachmittag wieder da war. Am nächsten morgen ist uns jedoch eine Sache aufgefallen mit der wir noch etwas Ärger haben sollten…

Tag 46 – Pünktlich zu Weihnachten bekommen in Neuseeland die Windschutzscheiben was ab

Dass die Straßen in NZ nicht mit denen in Deutschland zu vergleichen sind, hat sich ja bereits rumgesprochen. Die meisten Highways sind gerade mal zweispurig, normale Straßen können recht eng sein und viele Landstraßen haben keinen festen Fahrbahnbelag sondern sind mal bessere mal schlechtere Schotterpissten. Das heißt die Autos hier müssen einiges aushalten und es hilft vorausschauend zu fahren, um nicht jedes Schlagloch mitzunehmen. Wogegen man allerdings mehr oder minder machtlos ist, sind Steinschläge auf der Windschutzscheibe (jetzt haben alle „Carglass repariert, Carglass tauscht aus“ im Kopf). Wenn ein 40-Tonner auf einer dieser engen Straßen mit 80 bis 100 Sachen an euch vorbei rauscht, braucht es schon Konzentration, um das Lenkrad gerade zu halten. Den folgenden Kieselhagel kann man nur mit zugekniffenen Augen über sich ergehen lassen und hoffen, dass maximal der Lack was abbekommt. Wir hatten bis hierher Glück aber irgendwann an Tag 45 oder morgens an Tag 46 muss es passiert sein. Ein Stein hatte die Scheibe am rechten unteren Rand getroffen und es zog sich ein etwa 12cm langer Sprung von recht unten nach links oben durch die Scheibe. Die Damen im ersten Autoglass laden haben uns ausgelacht, als wir fragten ob man das innerhalb von ein paar Stunden reparieren könnte, kann man schon, allerdings kommen so viele vor uns dran, dass wir bis nächsten Donnerstag (5 Tage + Wochenende) hätten warten müssen. „Es scheint als müsste zu Weihnachten jeder seine Scheibe tauschen lassen“, war der Kommentar den wir zu hören bekamen. Beim nächsten Laden, hatte man uns dann wenigstens bestätigt, dass dieser Schaden nicht zu reparieren ist und die Scheibe getauscht werden müsste und wir das am Besten tun sollten, wenn wir ein paar Tage an einem Ort bleiben.

Wichtiger Tipp:  Wenn Ihr jemals in NZ an diesem Punkt seid, also:

  • Scheibe kann NICHT repariert werden
  • nächster Warrant of Fitness (WOF) steht erst in einiger Zeit an
  • Ihr wollt das Auto nicht verkaufen

Lasst die Scheibe NICHT reparieren, wartet auf jeden Fall bis auf den allerletzten Drücker. Warum? Aufklärung folgt im Bericht von Tag 54.

Wir hatten uns also entschieden, die Scheibe erst wenn wir in Auckland sind und das Auto verkaufen, reparieren zu lassen. Vorher wollten wir uns aber noch die Coromandel Halbinsel anschauen, auch wenn der Zeitplan immer enger wurde. Nächstes Ziel war Tauranga  und der Mount Maunganui.

 

 

Tag 39 – 43 – Über den Surf Highway 45 nach Raglan

Der New Zealand State Highway 45 beschreibt einen Halbkreis nach Westen in dessen Mittelpunkt der Mount Taranaki thront. Da es zwischen Hawea und New Plymouth mit dem Highway 3 eine wesentlich kürzere Route durch das Inland gibt, wird der Highway hauptsächlich von Einheimischen und Touristen auf der Suche nach Surfspots genutzt. Und von beinahe jedem Punkt hat man einen wunderbaren Ausblick auf Mount Taranaki, solange sich dieser nicht hinter einer dicken Wolkenwand verbirgt.

Wir verbrachten einige Tage hier an den schönen Stränden und Frank hat viele Möglichkeiten zum Surfen. So langsam bereiteten wir uns auch darauf vor, unser liebgewonnenes Beast wieder zu verkaufen und schossen einige Fotos für die Anzeige. Mount Taranaki, der sich uns die ersten zwei Tage noch freundlich präsentiert hatte, verbarg sich jedoch am dritten Tag nur noch hinter dicken Wolken, sodass wir uns nicht zu einem Besuch durchringen konnten.

Insgesamt zog von Süden eine Gewitterfront in unsere Richtung, begleitet von Warnungen vor starken Regenfällen. Das veranlasste uns dazu unseren kleinen Vorsprung, den wir noch vor dem schlechten Wetter hatten zu nutzen und weiter nach Norden in Richtung Raglan zu fahren. Raglan ist ein schöner kleiner Ort etwas weiter nördlich an der Westküste und gilt als die Surf-Hauptstadt Neuseelands. Leider gab es nicht genug Swell für die meisten der zahlreichen Spots an diesem Küstenabschnitt aber der lange Beachbreak von Ngarunui enttäuscht eigentlich nie und so gab es auch hier einige Möglichkeiten zum Surfen. Ansonsten war in dem kleinen Dörfchen nicht viel los und wir entspannten und machten ein paar Tage Strandurlaub.

Allerdings hatte sich die Schlechtwetterfront in unserem Nacken nicht aufgelöst und genug Zeit hatten wir auch nicht mehr, um den nächsten Swell abzuwarten, also brachen wir nach einem sonnigen Morgen am Strand die Zelte ab und machten uns auf nach Rotorua. Der Ort der himmelhohen Geysire, heißen Quellen und blubbernden Schlammlöcher und die Heimat faszinierender Maori-Kultur oder „the only place where you can fart and get away with it“, wie einer unserer Freunde aus Auckland diesen Ort bezeichnete.

Tag 36 – 38 Man trifft sich immer mindestens zwei Mal

In den nächsten Tagen gab es gleich zwei Mal ein Wiedersehen zu feiern, sowohl geplant als auch ungeplant. Es waren noch 3 Wochen bis wir Neuseeland verlassen würden, vorausgesetzt alles würde verlaufen wie wir es geplant hatten, vor allem was den Verkauf des Autos betraf. Das hieß unsere Zeit, um die Nordinsel zu erkunden war beschränkt, deshalb wollten wir schleunigst damit anfangen und mit der Fähre von Picton nach Wellington übersetzen. Wir erkundeten noch etwas die Gegend und Nelson bevor wir nach Picton weiterfuhren. In Nelson genehmigten wir uns noch ein wirklich exzellentes Mittagessen im Boat Shed Café. Hier wurde die Schlussszene von das Piano gedreht. Ich muss zugeben, dass ich den Film nicht gesehen habe, das Restaurant ist aber toll und das Essen war herausragend. Lieber Michael, Danke für den tollen Tipp, das hat sich gelohnt!

Tag 36 – Zufälliges Wiedersehen

In Picton haben wir uns wieder einen netten Campingplatz gesucht von dem aus wir früh morgens zur Fähre aufbrechen konnten. Als wir auf den Platz fuhren, war Frank darauf gefasst, dass Jessi wie immer einen Platz aussucht (@alle Männer: Macht niemals den Fehler selbständig den Platz beim Camping auszusuchen, dabei müssen sehr viele Parameter bedacht werden, welche das männliche Gehirn nicht in der Lage ist richtig zu verarbeiten, wie etwa die optimale Entfernung zur Toilette in Kombination mit Lautstärke, Lichteinfall und optimaler Untergrundbeschaffenheit), als diese fröhlich feixte: „…oder wir stellen uns einfach zu den Beiden da drüben, die kennen wir doch schon“. Tatsächlich hatte uns der Zufall zu zwei Bekannten ganz aus dem Süden geführt. Als wir in Riverton halt gemacht haben, hatten wir die beiden Weltreisenden, die normalerweise in Zürich leben getroffen und nun saßen sie wieder da, nachdem sie den ganzen Weg in die entgegengesetzte Richtung von uns hinter sich gebracht hatten. Wir hatten einen lustigen Abend bis uns die Sandflies in unsere Camper vertrieben und würden am nächsten Tag zusammen die Fähre nach Wellington nehmen. Doch bevor wir uns ins Auto verzogen hüpften wir noch auf dem riesigen Luftkissen rum das es auf dem Campinlplatz gab. So ein geiles Teil brauchen wir irgendwann im Garten

 

Tag 37 – Die Fähre nach „Hippster Town“

Dann war es soweit, wir würden die Südinsel verlassen und zurückkehren zur Nordinsel. So eine Fahrt mit einer Autofähre ist immer ein Erlebnis. Großes Schiff, viele Autos, beim Beladen muss alles richtig koordiniert werden, alles ist ausgemessen und folgt einem strengen Ablauf. Als wir endlich auf dem Schiff waren, genoßen wir die Aussicht auf dem Panorama Deck bei einem Drink und plauderten. Wir rätselten, ob wohl jeder der Autobesitzer seine Alarmanlage deaktiviert hatte, wie es die Transportbestimmungen vorsehen. In diese Verlegenheit konnten wir ja selber glücklicherweise nicht kommen. Kaum losgefahren bescherte uns ein weißer VW Touareg das erwartete Hupkonzert. Der Besitzer hatte offenbar die Bedienungsanleitung nicht sehr aufmerksam gelesen, denn auch beim zweiten Versuch, blinkte und hupte sein Auto fröhlich weiter nachdem es einige Minuten ruhe gegeben hatte. Mehr amüsiert als gestört beobachteten wir das Treiben und hatten einen tollen Cruise durch die Marlborough Sounds. In Wellington angekommen, trennten sich unsere Wege wieder. Wir machten uns auf in Richtung Innenstadt. Hochhäuser und Großstadtfeeling hatten wir tatsächlich vermisst und Frank musste unbedingt zum Friseur.

Wenn es einen Gradmesser für das „Hip“-sein einer Stadt gibt, ist das im Jahre 2017 garantiert die Dichte an Barbershops oder auch auf Deutsch, Herrenfriseure die sich auf Frisuren spezialisiert haben, für die es Pomade und Wachs benötigt und die einen Bart nicht komplett abnehmen sondern in der Lage sind diesen zu stutzen und zu stylen. In Wellington gibt es viele und ich meine sehr viele Barbershops.  Zu vergleichen in etwa mit der Anzahl an Starbucks Cafés in einer nordamerikanischen Großstadt vor etwa zehn Jahren. Wenn diese dann auch noch so ausgebucht sind, dass der Frisör dich fast auslacht, wenn du den Laden ohne Termin betrittst, weißt du, okay hier ist ein hohes Maß an Hipsterkultur vertreten. Und auch auf der Straße sieht man viele junge Leute die modisch gekleidet sind. Es gibt viele Studenten, die wie auch in anderen Städten das Gesicht der Stadt prägen. Wellington ist damit ein starker Kontrast  zu den ländlichen Gegenden der Südinsel, die wir die letzten Wochen bereist haben. Das kann man toll finden oder auch nicht, wir mochten es jedenfalls und hatten eine gute Zeit. Lunch hatten wir in einem viel besuchten Restaurant im Surf-Rescue Turm an Wellingtons Surfstrand und beim dritten Anlauf bekam Frank dann auch endlich die Haare geschnitten. Wir streunten noch ein bisschen durch die Straßen bevor wir uns einen schönen Campingplatz am Strand etwas nördlich suchten und waren abermals Zeuge eines wunderbaren neuseeländischen Sonnenuntergangs.

Tag 38 – Ein geplantes Wiedersehen – Party @ Big Fella’s

Wir fuhren nochmal nach Wellington, um uns dasTe Papa Tongarewa anzuschauen, das Nationalmuseum Neuseelands. Unter anderem gibt es hier den größten Riesenkalmar, der bisher untersucht wurde und sich in einer Ausstellung befindet. Mit einem Durchmesser von 27cm haben diese Tiere die wahrscheinlich größten Augen der Welt. Die Größe des Tintenfisches ist wirklich beeindruckend, dennoch kann mich ein in Formaldehyd eingelegtes hinter einer dicken Glasscheibe, in einen Tisch eingelassenes Präparat nicht wirklich mitreissen. Wer schon einmal einen kleinen Kalmar im Wasser gesehen hat, weiß wie elegant sich diese Tiere bewegen und wie schön sie aussehen. Sehr eindrucksvoll müssen diese Riesen sein, wenn sie in finsteren Tiefen in eiskaltem Wasser auf Beutefang gehen. Davon kann der farblose Koloss der hier begraben liegt leider nur wenig transportieren.

Es gibt im Museum noch einiges mehr zu entdecken. Eine Ausstellung zeigte beispielsweise die Verbundenheit der Maori zum Land und dessen Ressourcen und Natur, durch zahlreiche Artefakte und Geschichten. Aus allen vier Himmelsrichtungen war hier die Hälfte eines besonderen Steins ausgestellt, der die Region prägt, gemeinsam mit dessen Bedeutung und Erklärung über den Ort an dem sich die andere Hälfte befindet, jeweils im Norden, Osten, Süden und Westen. Anfassen und spüren erwünscht!

Am Abend stand ein echtes Highlight an, auf das wir uns schon lang freuten. Wir hatten eine Einladung von einem unserer Freunde aus Wanaka. Blair oder Big Fella, wie ihn seine Freunde alle nennen, hatte uns in sein Zuhause, etwa zwei Stunden nördlich von Wellington eingeladen. Fast direkt am Strand lebt er hier mit seiner Patchworkfamilie. Diese war als wir eingetroffen sind allerdings komplett ausgeflogen, sodass wir einen lustigen Abend zu dritt genießen konnten. Wir verstanden uns auf Anhieb wieder so brillant wie im Süden und lachten und tranken die ganze Nacht. Blair hatte lecker für uns gekocht  und genug Getränke eingekauft. Party geht eben auch zu Dritt und da wir auch nur ein paar Meter zum Strand hatten stand einem nächtlichen Sprung ins kühle Nass auch nichts im Wege. Wir hatten einen großartigen Abend und hoffen, dass wir uns für die Gastfreundschaft eines Tages revanchieren können. Die Daten für die Wiesn haben wir unserem Big Fella auf jeden Fall hinterlassen und einen Schlafplatz halten wir abrufbereit.

Tag 33 – 35 Abel Tasman National Park

Tag 33 – Durch das Inland nach Abel Tasman

Wenn man sich die Karte anschaut, scheint die schönere Strecke in den Norden, die über Kaikoura an der Ostküste entlang zu sein. Allerdings wurde diese Region im November 2016 von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,8 getroffen, was nicht nur zum tragischen Verlust zweier Menschenleben geführt hat, sondern auch große Teile der Infrastruktur beschädigte. So war Kaikoura nach dem Beben erst einmal von der Außenwelt abgeschnitten, da sowohl der Hafen, als auch Abschnitte des National State Highway 1, nördlich und südlich von Kaikoura schwere Schäden aufwiesen. Der Highway, der im Osten direkt am Wasser liegt und im Westen von steilen Felsen begleitet wird, war hauptsächlich durch Erdrutsche unbefahrbar geworden. Die NZ Transport Agency hat unter dem Namen „Moving Mountains to Reconnect Communities“ das Wiederaufbauprojekt gestartet und dazu viele interessante Informationen und Bilder auf einer Website zur Verfügung gestellt -> hier

Diese Route konnten wir also nicht nehmen, um zum Abel Tasman National Park zu kommen und verzichteten deshalb auch auf einen weiteren Besuch in Kaikoura. Unser Weg führte uns nun geradewegs durchs Inland:

Die Strecke ist relativ ruhig und schön aber nicht wirklich spektakulär im Vergleich zu anderen Straßen in Neuseeland, allerdings wird man für die lange Fahrt mit einer der, unserer Meinung nach schönsten Gegenden Neuseelands belohnt. Tasman, Nelson und Marlborough beeindrucken durch wunderbare Strände, klares Wasser, Palmen, Plantagen und nicht zuletzt durch die Sounds und diesmal werden wir sie auch genießen können, außer die Fähre zur Nordinsel fährt nicht mehr…

Tag 34 – Kayak fahren in Abel Tasman

Wir hatten uns nach einem spitzen Tipp von unseren Freunden aus Österreich, bei Old Mac Donald’s Farm in Marahau am Südrand des Abel Tasman National Park einquartiert. Ein schöner großer Campingplatz, dessen Gebäude und Anlagen zum aller größten Teil mit natürlichen Materialien und selbst gepflanzten Bambus gestaltet sind und wie der Name schon nahe legt auch einige vierbeinige Bewohner beherbergt. Das Highlight waren dabei  die Lamas, die stoisch in ihrem Gehege am Wegesrand stehen und beobachten wer sich da so an ihrem Zuhause vorbeischleicht. Den ein oder anderen sollen die ja schon mal angespuckt haben…kaum zu glauben eigentlich bei diesen riesigen braunen Kulleraugen die einen da anschauen. Eine freudige Unruhe kann man bei ihnen erzeugen, wenn man die Äste der nahen Bäume nach unten zieht, damit sie mit ihren langen Hälsen an die leckeren grünen Blätter kommen. Es sieht zum schießen aus und plötzlich hat man neue Freunde gefunden. Die Freundschaft endet jedoch schnell, wenn man seine Hand vom Ast nimmt, dann schauen einen die großen Augen traurig und vorwurfsvoll an. Allerdings können wir nicht den ganzen Tag da rum stehen und die Bäume festhalten, wir wollen ja zum Kayak fahren!

Wir haben uns ein Kayak gemietet, den Transport und eine Sicherheitseinweisung gab es gratis dazu. Auf den Guide wollten wir verzichten und lieber alleine auf Erkundungstour gehen. Wir starteten bei Flut aus Marahau und erpaddelten uns unser Mittagessen, dass wir gut verstaut im Kayak dabei hatten, auf dem Weg Richtung Norden. Vorbei und durch die Apple Tree Bay bis zu einem kleinen einsamen Strand in der Akersten Bay. Wie so oft hatten wir dieses kleine Stück Sand nicht ganz für uns allein sondern mussten es bald mit anderen Kayakern teilen. Allerdings trug das auch erheblich zu unserer Erheiterung bei: Wenn man am Meer mit Essen unterwegs ist, ist ein fliegender Küstenbewohner meist nicht weit – die gemeine Möve. Eigentlich sind diese Vögel nicht besonders penetrant aber sie nutzen jede kleine Möglichkeit die sich ihnen bietet, um etwas zu stibitzen. Das musste das französische Pärchen, dass neben uns gelandet ist an diesem Nachmittag auf unangenehme Weise lernen. Als eine Möve etwas klauen wollte, was die beiden im Kayak zurück gelassen hatten, sprangen beide auf, um sie davon abzuhalten. Das nutze ein anderer Artgenosse sofort um die gerade ausgepackte Tüte mit den Sandwiches zu schnappen und sich damit auf und davon zu machen, die anderen Möven und das Pärchen machten sofort Jagd auf den Dieb aber da gab’s nix mehr zu holen. Spiel, Satz und Sieg für diesen gefiederten Kollegen.  Da die beiden nicht aussahen, als ob sie gleich verhungern würden und auch noch ein paar Kekse übrig hatten, behielten wir unsere Sandwiches für uns und die Möwen auf Abstand. Auch das andere Pärchen war anscheinend gekommen, um uns zu unterhalten. Die beiden Amerikaner (vielleicht waren es auch Neuseeländer oder Australier aber Amerikaner passte irgendwie am Besten) waren etwas älter als wir aber ordentlich durchtrainiert. So fit, dass ihnen das paddeln wohl nicht genug Anstrengung war und sie noch etliche Klimmzüge an einem vorstehenden Felsen direkt am Strand machten. Ganz so ambitioniert waren wir nicht. Als es aber wieder ins Wasser ging konnte man sehen, dass der andere Kayakverleih eine wohl nicht ganz so eindringliche Einweisung vorgenommen hat, wie unserer. Es hatte sich in der Zwischenzeit ein nicht zu unterschätzender Shorebreak gebildet, durch diese Brandung musste man das Kayak bekommen, um weiter zu paddeln. Jessi maulte noch, dass der Muskelmann seine Freundin sogar VORNE das Kayak festhielt, damit sie besser einsteigen konnte…das hätte er besser gelassen, denn sobald er sich auf den Weg zu seinem Sitzplatz machte und die nächste Welle kam, drehte sich das Boot und bekam eine volle Breitseite ab. Die verzweifelten Versuche, das Unausweichliche zu verhindern waren erfolglos und so rannten wir schnell rüber, um den beiden zu helfen ihr geflutetes Kayak wieder an den Strand zu ziehen. Nach 15 Minuten Kayak leer pumpen waren sie wieder bereit für einen neuen Versuch. Wir halfen ihnen. Sie Habens geschafft. Die Show war großartig.

Auf dem Rückweg hatten wir vor Adele Island noch eine besondere Begegnung. Ein Zwergpinguin dümpelte nur ein bis zwei Meter von unserem Kayak entfernt im Wasser herum. Der Kleine war wohl noch sehr jung wie wir aus seinem noch teilweise in der Mauser befindlichen Gefieder geschlossen haben. Völlig unbeeindruckt, weder von uns noch von den großen Yachten und Booten, die da so rum schipperten oder vor Anker lagen schwamm er da seelenruhig im Wasser rum. Wir freuten uns vor allem, weil wir vorher zu faul waren noch um die Insel zu paddeln, um noch ein paar Robben zu sehen. Wir ruderten zum Ausgangspunkt zurück, wo jetzt schon einige Jungs mit Traktoren die ganzen Kayaks und Boote über den Strand zurück brachten, da inzwischen Ebbe war und das Wasser so weit zurück ging, dass wir uns etwa 300m Ruderstrecke ersparen konnten.

Tag 35 – Im Auge des Kiwi

Nach einem guten Abendessen und einer kleinen abendlichen Internetsession an der Rezeption des Camps inkl. Bier und Wein, sind wir tot ins Bett gefallen und mit etwas Muskelkater in den Armen am nächsten Morgen aufgewacht. Heute wollten wir es noch mal wissen, die Zeit auf der Südinsel neigte sich langsam dem Ende zu und ein bisschen was wollten wir noch mitnehmen. Durch den kompletten Nationalpark bis an den nördlichsten Zipfel der Südinsel sollte es gehen. Einer der schönsten Strände, der es sogar mit einem Bild in die mitgelieferten Desktophintergründe von Windows 10 geschafft haben soll (ich hab das nicht überprüft) wurde uns versprochen. Na dann wollen wir mal sehen. Das Beast bahnte sich seinen Weg zwischen den Nationalparks direkt zum sogenannten Auge des Kiwi. Deshalb „Auge“, da dieser Landstrich lustigerweise tatsächlich einige Ähnlichkeit mit dem kleinen lichtscheuen Laufvogel hat und Wharariki Beach genau dort liegt, wo man das Auge dieses Kiwis erwarten würde.

Bevor wir den 15min Spaziergang zum Strand antraten gab es noch einen Kaffee zur Stärkung. In der Zwischenzeit kam ein großes Vogelstraußmännchen  zur Bewachung unseres Autos vorbei und diese Aufgabe nahm er ziemlich ernst. Jessi lies er als wir zurückkamen erstmal nicht mehr einsteigen. Mit große Federn, viel Gegacker und Getanze hielt er sie auf Abstand zum Beast. Könnte ja jeder kommen unsere Sachen waren in unserer Abwesenheit auf jeden Fall in Sicherheit.  Der Strand war wirklich schön und die lange Reise wert aber schaut selbst.

Als wir zurückkamen, konnten wir dann auch den Strauß davon überzeugen, dass er sich lieber wieder auf seine Artgenossen konzentriert und unser Auto in frieden lässt. Spät dran waren wir aber trotzdem schon und so kamen wir nicht mehr so weit wie geplant und verbrachten die Nacht in einem kleinen aber gut ausgestatteten Hinterhofcampingplatz, der eigentlich schon voll war, wir aber noch ein kleines Plätzchen vor einem der Häuschen ergattern konnten. Die Maori-Damen die hier ebenfalls unterkamen waren schon ordentlich angeheitert und es herrschte gute Stimmung, daher konnten wir auch ohne schlechtes Gewissen noch ein spätes Abendessen kochen und fielen zufrieden ins Bettchen.

Tag 31 – 32 – Zurück zum Ausgangspunkt

Tag 31 – Scenic Breakfast und “Sie fliegt, oh mein Gott sie fliegt!!!”

So schön der Ort bei Nacht auch war, am nächsten Morgen hatte uns die Realität dieses Campinglochs wieder eingeholt – Frühstücken hier? Naaaaa – eher nicht! Wir suchten uns einen schönen und ruhigen Platz auf der Ostseite des Sees und frühstückten mit Sonnenschein und toller Aussicht.

Nach dem Essen dachte sich Frank, dass es eigentlich eine tolle Kulisse für ein paar Drohnenbilder wäre. Eigentlich kein Problem, der moderne Traveller hat ja jeglichen Schnick-Schnack dabei und so haben auch wir unsere kleine Drohne, die wir extra für den Trip angeschafft haben. Allerdings gibt es da noch ein Detail, dass wir euch bislang verschwiegen haben. Als wir genervt vom Schnee, Te Anau und Milford Sound verlassen hatten, haben wir an einem See mit einem wunderschönen kleinen Lookout halt gemacht. Und wozu hat man eine Drohne, wenn man die nicht auch mal über Wasser einsetzt. Naja es kam wie es manchmal eben kommt (allerdings aber auch in diesem Fall nicht kommen musste). Es war ein wenig windig und die GPS Steuerung der Drohne hat versagt, was zu einer unsanften Wasserlandung geführt hat…Als Frank sie aus dem Wasser gefischt hat, blinkte sie noch. Den Akku sofort abgezogen und alles Wasser abgetropft, musste sie natürlich trotzdem erstmal trocknen. Also ab damit auf die Frontscheibenlüftung. Kalt war uns zu dem Zeitpunkt ohnehin die ganze Zeit, also kein Problem die Heizung und Lüftung laufen zu lassen. Am nächsten morgen wollte Frank die vermeintlich schon recht trockene Drohne starten aber nach etwa drei Sekunden hat der Lüfter gestoppt und das kleine Fluggerät war vermeintlich tot, evtl. für immer aber mindestens bis zum Einschicken beim Hersteller – dachten wir, hatten aber die Hoffnung noch nicht vollends aufgegeben und trockneten beim Fahren weiter an der Frontscheibe.

Nun war am Lake Tekapo der Moment der Wahrheit gekommen, noch kaputter konnte man sie ohnehin nicht machen. Entweder sie ging oder halt eben nicht…Und sie ging und die Freude war groß und fröhlich hüpften wir um den Van und ließen sie über uns fliegen und Bilder von der tollen Aussicht machen.

Wir schwankten noch bei der Frage ob wir eine weitere Nacht hier verbringen sollte um bei einer Stargazingtour am Abend die Sterne noch aus einem netten Whirlpool zu betrachten. Nachdem die Bewertungen dazu für den Preis eher schlecht ausgefallen ist und der Wetterbericht auch nicht optimal war, entschieden wir uns schließlich dazu weiter zu fahren. Erstmal nach Chistchurch, dem Startpunkt unserer Reise um die Südinsel und danach weiter Richtung Norden, zur Sonne und zu wärmeren Temperaturen.

In Christchurch machten wir wieder in Waikuku Beach halt. Das Wetter war super und surfen lässt sich an diesem Strand auch richtig gut. Wir waren glücklich und stolz, dass wir nach dieser langen Tour wieder an dem Ort angekommen waren an dem wir unsere erste Nacht im Van verbacht hatten. Es fühlte sich ein bisschen wie ein Abschluss an und war auch gleichzeitig der Tag, an dem wir seit einem Monat unterwegs waren. Wahnsinn nur ein Monat soll das gewesen sein? Vom Abflug in München bis zu diesem Tag sind tatsächlich erst 31 Tage vergangen. Es war schon so viel bis hier her und wenn es so weiter geht die nächsten sechs Monate dann wurden unsere Erwartungen um ein vielfaches übertroffen.

Tag 32 – Fröhliches Wiedersehen

Wir hatten uns keine anstrengenden Pläne für den Tag auferlegt, bastelten etwas am Blog herum und schauten mal was so passierte. Mittags erreichte uns per Instagram die Nachricht von unseren Freunden aus Dunedin, mit denen sich unsere Wege leider schon in Moreaki getrennt hatten, ob wir auch in Christchurch seien. Sie hätten ihren letzten Abend und wollten noch ausgehen, ob wir Lust hätten. Aber Hallo? Als ob man uns bei sowas zwei mal fragen müsste. Wir freuten uns total die beiden nochmal wieder zu sehen und hatten einen tollen Abend in der Little High Eatery. Ein cooler Laden, eine Art Foodcourt aber nicht wie üblich mit Plastikstühlen im Untergeschoss einer ungemütlichen Mall, sondern in einem wirklichen stylischen Lokal. Es gab Sushi, Pizza, Burger, Steaks, Thai und Cocktails und alle Restaurants die hier unter einem Dach arbeiteten sind Familienbetriebe. Das Essen war nicht vom anderen Stern aber auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man ohnehin in Christchurch unterwegs ist. Wir waren auf jeden Fall satt und zufrieden und wollten den Abend eigentlich gar nicht wirklich enden lassen, allerdings stand uns am nächsten Tag eine lange Fahrt bevor und man soll ja auch aufhören, wenn es am schönsten ist. Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen, ob in München oder der Wildschönau, weit ist es ja nicht. Liebe Grüße!

Tag 30 – Neue Teile für das Beast in der Hauptstadt des Steampunk

Spring halt an…

Nach dem Aufwachen und einem gemütlichen Frühstück auf dem Campingplatz direkt bei den Moreaki Boulders, wollten wir uns auf den Weg ins Inland machen. Lake Tekapo, der für seine außergewöhnlich schönen Sternenhimmel bekannt ist, sollte das nächste Ziel werden. Aber die Rechnung hatten wir wie immer ohne unser wankelmütiges Gefährt gemacht. Der Anlasser hatte schon häufiger nicht gleich beim ersten Versuch reagiert aber nun dreht er sich gar nicht mehr und es klickte nur noch. Auch beim zehnten Versuch tat sich gar nix. Man sollte eben sofort zu Werkstatt, wenn der Anlasser nicht mehr so richtig will aber die Elektronik ohne Probleme arbeitet. Aber jetzt mussten wir die Hütte erstmal wieder zum laufen bekommen sonst wird auch der Weg zur Werkstatt schwierig. Der Campingplatz war leicht abschüssig, sollte zum anschieben reichen – wir standen allerdings, wie hätte es auch anders sein können, fast unten. Glückwunsch, versucht mal eure fahrbare Wohnung den Berg hoch zu schieben. Außer uns war übrigens im Moment sonst kein Mensch zu sehen. Na dann schieben wir die Karre mal den Hügel hoch…ohne dass sie runte rollt, also muss jemand drin sitzen…keine Chance. Viel zu schwer für einen allein auf der feuchten Wiese. In der letzten Verzweiflung bevor wir den ganzen Campingplatz alarmierten haben wir noch einmal versucht ihn zu starten und man glaubt es kaum, die alte Zicke ist angesprungen. Jetzt bloß nicht mehr ausgehen lassen, wer weiß ob er nochmal anspringt. Die nächste Werkstatt war in Omaru, der Hauptstadt des Steampunks. In NZ ist sowieso jedes Kaff die Hauptstadt von irgendetwas – Haupstadt des Brots, Hauptstadt der Forellenzucht, Haupstadt der dämlichen Hauptstädte. Es gibt für alles eine Hauptstadt. Wir waren also in der Haupstadt des Steampunks gelandet.

Zugegeben, es gibt schlechtere Orte in denen man sein Auto zur Werkstatt bringen kann, als ausgerechnet in einer in der an jeder Ecke einen Haufen rostiges Metall zu irgendeiner Art Maschine zusammengebaut ist. Es zeigt doch, dass eine gewisse Affinität zu Handwerk, Metall und Motoren besteht. Das Beast wird zwar nicht mit Dampf betrieben – anhören tut es sich trotzdem manchmal wie eine alte Lokomotive.

Wir haben einen sehr guten Autoelektriker gefunden (der dann übrigens 15 Mal probieren musste, bevor der Anlasser wieder einmal nicht funktioniert hat – soviel zum Thema bloß nicht ausgehen lassen… ). Er meinte bis zum Feierabend hätten sie es repariert. Nicht ganz was wir uns vorgestellt hatten aber besser als erst am nächsten Tag. Als wir die Werkstatt verließen, um irgendwie den Tag in Steampunk Capital zu verbringen haben wir uns dann trotzdem erst mal ordentlich angezickt. Die Einheimischen und anderen Touristen haben sich wahrscheinlich tot gelacht, bei den zwei wütenden Kindern, die da die Hauptstraße hoch und runter gestapft sind. Naja, wer uns kennt der weiß was abgeht. Und mal Hand aufs Herz, wer hat sich auf einer Reise mit seinem Partner noch nicht gestritten? Also wir sehen ja auch viele Paare die hier unterwegs sind und können uns das kichern auch nicht verkneifen, wenn Sie mal wieder beleidigt abzieht oder Er schmollend vor dem TV auf dem Campingplatz sitzt. Schön ist, wenn man sich richtig streiten kann, weil man genau weiß, dass man sich wieder verträgt. So haben wir uns auch in Omaru wieder vertragen und haben nicht unsere Drohungen wahr gemacht und sind gleich einzeln nach Hause geflogen. Wir hatten dann noch ein schönes spätes Mittagessen in einem netten kleinen Restaurant – Steampunk und alle seine Attraktionen haben uns an diesem Tag aber völlig kalt gelassen.

Ab nach Lake Tekapo

Als das Beast wieder flott und die ertragbare Rechnung bezahlt war ging es los über Twizel zum Lake Tekapo.

Wir übernachteten an einem kleinen See auf der Westseite des großen Sees, auf einem kleinen aber viel besuchten Campingplatz, der mit $10 pP. auch noch viel zu teuer war – naja wie auch immer es war spät und wir wollten auch nicht mehr weiter. Und wir taten gut daran da zu bleiben – der Sternenhimmel, den wir an diesem Abend beobachten durften war phänomenal. Das ganze Gebiet ist ein UNESCO Dark Sky Reserve und dementsprechend auch bekannt für seine atemberaubenden Nachthimmel. Das Timing war gut, keine Wolke am Himmel und so konnten wir auch noch ein paar schöne Fotos machen. Ein wirklich schöner Abschluss, eines Reisetages den man sich so eigentlich sparen hätte können. Wenn man sich nicht entmutigen lässt und dem was um einen rum so passiert eine Chance gibt, kann man eigentlich überall und aus fast jeder Situation etwas Schönes mitnehmen. Einen Schnupperkurs als Automechaniker inkl. Italienischem Dinner, neue Freunde mit denen man lachen und trinken kann, wenn draußen die Welt untergeht oder eben den schönsten Sternenhimmel den man jemals gesehen hat an einem Tag an dem sonst eigentlich alles schief gelaufen ist.